24.01.2021 - 16:35 Uhr
NabburgOberpfalz

Leiter des Nabburger Impfzentrums: "Ich kämpfe um jede Dosis"

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Dr. Moritz Maenner, Leiter des Impfzentrums in Nabburg, kämpft nicht nur um jede Dosis des Vakzins, sondern versucht sich an der Quadratur des Kreises. Das heißt allen gerecht zu werden. Die Erwartungen in der Bevölkerung sind hoch.

Am Eingang muss sich jeder Impfwillige ausweisen. Erst zum vereinbarten Zeitpunkt darf das Impfzentrum betreten werden.
von Irma Held Kontakt Profil

Während ein Teil der Bürger skeptisch ist beziehungsweise eine Impfung ablehnt, kann es anderen nicht schnell genug gehen. Impfstoff ist jedoch knapp. Wie Moritz Maenner auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erklärt, kann bis dato technisch bedingt auch die Warteliste, geführt über das bayerische Impfzentrum-Portal nicht abgearbeitet werden. Das bedeutet, im Registrierungssystem werden noch keine Termine vergeben. "Wer schnell geimpft werden will, muss leider diesen unbequemen Weg gehen", bedauert der ärztliche Leiter und meint die Buchung im "Terminland", das bisher für die Terminvergabe verwendet wird. Die zu bestimmten Zeiten vom Impfzentrum freigegebenen Termine sind ratzfatz weg. Geduld ist gefragt.

Am Donnerstagabend heißt es zum Beispiel auf der Homepage: "Die heute online angebotenen Termine für Sonntag 24.1. waren binnen 20 min vergeben." Fast identisch der Text am Freitag. Impfwillige haben drei Möglichkeiten: Eine Online-Registrierung über die Website des Freistaates. Dazu muss für jede zu impfende Person ein E-Mail-Account erstellt werden, falls noch nicht vorhanden, und eine Mobilfunknummer angegeben werden. Über die Hotline des Impfzentrums, Telefon 09433/3189510, können sich Bürger telefonisch registrieren lassen. Diese Personen können auch einen Festnetzanschluss angeben. Die dritte Alternative ist ein Lauern auf die günstige Gelegenheit bei "Terminland". Dieser Anmeldeweg kann nur beschritten werden, wenn das Impfzentrum gerade freie Termine zu vergeben hat. Das geht natürlich nur "solange der Vorrat reicht, also solange das Impfzentrum das Vakzin, bislang nur von Biontech/Pfizer, vorrätig hat.

Wer sich online registriert habe, erklärt Maenner, werde per Mail oder SMS wegen eines Termins benachrichtigt. Auf das Termintool hätten nur die Benachrichtigten Zugriff. Über die Impfzentrum-Hotline Registrierte erhalten einen Anruf zur Terminvereinbarung. Im Endausbau sei daran gedacht, den Betreffenden Fragebogen und Einwilligungserklärung per Post zuzuschicken. Seien viele dieser Formalien schon erledigt, gehe es im Impfzentrum schneller. Derzeit werden 15 Personen pro Stunde geimpft. Mit Aufnahme einer zweiten Linie, wenn mehr Impfstoff vorhanden sei, verdopple sich diese Zahl. "Wir impfen aber jetzt bereits sieben Tage die Woche", betont der Arzt. Am Impfzentrum sind die Termine durchgetaktet. "Es gibt so gut wie keine Wartezeit", unterstreicht dessen Leiter. Moritz Maenner appelliert in diesem Zusammenhang an alle Besucher. "Bitte seien Sie zu Ihrem eigenen Schutz höchstens fünf Minuten früher da." Das erleichtere die Arbeit und es müsse draußen in der Kälte niemand warten, was in dieser Jahreszeit nicht schön, aber zur Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln notwendig sei.

Moritz Maenner beruhigt über Oberpfalz-Medien all diejenigen, die auf der Warteliste registriert sind. "Jeder bekommt die passende Lösung." Die Warteliste sei frühzeitig programmiert worden, um bei genügend Impfstoff einem Stillstand wegen zu geringer Registrierung vorzubeugen. Sie erstellt eine Art Ranking. Wer Priorität 1 habe, wie beispielsweise über 80-Jährige, werde auf der Warteliste zuerst berücksichtigt und vorgezogen. Das alte Sprichwort "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" greift nicht. So ist der ärztliche Leiter zu verstehen. Moritz Männer nennt ein Beispiel: "Wird jemand im März 80 Jahre alt, wird er zu seinem Geburtstag in Prio 1 hochkatapultiert". Angehörigen der Gruppe 2 ober 3 etwa, bleibt es unbenommen, sich bereits registrieren zu lassen. Mit Stand Sonntagmittag sind bereits 8300 Personen registriert.

Der ärztliche Leiter in Nabburg kämpft seinen Worten nach um jede Dosis und lehnt kein Angebot der Regierung, unerwartet Impfstoff zu liefern, ab. Die Impfwoche laufe von Dienstag bis Dienstag. In diesem Zeitraum würden aktuell 1200 bis 1500 Dosen verabreicht, aufgeteilt in Erst- und Zweitimpfungen. Der Schwerpunkt liege auf Senioren- und Pflegeheimen. "Ich versuche, allen gleichmäßig gerecht zu werden." Will heißen, es wird parallel im Zentrum an der Krankenhausstraße geimpft und die Krankenhäuser werden bedient. In den acht Häusern, in denen die mobilen Teams zwischen Weihnachten und Heilig-Drei-König zu Gange waren, gebe es dieser Tage die Zweitimpfungen oder habe es bereits gegeben. Eingehalten werden müssten 21 Tage zwischen der ersten und der zweiten Dosis. Die Zweitimpfung könne auch zwei oder drei Tage über der drei Wochenfrist, aber nicht frühersein. Inzwischen stünden auch schon Behindertenheime auf der Impfagenda.

Werde ein Pflegeheim zur Zweitimpfung angefahren, könnten dort auch Erstimpfungen vorgenommen werden oder es werde zu einem späteren Zeitpunkt eine zweite Runde gestartet. Zu den Pflegekräften, die sich noch impfen lassen wollten, kommen auch immer wieder neue Bewohner dazu.

Impfbereitschaft in Heimen

Schwandorf

Der Impfstart

Nabburg
Nur wer, wie hier auf dem Bild, berufsmäßig der Prioritätsgruppe 1 angehört und Senioren über 80 erhalten die Spritze gegen das Coronavirus. Und auch hier ist Ausdauer gefragt. Termine werden derzeit nur direkt vom Impfzentrum vergeben.

"Wer schnell geimpft werden will, muss leider diesen unbequemen Weg gehen."

Dr. Moritz Maenner, ärztlicher Leiter des Impfzentrums Nabburg

Dr. Moritz Maenner, ärztlicher Leiter des Impfzentrums Nabburg

Service:

Impftermine

Zwei Termine im Abstand von mindestens 21 Tagen sind nötig.

  • Zuständig ist immer das Impfzentrum am Wohnsitz. Das gilt auch, wenn ein anderes Impfzentrum näher liegt oder besser erreichbar ist.
  • Eine Online-Registrierung ist über das Impfzentrum Bayern möglich, https://impfzentren.bayern/. Das System besteht aus den Stufen "Anmeldung" und "Terminvergabe". Bei der Anmeldung sind zur Priorisierung Daten wie beispielsweise Alter und Berufsgruppe anzugeben. Zr Terminvergabe werden die Registrierten kontaktiert.
  • Eine telefonische Registrierung ist über die Hotline des Impfzentrums 09433/3189510 montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr möglich. Eine Terminvergabe erfolgt in einem zweiten Schritt durch Anruf.
  • Derzeit vergibt nur das Impfzentrum Termine, wenn Kapazitäten vorhanden sind: www.terminland.de/impfzentrum-schwandorf/
  • Zu vereinbaren sind zwei Impftermine im Abstand von mindestens 21 Tagen.
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