22.11.2021 - 14:30 Uhr
NabburgOberpfalz

Neues Heimat-Heft mit Nabburger Lokalkolorit

Ein weißer Turm vor Himmelblau ziert das neueste Heft der "Heimat Nabburg". Was in ihm steckt? Für alle Interessierten ist die aktuelle Ausgabe der Schriftreihe ab jetzt erhältlich.

Die "Heimat Nabburg" wirft heuer einen Blick auf die Unterstadt.
von Autor AUBProfil

Wer die neueste Ausgabe der "Heimat Nabburg" aufschlägt, wird augenblicklich von zwei Tigern überrascht. Was vordergründig wie eine Expedition ins wilde Tierreich anmutet, führt den Leser aber in die ebenso spannende grafische "Welt" von Karl Schmidt-Wolfratshausen. Museumsleiterin Christa Haubelt-Schlosser hat sie anlässlich dessen 50. Todestages im Frühjahr 2021 erkundet und ist zwischen farbenprächtiger Fauna und Flora auch auf witzig-skurrile "Exoten" gestoßen, feinsinnige Karikaturen mit viel Lokalkolorit. Wer hätte Karl Schmidt eine solch "spitze Feder" zugetraut?

Ebenso akribisch durchforstete Karl-Peter Rauschert den umfangreichen Nachlass des Nabburger Gerichtsvollziehers Johann Seyerlein. Anhand der Unterlagen zeichnet er nicht nur ein generationen- und jahrhunderteübergreifendes Sittenbild aus Bau-, Hof,- Handwerks- und Wirtshausgeschichten, sondern resümiert auch, warum der heutige Parkplatz "Seyerleingarten" seinen Namen eigentlich zu Unrecht trägt. Gänzlich unbestritten, aber wohl auch noch immer teils unerforscht, ist die einmalige kunst- und kulturhistorische Bedeutung des Karners in Perschen. Wieder und immer wieder hat sich Franz Grundler mit diesem seinem Lieblingsobjekt beschäftigt, anhand von christlichen Quellen, mythischen Überlieferungen, präzisen Berechnungen und Beobachtungen vor Ort. Die Erkenntnisse sind in seinem Artikel nachzulesen und lassen sich in der Dauerausstellung in der Remise vertiefen.

Auch Kurt Engelhardt siedelt seinen Beitrag in Perschen an, dessen Urpfarrei im nächsten Jahr auf 900-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Als Kreisheimatpfleger für Archäologie geht er zeitlich noch viel weiter zurück und nimmt den örtlichen Fund eines Bronzebeils zum Anlass, die unterschiedlichen Formen und Typen eines solchen Werkzeugs zu vergleichen und seine ursprüngliche Form auf wissenschaftlicher Basis zu rekonstruieren. Im sich anschließenden Kurzbeitrag erinnert sich auch Ernst Thomann an ein prägnantes Exponat: ein altes Wetzstück.

Eigentlich setzte sich Benno Weiss in Nabburg selbst ein unübersehbares, bautechnisches Denkmal. Aber wer war dieser Mann und was passiert in jenem Turm, der seinen Namen trägt? André Ries und sein Kommilitone Uwe Spachtholz recherchierten für ihre Masterarbeit nicht nur die familiäre Geschichte, die funktionelle sowie die wirtschaftliche Seite, sondern auch das ganze Umfeld. Wie sich die Unterstadt einst vergrößerte und welche Ideen sich die beiden für eine künftige Stadtentwicklung dort vorstellen könnten, zeigen sie in einer Zusammenfassung ihrer sehr detaillierten Studien.

So bietet die 41. Ausgabe der Reihe "Heimat Nabburg" neben interessanten Rück- und kreativen Ausblicken sicher wieder genügend Lese- und - ganz im Sinne des Forum als Herausgeber - auch Diskussionsstoff. Das Heft ist erhältlich bei Schreibwaren Obendorfer, im Stadtmuseum Zehentstadel und im Schmidt-Haus (zu den Öffnungszeiten). Es kostet 9,50 Euro/Stück (limitierte Auflage).

Artikel über das Heimat-Heft 2020

Nabburg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.