01.04.2020 - 13:50 Uhr
MoosbachOberpfalz

Großer Pädagoge aus kleinem Dörflein: Johann Baptist Reger

Nur wenigen Grubern und Moosbachern ist bekannt, dass im sogenannten "Schousterhaus" in Grub ein großer Pädagoge geboren wurde.

Der große Pädagoge Johann Baptist Reger (1811 – 1886) aus Grub im hohem Alter kurz vor seinem Tode. Archivbild: gi
von Peter GarreissProfil

Nur wenigen Grubern und Moosbachern ist bekannt, dass im sogenannten "Schousterhaus" in Grub ein großer Pädagoge geboren wurde. Vergessen sind Johann Baptist Reger und sein Elternhaus, das bereits vor Jahren abgebrochen wurde.

Reger wurde am 27. November 1811 in Grub, Haus Nummer 11, geboren. Sein Vater Michael Reger war Schuhmacher. Seine Mutter Ursula war die Tochter des Waidhauser Baumeisters Emmeram Grundler, der den Turm der Wieskirche bei Grub von 1766 bis 1769 durchführte. Beide mussten bei ihrem bescheidenen Einkommen große Opfer bringen, um ihren begabten Sohn das Studium zu ermöglichen.

Ab 1839 in Regensburg

Zunächst besuchte der kleine Johann Baptist die Volksschule in Moosbach. Von 1824 bis 1830 war er am "Vereinigten paritätischen Gymnasium" in Regensburg. Anschließend von 1830/31 besuchte er den philosophischen Kurs in Regensburg. 1833 schloss er seine Studien an der Universität in München ab. Nachdem Reger 1834/35 als Assistent, Aushilfslehrer oder Klassenverweser in Regensburg und ab 1835 in Eichstätt tätig war, führte ihn seine Ernennung zum Studienlehrer am 3. Mai 1839 an die lateinische Schule in Regensburg.

In dieser Position wirkte er 23 Jahre. Ab 1844 hielt er jahrelang Lehrkurse über "vaterländische Literaturgeschichte". Seit 1846 war Reger auch Referent der Regensburger Studienbibliothek. Am 1. Dezember 1848 wurde er zum Gymnasialprofessor befördert. Seine Eignung zum Schulvorstand war den vorgesetzten Dienststellen bald bekannt, doch lehnte er 1855 das ihm angebotene Rektorat der Studienanstalt Kempten ab. Stattdessen übernahm er am 21. April 1862 die Leitung der ihm bereits vertrauten Anstalt in Eichstätt. Im September 1866 kehrte er als Rektor an das "Vereinigte paritätische Gymnasium" in Regensburg - das er damals als Schüler besuchte - zurück.

Große Beachtung fand die Festrede Regers am 29. März 1866 in Regensburg vor rund 2000 Jugendlichen zur "Sieges- und Friedensfeier" anlässlich des gewonnenen Krieges gegen Frankreich. Vier Jahre später, 1870 übernahm er die Leitung des Gymnasiums in Passau und wirkte dort bis zur seiner Pensionierung am 3. Oktober des Jahres 1882. Johann Baptist Reger wurde als erster Rektor der Passauer Anstalt am 30. Dezember 1876 mit dem Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens "Vom heiligen Michael" ausgezeichnet.

Lehrer bis zum 70. Lebensjahr

1879 vollendete er sein 40. Dienstjahr. Die Schule feierte das Jubiläum am Abend des 2. Mai mit einem Fackelzug und am Vormittag des 3. Mai nach einem Gottesdienst in der Studienkirche mit einer "Begrüßung" durch das Lehrerkollegium und die Schülerschaft in der Aula in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste und umrahmt von musikalischen Vorträgen. Am 3. Oktober 1882 wurde Reger nach Vollendung seines 70. Lebensjahres auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt.

Er starb am 29. Januar 1886 in München. Reger galt als kenntnisreicher und gründlicher Lehrer sowie als tüchtiger Schulleiter. 1850 verfasste er in Stadtamhof bei Regensburg das Programm "Die Hauptepochen des deutschen Dramas".

Das Geburtshaus eines großen Sohnes der kleinen Ortschaft Grub bei Moosbach. Archivbild: gi
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