22.06.2020 - 14:33 Uhr
NabburgOberpfalz

Kennametal: Konzern fordert Einschnitte von Belegschaft

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Die Belegschaft im Werk Nabburg der Kennametal Steel an der Schlörstraße kommt nicht zur Ruhe. Das Unternehmen fordert weitere Einsparungen. Das gilt auch für die Kollegen in Vohenstrauß.

Bei Kennametal Steel in Nabburg stehen Verhandlungen zu Einsparungen an.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Noch während viele Kollegen in Kurzarbeit sind, trifft die Belegschaft der Kennametal-Steel an der Schlörstraße (ehemals Hertel) die nächste Forderung des Unternehmens: Nach Auskunft der Gewerkschaft IG Metall sollen die Kollegen Einsparmaßnahmen vorschlagen. Andernfalls drohe der Abzug von Aufträgen in andere Standorte.

Stellenstreichungen bei Fine Machining

Nabburg

Wie der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, Udo Fechtner, auf Anfrage der Oberpfalz-Medien mitteilte, sind die Mitarbeiter zu Vorschlägen aufgefordert worden, welche Einsparungen möglich seien. Laut Fechtner geht es wohl darum, tarifliche Zugeständnisse zu erreichen. In erheblichem Umfang: Die Rede ist nach unseren Informationen von bis zu 3,5 Millionen Euro. Eine beachtliche Summe, bei 260 Beschäftigten. Fechtner kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die aktuelle, unsichere Situation genutzt werden soll, um Zugeständnisse zu erreichen. In Vohenstrauß (350 Mitarbeiter), wo Kennametal erst kürzlich in eine neue Halle investiert hat, sollen sogar 5 Millionen Euro an Einsparungen verlangt werden.

Verhandlungsmandat

"Wir haben unsere Mitglieder gefragt, ob wir verhandeln sollen," sagte Fechtner. Die Belegschaft habe der Gewerkschaft das Mandat dazu erteilt. "Wir lassen jetzt ein Gutachten machen, ob die Produktion wirklich zu teuer ist", sagte der Bevollmächtigte. Er stellte klar: "Zugeständnisse für lau wird es aber nicht geben." Sollten Mehrarbeit, Lohnverzicht oder ähnliche Einschnitte in den Tarifvertrag vorgeschlagen werden, gehe das nicht ohne Gegenleistung - wie etwa einer Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung.

"Kapazitätsanpassung" in Nabburg

Nabburg

Betriebsversammlung

Die Gewerkschaft will der Belegschaft ihr Vorgehen am Dienstag, 23. Juni, bei einer Betriebsversammlung auf dem Werksgelände an der Schlörstraße darlegen, die wegen der Corona-Vorgaben "Open Air" auf dem Gelände des Kennametal-Werks an der Schlörstraße stattfinden soll. Dazu sind auch "Zaungäste " aus dem Kennametal-Werk Vohenstrauß und anderen Betrieben geladen. Ob die "Zaungäste" von einem Nachbargrundstück aus auch teilnehmen können, war am Montag noch unklar. Das Grundstück gehört ebenfalls Kennametal. Das Unternehmen habe dort "Eigenbedarf" angemeldet, so Fechtner. Die Betriebsversammlung auf dem Werksgelände werde aber auf jeden Fall stattfinden.

Hintergrund:

Zwei Werke in Nabburg

Zu Kennametal gehören in Nabburg zwei Werke: Kennametal Steel (vormals Hertel) an der Schlörstraße und Kennametal Fine Machining (ehemals Rübig) An der alten Naab. Bereits im Sommer des vergangenen Jahr hatte es Stellenstreichungen gegeben: Bei "Fine Machining" mussten 56 Mitarbeiter gehen. Ein Sozialplan wurde ausgehandelt. Im Herbst traf es dann das Werk an der Schlörstraße. Dort fielen gut 40 Stellen weg. Kennametal ist ein internationaler Konzern mit Sitz in den USA und produziert Spezialwerkzeuge für die Industrie.

Dunkle Wolken über Werk Vohenstrauß

Vohenstrauß

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