16.02.2021 - 15:28 Uhr
NabburgOberpfalz

Virtueller Besuch und Neuheiten im Freilandmuseum Oberpfalz mit Perspektive auf Öffnung

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Das Freilandmuseum Oberpfalz in Neusath-Perschen ist weiterhin nur virtuell zu besichtigen. Eine feierliche Saisoneröffnung im März wird es auch heuer nicht geben. Den Winter haben die Verantwortlichen nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Der virtuelle Museumsrundgang bietet eine willkommene Abwechslung im Lockdown und weckt die Lust auf einen richtigen Besuch.
von Irma Held Kontakt Profil

Normalerweise eröffnet das Freilandmuseum in Neusath im März die neue Saison mit einem Jahresmotto, flankiert von Ausstellungen. Dazu sagte Sprecher Felix Schäffer auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien: "Ich gehe nicht davon aus, dass wir im März aufmachen können." Konkreter äußern könne er sich dazu nicht. Bis auf Weiteres kann das Museum mit den regional typischen Siedlungen wie Stiftland-, Waldler-, Jura- und Naabtaldorf sowie das Mühlental nur aus der Distanz besucht werden. Die Landstraßen und Wege im Stil des 19. Jahrhunderts werden nicht wirklich beschritten.

"Doch", erwähnen Museumsleiter Tobias Hammerl und Felix Schäffer Corona, "ist es für einen Teil der Besucher nicht möglich das Museum vollständig zu erleben" - auch ohne Corona. "Dies betrifft nicht nur Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Senioren, sondern etwa auch Eltern mit Kinderwägen." Die historische Bausubstanz mache diesen Personengruppen ein Betreten oder Erkunden unmöglich.

In Zusammenarbeit mit der Firma Manntau aus Nabburg entsteht ein virtueller Rundgang durch die einzelnen Dorflandschaften im Museum, den man auf der Homepage des Museums jederzeit ansehen kann. Den Anfang macht der Denkenbauernhof im Stiftlanddorf als Pilot-Objekt. Im Rundgang können die Besucher nicht nur 360-Grad-Panorama-Aufnahmen bewundern, sondern in Infoboxen sind interessante Hintergrunddetails zum Museum zu finden. In kleinen Video-Boxen bekommen die virtuellen Gäste außerdem einen Eindruck, wie belebt das Museum bei Veranstaltungen normalerweise ist. Derzeit wird intensiv am kompletten Rundgang durch das Museum gearbeitet. Zudem wird das Angebot auch für Screenreader und ähnliche Unterstützungsmittel hin optimiert.

Das Museumsteam, das die Oberpfälzer Vergangenheit anschaulich macht, setzt natürlich weiterhin auf Präsenz und versperrt sich nicht dem Fortschritt. Das Obergeschoss im Ausstellungsgebäude stand bisher nur bedingt für Veranstaltungen, Ausstellungen oder Workshops zur Verfügung. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität war es nicht erreichbar. Rollstuhlfahrer mussten die Treppe hinaufgetragen werden. Das hat sich den Winter über durch den Einbau des Treppenplattformliftes geändert, der mit den Fördermitteln des "Soforthilfeprogramms Heimatmuseen" des DAV (Deutscher Verband für Archäologie) realisiert werden konnte.

Der neue Lift erleichtert den Besuch, zum Beispiel von Ausstellungen im Obergeschoss, des Ausstellungsgebäudes.

"Durch das Soforthilfeprogramm Heimatmuseen des Deutschen Verbandes für Archäologie konnten wir in kurzer Zeit auf die schwierige Situation, die die Corona-Pandemie verursacht hat, reagieren. Wir haben mit dem 3D-Rundgang und dem Plattformlift kreative und innovative Lösungsansätze für den Lockdown entwickelt, deren Umsetzung nachhaltig auch weit bis in die Zeit nach der Pandemie hinein wirkt," freut sich Museumsleiter Tobias Hammerl. Der Rundgang und der Lift wurden außerdem bezuschusst von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Das ist Hammerl wichtig. Eine neue E-Lade-Station trägt dem Fortschritt ebenfalls Rechnung.

Ganz generell setzt das Team um Tobias Hammerl auf Öffnung, vermutlich unter den im vergangenen Jahr ausgearbeiteten und erprobten Hygienevorschriften. Bereits 2020 wurden Führungen und Veranstaltungen unter Pandemiebedingungen angeboten. "Das Programm ist in den Schubladen", sagt der Chef.

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Der virtuelle Rundgang

"Durch das Soforthilfeprogramm für Heimatmuseen des Deutschen Verbandes für Archäologie konnten wir in kurzer Zeit auf die schwierige Situation, die die Corona-Pandemie verursacht hat, reagieren."

Tobias Hammerl, Leiter des Freilandmuseums des Bezirks Oberpfalz

Tobias Hammerl, Leiter des Freilandmuseums des Bezirks Oberpfalz

 

 

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