29.06.2021 - 15:20 Uhr
NabburgOberpfalz

Wahlen in französischen Partnerstädten: Nur ein Drittel gibt Stimme ab

Republikaner und Sozialisten sind frankreichweit Sieger der Regionalwahlen. Nabburgs Partnerstadt Castillon-la-Bataille und Schwandorfs Partner in Libourne liegen im Trend – auch was die schwache Wahlbeteiligung angeht.

Eine Person wirft bei den Regionalwahlen in Frankreich ihren Stimmzettel in eine Wahlurne. Bei der entscheidenden Runde der Abstimmung am Sonntag lag die Beteiligung auch in Libourne und Castillon-la-Bataille bei nur etwa einem Drittel.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Franzosen waren am Sonntag zur zweiten, entscheidenden Runde der Regional- und Departement-Wahlen aufgerufen. Republikaner und Sozialisten und Grüne feierten Erfolge. Die Partei von Präsident Emmanuel Macron, LREM, kam landesweit nur auf etwa sieben Prozent. Marine Le Pens rechtsextremem Rassemblement National (RN) gelang es nicht, eine Region zu erobern.

Libourne und Castillon-la-Bataille liegen beide in der Region Nouvell-Aquitaine. Die Regionalwahl gewann der bisherige Präsident des Regionalrats, Alain Rousset, der die Liste der vereinigten Linken (LUG) anführt, mit 39,5 Prozent. Sein Bündnis erreicht im Regionalrat aufgrund des besonderen Wahlsystems in Frankreich eine klare Mehrheit und kommt auf 101 Sitze, gefolgt von der Liste der extremen Rechten (LRN) mit 19,11 Prozent (26 Sitze). Die konservativen Republikaner (14,2 Prozent, 19 Sitze) liegen gleichauf mit der Liste der Grünen. Die Centrumspartei (LUC) erreichte mit 13 Prozent 18 Sitze. Die Regionen Frankreichs sind von der Größe her mit Bundesländern in Deutschland zu vergleichen, haben aber deutlich weniger Entscheidungsbefugnisse.

Rousset überholt Rechte

Wie in ganz Frankreich lag auch in den Partnerstädte die Wahlbeteiligung erschreckend niedrig: In Libourne gaben nur 5310 Wähler ihre Stimme ab, das sind 33,1 Prozent. Im wesentlich kleineren Castillon-la-Bataille war die Quote etwas besser: 635 Wähler bedeuteten eine Beteiligung von 34,89 Prozent.

In Castillon-la-Bataille überholte Amtsinhaber Rousset im zweiten Wahlgang die rechtsextreme LRN: Rousset kam auf 39,2 Prozent nach 28,7 Prozent bei der ersten Wahl vor einer Woche; die LRN verlor Stimmen und fiel von 31,1 auf 27,4 Prozent. Die Republikaner bekamen knapp 16, die Centrumspartei gut 10 Prozent der Stimmen. Deutlich schlechter als auf Regionalebene schnitten die Grünen mit 7,4 Prozent ab.

Libourne gab Amtsinhaber Rousset von den Sozialisten mit knapp 43,5 Prozent ein besseres Ergebnis als im ersten Wahlgang (34,4 Prozent). Auch die rechte LNR konnte leicht zulegen, von 20,6 auf 22,3 Prozent. Mit 12,4 Prozent landeten in Schwandorfs Partnerstadt die Grünen auf Platz drei, gefolgt vom Centrum (11,6) und den Republikanern (10,2 Prozent).

Extreme geschlagen

Neben den Regionalräten wurden auch die Vertreter für die Département-Räte gewählt. Libourne und Castillon-la-Bataille liegen im Département Gironde. Diese Gebietskörperschaften haben etwa die Größe von bayerischen Regierungsbezirken und werden von einem von der Pariser Regierung ernannten Präfekten geleitet. In Libourne erhielten Jean-Henri Galand und Agnès Sejournet (Sozialisten und Grüne) 67,2 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang und sind gewählt. 32 Prozent erhielt die extreme Rechte. In Castillon-la-Bataille erhielten Jacques Breillat und Liliane Poivert (Republikaner) 72 Prozent der Stimmen. Auch sie sind gewählt und schlugen ihre Konkurrenten von der extremen Rechten aus dem Feld.

Erste Runde der französischen Regionalwahlen 2021

Schwandorf
Hintergrund:

Nouvelle-Aquitaine

  • Unser Nachbarland Frankreich zählt 18 Regionen, davon 13 in Europa, fünf sind Überseegebiete.
  • Libourne und Castillon-la-Bataille gehören zur Region Nouvelle-Aquitaine (Neu-Aquitanien) im Südwesten.
  • Nouvelle-Aquitaine ist die flächenmäßig größte Region Frankreichs, zählt knapp 6 Millionen Einwohner.
  • Größte Stadt: Bordeaux (rund 260 000 Einwohner).
  • Die Region ist in zwölf Départements unterteilt, darunter die Gironde: In ihr liegen Libourne und Castillon-la-Bataille.
  • Gironde heißt der Mündungstrichter, der nach dem Zusammenfluss von Dordogne und Garonne westlich Bordeaux in den Atlantik mündet.

 

 

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