23.01.2019 - 18:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Warten auf genaue Zahlen

Die Grundlagenermittlung für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg ist noch in Arbeit. So viel wird bei einem Treffen des Koordinierungsrats in Marktredwitz klar. Das Thema Lärmschutz spielt kaum eine Rolle.

Ob kleine Bahnübergänge wie dieser in Haindorf bei Nabburg nach der Elektrifizierung der Strecke Hof-Regensburg erhalten bleiben, ist noch völlig offen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Der Zeithorizont von 20 Jahren, bis die Strecke elektrifiziert sein soll, ist für Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier (CSU) zu lang. "Das muss schneller gehen", sagte Holmeier den Oberpfalz-Medien. Er habe am Montag das Jahr 2025 ins Spiel gebracht. Holmeier nahm wie weitere Politiker aus der Region und Vertreter von Bürgerinitiativen aus betroffenen Orten entlang der Strecke an dem Treffen in Marktredwitz teil.

Nach den bei der Sitzung vorgelegten Zahlen werden auf der Strecke, die als "Ostkorridor" die Häfen im Norden mit dem Süden und den Nachbarländern verbinden soll, pro Tag zwischen Weiden und Schwandorf gut 55 Güterzüge verkehren (Zahlen jeweils für beide Richtungen). Dazu kommen etwa 50 Züge aus dem Personen-Fernverkehr und der Nahverkehr. Das sind derzeit gut 60 Züge pro Tag. Gegenüber dem Jetzt-Stand wären das dann im Jahr 2030 mehr als doppelt so viele Zugbewegungen.

Der Güterverkehr nehme in der Zugzahl nicht so stark zu, wie zunächst angenommen, sagte Holmeier. Das liege daran, dass die einzelnen Güterzüge länger werden sollen. Um den Verkehr auf der Strecke reibungslos fließen zu lassen, seien Überholgleise nötig, hat Holmeier in Marktredwitz erfahren. Diese sollen bei Klardorf, Schwandorf, Nabburg und Wernberg-Köblitz entstehen. In Wernberg ist auch ein neues Stellwerk vorgesehen, für das in diesem Jahr die Planfeststellung beginnen soll. Außerdem wird dort ein neuer Mittelbahnsteig gebaut, auch eine Fußgängerbrücke ist vorgesehen. Holmeier hat seinen Worten nach auch das Thema Barrierefreiheit angesprochen. Das Geld für den Bahnhof Schwarzenfeld stehe bereit. Wenn Bund und Land Geld locker machen, meinte Holmeier, seien zumindest die Planungen für die weiteren größeren Bahnhöfe wie Schwandorf oder Weiden zu finanzieren. "Die Bahnvertreter sagten, das sei machbar", sagte Holmeier den Oberpfalz-Medien. Dass der Umbau an den großen Bahnhöfen schneller gehen müsse, da sei er sich mit Oberbürgermeister Andreas Feller einig.

Anton Schopper (Bürgerinitiative Bahnlärm Nabburg) war ebenfalls in Marktredwitz. "Da ist für uns nicht viel raus gekommen", sagte der BI-Sprecher. Der Lärmschutz für die betroffenen Kommunen sei kaum Thema gewesen. Die BI setze sich für ein Monitoring ein, um den tatsächlichen Lärm der Züge zu ermitteln. Auch wenn nicht ganz so viele Güterzüge wie befürchtet, dafür aber längere die Strecke nutzen, sei der Lärmschutz dringend geboten. Bis Mitte des Jahres wolle die Bahn Kontakt zu den betroffenen Kommunen aufnehmen. Die BI warte gespannt auf die Ergebnisse der Grundlagenermittlung und der Untersuchungen für die Lärmvorsorge. Damit rechnet Schopper bis zum dritten Quartal. "Wir werden das weiter kritisch begleiten."

Auch was die kleinen Bahnübergänge beispielsweise in Haindorf oder an der Ledermühle anbetrifft, gibt es laut Schopper nichts Neues. Ob sie erhalten bleiben, dürfte auch davon abhängen, von wie vielen Verkehrsteilnehmern die Übergänge genutzt werden. Das nächste Treffen des Koordinierungsrates soll laut Schopper am 28. Oktober in Weiden stattfinden.

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