06.02.2020 - 17:15 Uhr
NabburgOberpfalz

Jetzt Petition für Einkaufszentrum

Die Rodung der Streuobstwiese an der Regensburger Straße läuft. Und auch eine zweite Petition mit dem Titel "Ja! Für das Einkaufszentrum im ehemaligen Krankenhausgarten". Thomas Weber erklärt seine Gründe, für den Start der Initiative.

Die Rodung läuft: Das Bild zeigt den Fortgang der Arbeiten am Donnerstagvormittag.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Die Online-Petition "Kein Handelszentrum im Krankenhauspark", gestartet am 11. Januar von Harald Meier (wir berichteten), erhält Gegenwind. ."Ich konnte nicht zusehen, wie ein Niedermuracher gefühlt über die Köpfe der Bürger entscheidet und macht. Ich musste einfach etwas dagegen unternehmen. Und zwar mit Eigeninitiative", erklärt Thomas Weber. Der Nabburger wohnt in der Nähe des ehemaligen Kreiskrankenhauses und sammelt auf einer Internetplattform Unterschriften für den Bau des Einkaufszentrums. Er habe die "Gegen-Petition" initiiert, damit die Leute sehen "halt da ist noch wer dafür".

Kürzere Wege

Weber erläutert, warum es ihm dabei geht: "Ich und viele andere Mitbürger sind für den Bau des Einkaufszentrums. Denn es bringt für die Bewohner im Stadtwesten eine erhebliche Zeitersparnis und schont Nerven." Wie er betont, bräuchten diese derzeit zum Einkaufen im Supermarkt beim Ortsteil Diendorf "gefühlte zwei Stunden", vor allem wenn man Pech habe und bei der Hin- und Rückfahrt am Bahnübergang stehen muss. "Und wenn man dann noch zur Rush Hour fährt, hat man sowieso verloren." Es gäbe schon noch einen anderen Supermarkt vor dem Bahnübergang, aber dort wolle "halt nicht jeder einkaufen". Wie Weber anführt, wohnen auch viele ältere Bürger in der Siedlung, wie beispielsweise im Jägerring. Für diese würde das Einkaufszentrum im Naabtal eine enorme Erleichterung bedeuten, da sie nicht mehr so weite Wege hätten. Schließlich sei es positiv, wenn man zu Fuß zum Einkaufen gehen könnte, was auch die Umwelt schone. Weber macht sich schon Gedanken über die Belegung: "Was für meine Generation Nabburg viel attraktiver machen würde, wäre ein Modegeschäft wie beispielsweise ,New Yorker' oder ähnliches."

"Natur ist schön. Aber der Garten ist alles andere als ein Biotop, seien wir uns doch ehrlich", führt der Petitions-Initiator ins Feld und ergänzt: "Warum hat sich denn seit der Schließung des Krankenhauses keiner um den Park gekümmert? Genau. Weil es keinen interessiert hat. Das Grundstück wurde sich selbst überlassen und jetzt auf einmal wäre es dadurch zu einem Biotop geworden." Weber erinnert daran, dass die Baupläne schon länger bekannt sind. "Die Gegner hätten circa zwei Jahre lang Zeit gehabt, dagegen vorzugehen. Aber erst jetzt etwas zu unternehmen, wenn die Rodung kurz bevorsteht, ist meiner Meinung nach einfach unakzeptabel ."

"Schandfleck" statt Werbung

Was Weber ärgert ist, dass "jetzt auf einmal jeder Naturfreund schreit, ach ja, das kostbare Biotop". Er ist der Auffassung, dass viele davon das Grundstück nicht näher kennen. Für ihn sei dieses eher ein "Schandfleck" und keine tolle Werbung für Nabburg. Denn wer aus Richtung Amberg stadteinwärts fahre, denke sich sicher nicht: "Ja, das sieht ja super schön aus". Als Anlieger frage er sich schon, warum er nie jemanden sehe, der sich in diesem angeblich so wertvollen Gelände länger aufhält oder entspannt irgendwo hinsetzt

Gut findet er, dass die Sorten der alten Obstbäume durch die Entnahme von Edelreisern nicht verschwinden. "Und von den Teichen werden sie auch einen oder zwei erhalten, davon gehe ich stark aus." Denn Bauherr und Architekt hätten sich sicherlich auch Gedanken zur Grünordnung gemacht, so Weber. Die attraktivste Lösung wäre für ihn das Einkaufszentrum mit Teilerhalt des "Biotops". Er spricht die Petition von Harald Meier an. Dass ein Niedermuracher in Nabburg mitbestimmen will, finde er "sowieso am besten". Es sei einfach schade, dass "manche Bürger generell gegen alles sind, was die Stadt Nabburg plant, nur um den anderen in die Pfanne zu hauen". Der dort als Alternative angeführte Platz des ehemaligen Diska-Marktes sei keine Option: "Einfach zu klein."

Thomas Weber hat die Online-Petition "Ja! Für das Einkaufszentrum im ehemaligen Krankenhausgarten" auf dem Kampagne-Netzwerk "Avaaz" erstellt. Als Zielperson für die Übergabe ist Bürgermeister Armin Schärtl angegeben. Am Donnerstagvormittag waren auf der Internetplattform 99 Befürworter registriert.

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