13.01.2022 - 09:16 Uhr
MitterteichOberpfalz

Viele neue Wohnungen und Bauplätze in den nächsten Jahren in Mitterteich

Groß ist der Bedarf an Wohnraum in Mitterteich. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien verrät der Bürgermeister Neuigkeiten zu laufenden und geplanten Vorhaben. Vor der Umsetzung steht auch ein Projekt, um das es sehr still geworden war.

Ein örtlicher Investor will in der Wiesenstraße in Mitterteich die seit längerem leerstehenden Gebäude mit den Hausnummern 30 und 32 abbrechen und Neubauten mit insgesamt 18 Wohnungen errichten. Anders als noch vor Jahren von der Stadt angedacht, werden hier aber keine Sozialwohnungen entstehen.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Während Begriffe wie 2G oder 2G-Plus coronabedingt in aller Munde sind, spricht Bürgermeister Stefan Grillmeier gerne von „2B“ – und meint damit den „Bau- und Babyboom“ in Mitterteich. Mehr als 90 Bauanträge gingen 2021 bei der Stadt ein. „Ein absoluter Rekord, das hat uns fast überrollt“, betont der Rathauschef. Die Nachfrage nach Wohnraum ist seit langem groß und Grillmeier ist überzeugt, dass sich daran so schnell nichts ändern wird. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien verkündet er Neuigkeiten zu laufenden und geplanten Vorhaben.

Das größte Projekt im Bereich Wohnen ist derzeit das Mehrgenerationenquartier "Zanklgarten". Sobald das Wetter mitspielt, soll der Spatenstich auf dem Areal an der Zanklgartenstraße gesetzt werden. Grillmeier hofft, dass dies noch im Januar möglich ist. Bekanntlich sollen in drei Neubauten insgesamt 47 Eigentums-Wohnungen in verschiedenen Größen sowie eine Tagespflege-Einrichtung und eine Arztpraxis entstehen. Zwei Drittel der angebotenen Wohneinheiten seien bereits reserviert, wie es zuletzt vonseiten des Investors hieß.

Zweijährige Bauphase

Einen Rückschlag für die Stadt gab es im vergangenen Jahr bei der seit langem angestrebten Sanierung der alten Wohnblocks am Robert-Lindig-Platz (Hausnummern 3 bis 6). Im Stadtrat Anfang Dezember hatte Stefan Grillmeier informiert, dass der Investor abgesprungen sei, aber stattdessen ein anderer Interessent einsteigen wolle. Nun legt der Bürgermeister auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien nach: "Es ist ein Investor aus der Region, der schon Erfahrung mit ähnlichen Projekten hat." Noch im ersten Quartal dieses Jahres solle der Verkauf der Häuser über die Bühne gehen, mit Hilfe von staatlichen Fördermitteln werde der Investor dann die Sanierung in Angriff nehmen. Am Ende sollen 26 Sozialwohnungen auf den Mietmarkt kommen. "Das Gebäudeensemble wird aufgewertet, der Platz bleibt erhalten", fügt Grillmeier an. Auszugehen sei von einer rund zweijährigen Bauphase.

18 moderne Mietwohnungen

Still geworden war es schon vor längerer Zeit um zwei leerstehende Wohnhäuser in der Wiesenstraße. Noch Anfang 2020 hatte die Stadt Mitterteich angekündigt, hier mit Hilfe von Fördermitteln Sozialwohnungen schaffen zu wollen. Doch nach der Kommunalwahl entschieden sich der neue Bürgermeister und der neu zusammengesetzte Stadtrat gegen ein Engagement in Eigenregie. Stefan Grillmeier warb wiederholt dafür, das Geld lieber für städtische Einrichtungen einzusetzen und einen Privatinvestor für das Projekt Wiesenstraße zu suchen. Genau das sei passiert, wie der Bürgermeister nun mitteilt: Ein Investor aus Mitterteich habe die Gebäude mit den Hausnummern 30 und 32 im vergangenen Jahr erworben. Geplant sind laut Grillmeier der Abbruch der Häuser und die Errichtung von zwei Neubauten mit insgesamt 18 modernen Mietwohnungen und Aufzug. Dabei werde es sich aber nicht um Sozialwohnungen handeln, so Grillmeier. Die Vorstellung des Projekts sei für Februar oder März geplant. „Ich schätze, dass der Rohbau noch in diesem Jahr stehen wird“, ergänzt er zum Zeitplan.

Berücksichtige man noch andere, kleinere Mehrfamilienhaus-Projekte der jüngeren Vergangenheit, so werde das Ziel erreicht, innerhalb von fünf Jahren 100 neue Wohnungen in Mitterteich zu schaffen, so Grillmeier. Gleichzeitig wolle die Stadt auch zukünftig ausreichend Bauplätze für neue Ein- oder Zweifamilienhäuser bereitstellen. Die Zahl noch verfügbarer Parzellen im gesamten Gemeindegebiet liege inzwischen deutlich unter zehn. „Ein bisschen was konnten wir bisher schon rausholen“, sagt Grillmeier über regelmäßige Kaufanfragen der Stadt bei Eigentümern von Grundstücken ohne Bauverpflichtung. Doch das reiche nicht, die Stadt müsse neues Bauland ausweisen.

Rund 35 neue Parzellen

Ziel ist es laut Grillmeier, vor allem durch Lückenschlüsse in bestehenden Wohngebieten im Bereich östlich der Wiesauer Straße rund 35 neue Parzellen zu schaffen. In diesem Jahr wolle der Bürgermeister die Gespräche über den Ankauf von Flächen vertiefen, die Erschließung sei für 2023/24 anvisiert. "Das ist auch wegen der Auslastung der Firmen schwer abschätzbar", so Grillmeier über den Zeitplan. Ernsthafte Probleme bei der Genehmigung - Stichwort Flächenfraß - sehe er nicht. Denn die Stadt könne ihre Leerstandsoffensive mit Geschosswohnungsbau in die Waagschale werfen. Durch Sanierungs- und Neubauprojekte werde der Bedarf an Wohnungen vor Ort gedeckt.

Verknüpft mit der enormen Nachfrage nach Wohnraum ist natürlich auch der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen. Bis der Neubau des dritten Kinderhauses unter der Trägerschaft der Lebenshilfe bezogen werden kann, müsse noch eine rund eineinhalbjährige Bauphase überbrückt werden, gibt der Bürgermeister zu bedenken. Über längere Zeit habe man im Schnitt um die 40 Geburten pro Jahr verzeichnet, nun seien es schon bis zu 70 gewesen. Vor allem Krippenplätze seien gefragt. Durch die notwendig gewordenen Umplanungen beim Kinderhaus-Neubauprojekt sei man leider um ein bis zwei Jahre in Verzug, bedauert Grillmeier. Das Übergangsquartier der „Purzelbaum“-Kinder im früheren Volksbank-Gebäude in der Bahnhofstraße bleibe zwar weiterhin bestehen. „Aber der Platz wird nicht reichen“, betont Grillmeier und nennt eine wichtige Aufgabe für die nahe Zukunft: „Wir brauchen weitere Übergangslösungen, die für die Bürger möglichst verträglich sind.“

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"Wir brauchen weitere Übergangslösungen, die für die Bürger möglichst verträglich sind."

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