12.09.2021 - 08:42 Uhr
NabburgOberpfalz

Nabburger Familienunternehmen EMZ plant neuen Standort in Rumänien

EMZ Hanauer mit Hauptsitz in Nabburg wächst innerhalb der EU. Geplant ist ein Fertigungsstandort in Rumänien. Der Grundstückserwerb steht vor der Unterzeichnung. In einem Jahr soll der Betrieb schon aufgenommen werden.

EMZ Hanauer – hier der Hauptsitz in Nabburg – will in gut einem Jahr auch in Rumänien fertigen.
von Irma Held Kontakt Profil

Nach Deutschland und Tschechien wird in gut einem Jahr EMZ Hanauer in einem weiteren EU-Land vertreten sein. Das Unternehmen plant ein Produktionswerk in Reșița (Reschitza), südöstlich von Timișoara (Temeswar). Nach den Worten von Veit Schmucker, Prokurist bei EMZ, wird zunächst mit 50 bis 100 Beschäftigten gestartet. Wie er auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien sagt, liegt der neue Standort im westlichen Teil Rumäniens. "Der Zeitplan ist taff." Veit Schmucker spielt darauf an, dass bereits in gut einem Jahr in den Banater Bergen für das Nabburger Familienunternehmen gefertigt wird.

Kommen, um zu bleiben

Der Kaufvertrag für das Grundstück in der alten Industriestadt sei "so gut wie unterzeichnet". Hanauer baut dort selbst und das aus gutem Grund. "Wenn wir wo hingehen, dann bleiben wir." Der Hersteller von Elektro- und Elektronikbauteilen will sich, vergleichbar zu Tschechien, in Rumänien langfristig ansiedeln. An den anderen Standorten würden auch keine Arbeitsplätze abgebaut oder nach Rumänien verlagert. Laut Veit Schmucker geht EMZ nach Rumänien, weil einem Wachstum zum Beispiel in Tschechien aufgrund des Fachkräftemangels Grenzen gesetzt sind. Aus jetziger Sicht sei in Rumänien der Arbeitsmarkt groß genug, um für Jahre die notwendigen Mitarbeiter zu finden. Die neue Niederlassung mit rund 200 bis 300 Mitarbeiten produziere ausschließlich für den europäischen Markt. Der Komponentenhersteller aus der Oberpfalz werde dort auch Lehrlinge ausbilden. Rumänische Arbeitnehmer fänden so gut bezahlte Jobs zu Hause und müssten nicht nach Italien oder Frankreich gehen.

Wegen der romanischen Sprache

Veit Schmucker verhehlt nicht, dass Bulgarien durchaus eine Alternative gewesen sei. Ein Standort dort wäre noch einmal weitere rund 500 Kilometer vom Hauptsitz weg. Der entscheidende Nachteil seien aber Sprache und Schrift. Bulgarien schreibt kyrillisch. "Dort kann man nicht einmal ein Ortsschild lesen." Rumänisch als romanische Sprache sei nah dran am Italienischen. Und: "Uns geht nicht darum, möglichst billige Arbeitskräfte zu finden."

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Hintergrund:

EMZ Hanauer

  • Gegründet 1948 als Elektromanufaktur Zangenstein
  • Familienunternehmen, Geschäftsführer Thomas Hanauer
  • Entwicklung und Produktion von Komponenten, Baugruppen und Komplettsysteme im Schnittbereich von Sensorik, Elektronik und Mechanik
  • Seit 1990 Hauptsitz in Nabburg
  • Weitere Standorte Cernosin (Tschechien), Queretaro (Mexiko) und Nanjing (China).

"Wenn wir wo hingehen, dann bleiben wir."

Veit Schmucker, Prokurist bei EMZ

Veit Schmucker, Prokurist bei EMZ

 

 

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