02.10.2019 - 09:19 Uhr
MitterteichOberpfalz

Vitaminbomben aus dem Garten

Seit einigen Jahren haben Hedwig und Peter Jacobey eine Plantage mit Aronia-Beeren. Sie erklären, was das Obst zum "Superfood" macht und geben Tipps für die Verarbeitung.

von Ulla Britta BaumerProfil

Es ist abgeerntet. Und darüber sind Hedwig und Peter Jacobey froh, denn das Erntejahr 2019 war gut. Die Aroniabeeren aus der Plantage des Mitterteicher Ehepaars sind verarbeitet. Hedwig Jacobey hat Saft, Marmelade, Aufstriche, Gelee, Trockenobst und mehr daraus gemacht.

Die Jacobeys haben sich vor einigen Jahren mit dieser Beerenplantage am Rande der Porzellinerstadt einen langgehegten Wunsch erfüllt. Landwirtschaftsmeister Peter Jacobey hat gut 2000 Sträucher gepflanzt. Hedwig Jacobey, die beruflich als Ernährungsberaterin in Ingolstadt tätig ist, weiß um die Kraft der tiefdunkelvioletten "Vitaminbombe für Körper, Geist und Seele".

Nutzpflanze in Russland

Vor vielen Jahren hat sie Einzug bei uns gehalten: Die aus Nordamerika stammende Beere wurde als Nutzpflanze in Russland angebaut und eroberte Polen, wo bis heute die meisten Aronien verarbeitet werden. "Sie sind robust und bestens für unser Oberpfalzwetter geeignet", weiß Peter Jacobey. Was wie eine Beere aussieht, gehört zu den Rosengewächsen und ist Kernobst wie Apfel oder Birne. Was die Selbstpflücker im August nicht vom Feld wegholten, hat Hedwig Jacobey verarbeitet.

Die prallen Beeren seien nicht nur lecker. Sie hätten einen enorm hohen Vitamin-C-Gehalt, alle B-Vitamine (außer B12), Provitamin A und Vitamin E. Dazu kämen Mineralstoffe, Kalium, Magnesium, Calcium und Spurenelemente (Mangan, Zink, Eisen, Kupfer). Was eindeutig erklärt, warum die Aronia das "Superfood des Stiftlands" ist. "Ihr großer Anteil an Antioxidantien macht als Radikalfänger aggressive Teilchen unschädlich, die unsere Zellen schädigen können", so Hedwig Jacobey. Aronien würden das Immunsystem schützen und gehörten zu den Jungmachern, weil sie den Alterungsprozess bremsen würden.

Einzig an ihren herb-säuerlichen Geschmack müsse man sich erst gewöhnen. Dann werde die Superbeere zum Genuss der besonderen Art. Hedwig Jacoby rät dazu, Aronien (auch als "schwarze Eberesche" oder "Apfelbeere" bekannt) entweder pur zu verarbeiten oder mit anderem Obst zu mischen. Sie macht daraus nicht nur Saft, sondern auch Likör, Punsch, Tee und Mischgetränke. Wer Müsli mag, habe mit den Aronien den Vitaminkick schlechthin in seiner Lieblingsspeise. Der dunkelrote Saft werde auch industriell zum Färben für Joghurts, Cremes, Backwaren und Getränke verwendet.

Problemlos trocknen

Bewährte Mischungen, verrät Hedwig Jacobey aus ihrer Beerenküche, seien Aronien mit Apfel, Apfelsaft, Zitronensaft, etwas Zimt oder Quitten. Mit etwas Mut zum Exotischen wird die Beere bei Zugabe von Zwetschge, Banane, Pfirsich oder Ananas zur außerordentlich besonderen Gaumenfreude. Für Herbst- und Wintergenüsse könne man einen Beutel Glühweingewürz oder Zimt beigeben, rät die Ernährungsberaterin. Auch das Trocknen der Beeren sei problemlos. Einfach einlagig luftig bei Raumtemperatur liegen lassen, immer mal wieder etwas durchmischen.

Wer Aronien im Garten pflanzen möchte, ist bei Peter Jacobey richtig. Der Strauch sei ideal für die Oberpfalz wegen seiner Frostunempfindlichkeit und weil er den sauren Boden mag, sagt er. Echte Feinde seien nur Mäuse, die gern die Wurzelballen anfressen. Empfehlenswert sei kurz vor der Beerenreife ein Netz, weil auch die Vögel die dunklen Früchte sehr lieben und manches Mal schneller sein können bei der Ernte als der Mensch.

Peter Jacobey rät bei Hitzeperioden zum regelmäßigen Gießen. Ansonsten sei die Aronia äußerst robust und genügsam. Unter unterschiedlichen Sorten haben sich die Jacobeys für "Nero" entschieden. "Aronien sind ideal für Familiengärten", kann Peter Jacobey nur Mut machen, sich auf das "Superfood der Oberpfalz" einzulassen. Warum also noch lange zögern? Auf geht's mit der Schaufel in den Garten, um eine Pflanzecke freizuschaufeln: Noch bis Dezember ist bei frostfreien Nächten die beste Pflanzzeit".

Wer Fragen hat zur Aronia kann Hedwig und Peter Jacobey unter Telefon 09633/4852 erreichen.

Rezeptideen :

Aroniabeeren

Hedwig Jacobey hat eine umfangreiche Rezeptauswahl für die Verarbeitung der Vitaminbombe und gibt ihre persönlichen Kreationen gern weiter.

Gelee aus Saft:

Ein Kilo Aroniabeeren ohne Stiele mit einem viertel Liter Wasser weichkochen. Ein Nudelsieb mit einem Tuch auslegen und die Masse abtropfen lassen. Möglich ist auch dampfentsaften oder die Verwendung von Saft aus der Flasche. Mit Gelierzucker nach Anleitung zu Gelee verarbeiten. Tipp der Fachfrau Hedwig Jacobey: Eingefrorene Beeren liefern eine höhere Ausbeute.

Aronia-Fruchtpunsch:

Einen halben Liter Roibos- oder Schwarztee mit zwei Nelken, einer Zimtstange und einer Kardamomkapsel sowie der Schale einer Zitrone aufbrühen und ziehen lassen. Tee mit einem dreiviertel Liter Apfelsaft, einem viertel Liter Aroniasaft und 200 Milliliter Orangensaft auf Trinktemperatur bringen. Mit Zucker nach Geschmack ist das leckere Wintergetränk sofort trinkfertig. (ubb)

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