13.04.2021 - 09:40 Uhr
NabburgOberpfalz

Personalmangel in der Gastronomie: Sorge vor weiterer Verschärfung

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Gastwirte warten händeringend darauf, wieder öffnen zu dürfen - und hoffen, dass sie dann wieder ausreichend Personal finden. Die Sorgen mancher Kollegen sieht auch der stellvertretende Dehoga-Kreisvorsitzende, Markus Greiner.

Servicepersonal war und ist in der Gastronomie gesucht. Die Auswirkungen der Pandemie könnten die Situation noch verschärfen, wenn wieder geöffnet werden darf.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Seit November ist die Gastronomie und Hotellerie im Lockdown, Ende offen. Droht bei der Öffnung die nächste Bredouille, weil Personal fehlt? Markus Greiner, stellvertretender Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Kreis Schwandorf, hält das für möglich, zumindest wenn es um Mini-Jobs geht.

Service- oder Küchenkräfte arbeiten oft auf 450-Euro-Basis. Das bedeutet: Der Arbeitgeber kann diese Beschäftigten nicht in Kurzarbeit schicken, weil kein Anspruch besteht. Da bleibt dann nur die Kündigung. "Da kann es schon sein, dass sich der ein oder andere einen anderen Job sucht", sagt Greiner. Ob sie dann wieder für die Gastronomie bereitstehen, wenn die Wirte und Hoteliers wieder öffnen dürfen, ist die Frage.

Statistisch lässt sich das (noch) nicht festmachen. Die Nachfrage nach Mitarbeitern in der Branche ist aktuell natürlich nicht außergewöhnlich hoch. Das bestätigt Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit. Allerdings: Fach- und auch Hilfskräfte in der Gastronomie waren auch schon vor der Pandemie gesucht. "Die Stellen, die wir haben, können wir kaum besetzen", so Nitsch. Ob sich das nach dem Lockdown noch verschärfen wird, lässt sich laut Nitsch nicht sagen. "So richtig werden wir das erst sehen, wenn die Gastronomie wieder öffnet."

"Das ist betriebsspezifisch", meint Markus Greiner. Vereinzelt habe er von Kollegen gehört, die sich Sorgen wegen eines möglichen Personal-Notstands machen. Festangestellte Kräfte seien meist in Kurzarbeit geschickt, so auch in seinem Unternehmen, dem Panorama Hotel am See in Gütenland (Stadt Neuburg vorm Wald). Den Betroffenen fehlt aber nicht nur der "reguläre" Unterschied von Kurzarbeitergeld zum regulärem Lohn. Ein Gutteil des Einkommens von Servicekräften macht das Trinkgeld aus, das jetzt natürlich auch nicht im Geldbeutel landet.

Das berichtet auch eine Schwandorfer Bedienung, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, zeigt aber auch Verständnis: "Ich zahl' aufs Trinkgeld ja auch keine Steuern." Sie weiß von Kolleginnen, die als "Mini-Jobber" anderweitig Geld dazu verdienen: "Eine räumt jetzt im Supermarkt Regale ein."

Die Gastronomiebetriebe jedenfalls hoffen weiter auf eine klare Perspektive, betont Greiner. "Wir hoffen auf eine einheitliche Regelungen." Das jetzt due Urlaubsflieger Richtung Mallorca starten, bei uns aber sogar Campingplätze geschlossen bleiben, löst bei ihm Kopfschütteln aus. "Corona ist da, das ist ja keine Frage"; sagt er angesichts der aktuellen Lage. "Wir brauchen aber klare Vorgaben: Ab Inzidenz von 50 dürft ihr das oder das", nennt er als Beispiel. Schließlich müssten sich die Gastwirte auch vorbereiten. Nicht nur, das das Personal wieder aktiviert werden muss: Auch die Lager müssen gefüllt werden. "Mindestens eine Woche", sagt Greiner.

Protestaktion der Wirte und Hotelliers

Neunburg vorm Wald

"Da kann es schon sein, dass sich der ein oder andere einen anderen Job sucht."

Markus Greiner, stellvertretender Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes.

Markus Greiner, stellvertretender Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes.

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