25.03.2019 - 13:33 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Ringelfelsenweg: OWV fühlt sich "übergangen"

Es gab teils hitzige Debatten. Diese waren von Schuldzuweisungen und möglichen Versäumnissen dominiert und überlagerten die Jahreshauptversammlung des Zweigvereins Neualbenreuth des Oberpfälzer Waldvereins.

Das neu gewählte Vorstandsgremium des OWV-Zweigvereins Neualbenreuth. Von links Meinhard Köstler, Rudi Sporrer, Thomas Küblböck, Helmut Schnurrer, Eva Ristl, Richard Jechura, Wolfgang Plonner und Bürgermeister Klaus Meyer.
von Konrad RosnerProfil

Bei dem Treffen am Samstag im Gasthof "Tillenblick" wurden Konflikte deutlich. Hauptauslöser war der Ringelfelsenweg. Diesen markiert hatte Wegepate Michael Rückl, der auch die Ringelfelsenhütte bewirtschaftet.

Wernersreuth bei Neualbenreuth

Sowohl Walter Küblböck als auch Meinhard Köstler monierten dies. „Wir vom OWV wurden überhaupt nicht gefragt, wir wurden übergangen.“ Köstler erklärte in diesem Zusammenhang, dass es bei der Zusammenarbeit mit der Gemeinde noch viel Luft nach oben gebe. Köstler und Küblbeck bescheinigten Rückl, eine hervorragende Arbeit gemacht zu haben. Doch ganz fehlerlos sei diese nicht gewesen. Vorsitzende Eva Ristl erklärte: „Es war abzusehen, dass der OWV das Wegenetz nicht mehr unterhalten kann, schon alleine vom Alter der Mitglieder her.“

Bürgermeister Klaus Meyer war sichtlich erregt, als er feststellte: „Also ihr könnt die Arbeit nicht mehr machen, was auch legitim ist." Dann würden sich andere Helfer um diese Aufgaben kümmern; darüber sei man sehr erfreut. "Und dann wollt ihr über die bestimmen, wie und was sie zu machen haben?“ Dies sei kaum durchsetzbar, sagte Meyer mit dem Hinweis auf die ehrenamtliche Tätigkeit.

"Ich bin verwundert, was hier abläuft", so Meyer, der wegen einer anderen Veranstaltung etwas später kam. Seit er 2014 Bürgermeister geworden sei, habe der OWV immer wieder erklärt, er könne die Wege nicht mehr unterhalten und pflegen. "Aber ich habe auch keine Lösung parat.“ Eigentlich sei Michael Rückl deshalb ein absoluter Glücksfall. Dieser sei zwar nicht Mitglied beim OWV, aber er habe den Weg nach den neuesten Erkenntnissen markiert und sogar digitalisiert.

Der Bürgermeister war sichtlich "angefressen", zumal es schon ein gemeinsames Gespräch der OWV-Vertreter mit Rückl gegeben habe. Er, Meyer, sei der Meinung gewesen, dass die Missverständnisse aus dem Weg geräumt seien. Seit diesem Treffen habe er nichts mehr gehört. „Ihr wisst doch, wo das Rathaus ist. Warum hat zu mir keiner etwas gesagt?“ Meyer trat dafür ein, jungen Leuten eine Chance zu geben. "Sie haben ihre eigenen Ideen, gebt ihnen doch Vertrauen.“

Der Bürgermeister betonte, dass der OWV sich viele Verdienste um die Erhaltung und Markierung der Wanderwege erworben habe. Gerade auch deshalb sei der OWV nicht „abserviert“ worden, wie es hieß. „Ihr habt gesagt, ihr macht es nicht mehr." Im Hinblick auf eine Aussprache mit Michael Rückl und dem OWV – an der Spitze Eva Ristl – fragte Meyer: „Hat denn eure Vorsitzende euch über das Ergebnis nicht informiert?“

In der Folge gab es noch einige Wortgefechte. Walter Küblböck betonte einmal mehr, dass der OWV bei der Erstellung des Ringelfelsenweges nicht mit eingebunden gewesen sei. Er warte bis heute auf die Gespräche mit den neuen Wegepaten, geschehen sei bisher noch nichts. Auch dies wies Bürgermeister Klaus Meyer entschieden zurück. „Wenn ihr wollt, dann machen wir halt noch ein zweites Gespräch.“

In ihrem Rechenschaftsbericht verwies Eva Ristl darauf, das der OWV-Zweigverein – „ein Verein mit einer großen Tradition“ – aktuell 124 Mitglieder habe. Im gesellschaftlichen Bereich sei die „Wirtshaus-Musi“ im Grenzlandturm der absolute Geheimtipp. In diesem Zusammenhang zeigte sie sich erfreut, dass der Turm sehr gut angenommen werde. Als Wanderwartin verwies sie auf acht Wanderungen im vergangenen Jahr. Weniger zufriedenstellend sei das Johannisfeuer gewesen: Das schlechte Wetter habe viele Besucher abgehalten. Kräuterwanderungen und die Beteiligung beim Nordgautag-Umzug in Wiesau als Höhepunkt sowie eine Barfußwanderung zum Ferienprogramm nannte die Vorsitzende als weitere bedeutsame Ereignisse.

Von der Arge Grenzlandturm berichtete Arthur Sommer. Neben mancher Reinigungs- und Mäharbeiten standen auch weitere Instandsetzungsarbeiten auf dem Programm. Erfreut zeigte er sich, dass der Turm nun einen Breitbandanschluss erhalten habe.

Einen Einblick in die Finanzen des Vereins gewährte Kassierer Wolfgang Plonner. Wie bereits im Vorjahr war keiner der Kassenprüfer erschienen. Nachdem Plonner von daheim das Kassenbuch geholt hatte, verlas daraus Bürgermeister Klaus Meyer den Eintrag der beiden Kassenprüfer Gregor Köstler und Christian Maischl. So wurde der Kassier sowohl für 2017 als auch für 2018 entlastet.

In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Klaus Meyer den OWV-Zweigverein für sein ehrenamtliches Engagement, betonte jedoch auch, dass gegenseitige Schuldzuweisungen weder den OWV noch die Gemeinde weiter brächten. Vielmehr gehe es darum, dass es dem OWV gelingen müsse, das Ruder herum zu reißen, sprich neue und jüngere Mitglieder für seine Ideen zu gewinnen und zu begeistern. Der OWV müsse die Jugend ansprechen mit aktuellen Programmen, wie etwa dem Geo-Caching oder dem Barfußwandern. Zum Nordgautag merkte er an, dass er sichtlich stolz auf den OWV-Zweigverein gewesen sei. „Wir waren eine der stärksten Kommunen, die in Wiesau vertreten waren.“ Abschließend bot er seine Mithilfe an, um die Zwistigkeiten und Missverständnisse endlich zu beseitigen.

Bürgermeister Klaus Meyer war sichtlich irritiert und zugleich enttäuscht. Dies brachte er auch zum Ausdruck: "Ich bin verwundert, was hier abläuft."
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Ehrungen und Neuwahlen

Für 10 Jahre Mitgliedschaft wurde Lorenz Frank geehrt, für jeweils 25 Jahre Vereinstreue wurden Werner F. Altnöder, Jochen Riederer, Carolin Weber und Markus Sporrer ausgezeichnet. Für jeweils 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Meinhard Köstler und Helmut Schnurrer gewürdigt. Walter Küblböck wurde wegen seiner vielfältigen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Bei den Neuwahlen, die Bürgermeister Meyer leitete, wurde Eva Ristl als Vorsitzende im Amt bestätigt. Neu im Amt ist der stellvertretende Vorsitzende: Der 24-jährige Thomas Küblbeck ist Nachfolger von Alfred Ullrich. Kassier ist weiterhin Wolfgang Plonner. „Ich mache es nur, wenn es zwei Kassenprüfer gibt, die auch zur Jahreshauptversammlung kommen.“ Schriftführer bleibt auch künftig Meinhard Köstler. Die neuen Kassenprüfer sind künftig Helmut Schnurrer und Rudi Sporrer. Wanderwartin wurde erneut Eva Ristl. Neuer Markierungswart ist künftig Richard Jechura, als Kartenwart bleibt Meinhard Köstler im Amt.

Der OWV-Zweigverein ehrte langjährige Mitglieder und ernannte Walter Küblböck zum Ehrenvorsitzenden. Von links Eva Ristl, Alfred Ulrich, Meinhard Köstler, Walter Küblböck, Bürgermeister Klaus Meyer und Helmut Schnurrer.
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