19.03.2021 - 13:18 Uhr
MoosbachOberpfalz

Moosbach: Turnhalle und Pausenhalle sanierungsbedürftig

Die Gemeinde benötigt heuer weitere Stabilitätshilfen vom Freistaat. Damit sollen Schulden abgebaut werden. Das Geld ist aber auch Baumaßnahmen und Anschaffungen gedacht.

Das Dach der Pausenhalle (vorne) und die gesamte Turnhalle (im Hintergrund) sind sehr sanierungsbedürftig. Der Markt Moosbach lotet derzeit die Fördermöglichkeiten aus.
von Peter GarreissProfil

Zum wiederholten Mal beschäftige die Sanierung des Flachdachgebäudes der Grundschule den Gemeinderat. Dort befindet sich heute die 1973 fertiggestellte Pausenhalle. Deren Dach ist sehr sanierungsbedürftig. Deshalb hat der Markt bei der Regierung der Oberpfalz einen entsprechenden Zuschussantrag eingereicht. Diese teilte aber mit, dass die errechneten Kosten nicht den Schwellenwert für eine Förderung erreichen. Nun stelle sich die Frage, ob nicht die ebenfalls dringend erforderliche aber sehr teure Sanierung der Turnhalle (Baujahr 1971) mit dem Vorhaben Pausenhalle verbunden werden soll. Bei diesen gemeinsamen Kosten würde der Schwellwert sicher erreicht werden. Karl Liebl junior und Josef Hierold junior befürchteten den Verfall von Fördermitteln. Eduard Scheuerer und Hermann Ach bezweifelten, dass der Markt dieses Großprojekt überhaupt schultern könne und ob sich die Kosten für die energetische Sanierung der Turnhalle jemals amortisieren würden. Bürgermeister Armin Bulenda schlug vor, das Projekt vom Ingenieurbüro noch mal überarbeiten zu lassen und der Regierung der Oberpfalz vorzulegen. Für 2021 werde es nichts mehr werden, meinte Bulenda.

  • Zuschüsse vom Freistaat

Außerdem ging es in der Sitzung um Finanzen und Bauangelegenheiten. 6,3 Millionen Euro hat die Kommune in den vergangenen Jahren für Schuldenabbau und Baumaßnahmen vom Freistaat erhalten. Auch für 2021 benötigt Moosbach weitere Stabilitätshilfen, um die Schulden weiter abzubauen und gesetzlich vorgeschriebene Baumaßnahmen sowie Anschaffungen tätigen zu können. Voraussetzung zum Erhalt weiterer Staatshilfen aber ist, dass das Haushaltskonsolidierungskonzept fortgeschrieben wird. Der Konsolidierungsausschuss fand wieder viele Vorschläge, die zur Entlastung der Ausgaben und zur Verbesserung auf der Einnahmeseite führen wird.

Lesen Sie hier einen weiteren Bericht über die Marktratssitzung

Moosbach

Zuerst beschloss das Gremium, den Stellenplan zu durchforsten und Stellenbewertungen durchzuführen. Neue Einnahmequellen sehen die Gemeinderäte auch bei den Gebühren für die Inanspruchnahme der zehn Feuerwehren der Marktgemeinde sowie auch bei den Friedhofs- und Leichenhausgebühren. Schließlich werden auch die Grundsteuern unter die Lupe genommen. Scheuerer schlug vor, auch die Mieteinnahmen in die Prüfung mit einzubeziehen. Einstimmig gab das Gremium grünes Licht für die Maßnahmen zur Verbesserung der Einkommensseite und Minimierung der Personalausgaben.

  • Kurpark-Sanierung: Zeit drängt

Sehr unter Zeitdruck stehen die Gemeinderäte bei der Modernisierung des Kurparks. Frühling und Sommer stehen vor der Tür, und da wollen die Gäste keine Baustelle mehr sehen. Edmund Hierold legte den von ihm erstellten Plan für den Bereich Kiosk vor. Danach soll der Biergarten einen sonnigen Platz erhalten und Lagerflächen für den Wirtschaftsbetrieb geschaffen werden. Die Lage der fünf mal sieben Meter großen Bühne wurde nun als perfekt bezeichnet. Die etwa 40 Jahre alten Kastanien sollen zum Großteil erhalten werden. Einig waren sich die Räte, nicht zu weit in den Hang an der Ostseite hineinzugehen und die ganze Wirtschaftsanlage etwas modern zu gestalten. Zunächst gilt es aber, das Gelände freizumachen um einen besseren Überblick zu erhalten.

  • Kein Kräutergarten

Dritter Bürgermeister Helmut Meindl wollte wissen, ob das Projekt Kräutergarten am Ortsausgang noch realisiert wird, was Bulenda verneinte. Johann Schnupfhagn sprach die Restaurierung der Dorfkirche Burgtreswitz an. Bulenda will dazu erst noch Gespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege führen. Schnupfhagn hielt den Zustand des „Steinernen Soldaten“ auf dem Friedhof für jämmerlich. Nach Geschäftsleiter Andreas Hofmeister habe dazu der Kriegerverein Moosbach die Pflege übernommen. Nichts einzuwenden gab es gegen einen Wohnhausneubau mit Krüppelwalmdach durch die Eheleute Liebl in Moosbach.

  • Kein Ökostrom

Die Strompreise sind für den Markt bis Ende 2022 gesichert. Für die Zeit von 2023 bis 2025 will die Kommune an einer vom Bayerischen Gemeindetag organisierten Bündelausschreibung teilnehmen. Einen Wermutstropfen nahmen aber die Gemeinderäte in Kauf, denn der Markt will nur Normalstrom, nicht aber Ökostrom abnehmen. Bei Ökostrom käme die Kilowattstunde um 0,5 bis 1,2 Cent teurer, und das wäre mit der Haushaltskonsolidierung nicht vereinbar. Laut Geschäftsleiter Hofmeister liege der jährliche Stromverbrauch beim Markt ohne Hallenbad bei 640.000 Watt "und da kämen allerhand Mehrkosten zusammen". Hofmeister wies auch darauf hin, dass das Hallenbad künftig als Selbstversorger betrieben werde. Auf Vorschlag von Bürgermeister Bulenda sollen für jede einzelne Liegenschaft eigene Angebote eingeholt werden. Einstimmig wurde beschlossen, dass der Markt an der Bündelausschreibung mit Normalstrom teilnehmen werde. Um die Vielfalt zu nutzen, werden Speziallose ausgeschrieben.

 

 

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