Nabburg
05.02.2025 - 17:35 Uhr
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Bewegende Erlebnisse in der "südlichsten Außenstation" der Pfarrei Nabburg

Die Eindrücke werden lange nachwirken - und das nicht wegen der Elefanten und Giraffen im Nationalpark. Eine Pastoralreise vertieft die Verbindung der Pfarrei Nabburg nach Südafrika. Und es gibt ein bewegendes Wiedersehen.

Erlebnisreiche Tage liegen hinter der Reisegruppe, die aus der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Nabburg aufbrach, um in Südafrika Freunde zu treffen und die bestehende Verbindung zu stärken. Anlass war der 96. Geburtstag des aus Nabburg stammenden Bischofs Fritz Lobinger, der nunmehr in einem Seniorenheim in der Nähe von Pretoria lebt, und der 90. Geburtstag der aus Legendorf stammenden Sr. Eobarda Ries, die im vergangenen Oktober verstorben ist.

Schon die erste Station in Durban ließ die 14-köpfige Gruppe hautnah erfahren, was „katholisch“ auf südafrikanisch bedeutet. Der zweieinhalbstündige Gottesdienst in der Kathedrale auf isiZulu wurde zum Erlebnis, bei dem sie begrüßt wurden mit den Worten: „Hier ist euer Zuhause!“ In Mandeni traf die Reisegruppe Pater Gerhard Lagleder, einen Missionsbenediktiner, der in Zusammenarbeit mit den Maltesern dort ein Hospiz, eine Krankenstation und ein Kinderheim betreibt. Mandeni ist die „Hauptstadt“ von Aids in dieser Welt. Darum setzt Pater Gerhard mit großer finanzieller Unterstützung aus der Heimat alles daran, die Betroffenen mit Medikamenten zu versorgen und den 60 Kindern eine Heimat zu geben. Der Eine-Welt-Verein Nabburg überbrachte eine Spende von 1000 Euro.

Hilfe aus Nabburg

Die meiste Zeit war für die Begegnung mit den "Nardini-Sisters" – wie die Mallersdorfer Schwestern in Südafrika heißen - in Nkandla reserviert. Die Arbeit der Schwestern im Sizanani-Outreach-Projekt war vielen Teilnehmern von den vergangenen Besuchen schon vertraut. Sozialarbeit mit den Armen in der zersiedelten Hochebene, Beschäftigungsmöglichkeiten für die alleinerziehenden Frauen und ein Kinderheim zählen zum Kern ihrer Missionstätigkeit. Diese Aufgabe unterstützte der Eine-Welt-Verein Nabburg mit 4000 Euro und der Frauenbund Nabburg mit 1000 Euro. Was einst die deutschen Schwestern begannen, wird längst durch die afrikanischen Schwestern weitergetragen, die den Konvent zu einem lebendigen, jungen Miteinander formen, in dem alle Gäste herzlich willkommen sind.

Ein erster Höhepunkt dort war die Messfeier in der kleinen Filialkirche Ohlehlo, die vor einigen Jahren auf Bitten von Sr. Eobarda aus Nabburg mitfinanziert wurde. Das ganze Dorf war auf den Beinen und feierte mit. Auf Englisch, Deutsch und isiZulu war der Lobpreis und die anschließenden Dankesworte gestaltet. Als Zeichen der Dankbarkeit und der Patenschaft trägt diese Kirche nun ebenfalls den Titel „St. Johannes der Täufer“. Ein großes Fest für die Gäste wurde im Anschluss seitens des Dorfes organisiert.

Bewegendes Gedenken

Der Besuch am Grab von Sr. Eobarda Ries in Inkamana war ein sehr bewegendes Gedenken. Heimaterde aus Legendorf und ein paar Zweige ihres Lieblingsbaumes von daheim wurden ihr ins Grab mitgegeben. Der anschließende Gottesdienst in der Klosterkirche der Benediktiner war ihr gewidmet. Nur wenige Kilometer entfernt haben die Nardini Sisters in Vryheid eine Schule, deren Besichtigung auf dem Programm stand und die – wie immer in Südafrika – mit einem herzlichen Willkommen verbunden war.

Besuch bei Bischof Lobinger

Schließlich galt es, die lange Fahrstrecke nach Pretoria anzutreten. Dort lebt Bischof Fritz Lobinger, Ehrenbürger der Stadt Nabburg, seit etwa zwei Jahren im kirchlichen Seniorenheim. Gezeichnet vom Alter und seiner Krankheit empfing er die Nabburger und freute sich sichtlich über den Besuch. Wenn auch das Sprechen schwer fiel, so erlebten diese ihn geistig hellwach, als er die Bilder aus der Heimat mit Applaus und „Daumen hoch“ kommentierte. Beim gemeinsamen Gebet in der Hauskapelle segnete er die Gäste und mit ihnen alle aus der Heimat, die ihm verbunden sind.

Es waren diese Begegnungen, die diese Südafrika-Fahrt prägten, und die sie - ergänzt von der herrlichen Landschaft und den Tieren im Nationalpark - zu einem großen emotionalen Erlebnis machten. Die Elefanten und Giraffen, die es zu sehen gab, zählten nur ganz am Rande dazu.

Hintergrund:

Nabburgs Verbindungen nach Südafrika

  • Bischof Dr. Fritz Lobinger: Ging 1975 zunächst als Missionar nach Südafrika, wurde dann Leiter des Lumko-Instituts in Johannesburg und später Bischof von Aliwal-North. 2017 überreichte ihm eine Delegation aus Nabburg per Urkunde die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt im Klosterdorf Mariannhill bei Durban.
  • Schwester Eobarda Ries aus Legendorf (Pfarrei Nabburg): Wirkte 53 Jahre lang als Missionarin im Konvent der Mallersdorfer Schwestern von Nkandla/Südafrika. Die Missionarin verstarb Anfang Oktober 2024 im Alter von 89 Jahren und wurde auf dem Friedhof des Benediktinerklosters in Inkamana beigesetzt.
  • Sizanani-Outreach-Programm (SOP): Zurzeit werden ca. 35 Kinder aller Altersstufen im Kinderheim Nkandla und zusätzlich mehr als 1500 Kinder, die auf Unterstützung angewiesen sind, in Familien in der zersiedelten Umgebung von Nkandla betreut.
  • Spenden aus Nabburg überreicht: 1000 Euro vom Eine-Welt-Verein Nabburg an Pater Gerhard Lagleder sowie 4000 Euro an das Kinderheim in Nkandla, 1000 Euro vom Frauenbund Nabburg für das Sizanani-Outreach-Programm.
  • Zuwendungen für das SOP: Um Kindern und Familien zu helfen, ist jede Spende willkommen. Bankverbindung: Kloster Mallersdorf LIGA, IBAN DE16 7509 0300 0001 1718 87, BIC: GENODEF1M05, Kennwort: SCYCC-Nkandla
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