25.11.2021 - 12:21 Uhr
NeukirchenOberpfalz

Modernes Konzept für Neuordnung des Schulareals in Neukirchen

Ein Neubau für die Grundschule auf dem schuleigenen Pausen- und Schulsportgelände soll nach den Wünschen des Schulverbands und des Gemeinderates in Neukirchen bald umgesetzt werden. Ein Architekten-Entwurf aus Berlin konnte überzeugen.

Neukirchens Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Peter Achatzi stellte die Pläne des Gewinners aus dem Architektenwettbewerb vor. Im Altbau könnten Wohnungen entstehen.
von Jürgen LeißnerProfil

Die Grundschule des Schulverbandes Neukirchen-Etzelwang befindet sich in Neukirchen. Der Baukörper des Schulgebäudes aus den 1960er-Jahren, seinerzeit konzipiert als Volksschule mit den Jahrgangsstufen 1 bis 9, entspricht nicht mehr dem heutigen Bedarf, heißt es seitens der Gemeinde. In den vergangenen Jahren mussten durch den Schulverband viele Reparaturen als Sofortmaßnahmen mit erheblichem finanziellem Aufwand getätigt werden, um eine weitere Beschulung der Kinder zu gewährleisten, meint Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Peter Achatzi.

Im Rahmen der anlaufenden Dorferneuerung in Neukirchen entschloss sich die Gemeinde Neukirchen deshalb zusammen mit dem Schulverband, einen Architektenwettbewerb zur Neuordnung des Schulareals auszuschreiben. Gegenstand des Wettbewerbs war die städtebauliche Neuordnung des gesamten Areals als städtebaulicher Realisierungs- und Ideenteil. Dazu gehörten die Neukonzeption der Grundschule einschließlich der zugehörigen Frei- und Sportanlagen und die Gemeinschaftsnutzungen für das Dorf mit der neuen Mehrzweckhalle als Realisierungsteil sowie ein Bereich mit zeitgemäßer und zukunftsfähiger Wohnbebauung als Ideenteil. Bei einem entsprechend schlüssigen und wirtschaftlichen Konzept war auch der Erhalt oder ein Teilerhalt der bestehenden Schulgebäude denkbar, hieß es.

Lernhaus-Konzept

Als Grundlage für die Neukonzeption der Schule diente ein pädagogisches Konzept, das in Abstimmung mit der Schulleitung ausgearbeitet wurde und im Wettbewerb als Lernhauskonzept räumlich umgesetzt werden sollte. Nun gab es Ergebnisse. 22 Architekten reichten Pläne beim beauftragten Büro Oberpriller ein. Nun fand die nichtöffentliche Sitzung des Preisgerichtes statt. Über elf Stunden beschäftigte sich das zehnköpfige Gremium, darunter fünf Architekten und die Bürgermeisterkollegen Peter Achatzi und Roman Berr mit den Vorschlägen.

Mit seinen Vorschlägen zur Errichtung einer modernen Schule nach dem Lernhaus-Konzept überzeugte das Studio Kubik Architekten aus Berlin das Gremium (https://www.studio-kubik.de). Der Architekt kombiniert seine Planung für den Schulneubau mit der Idee einer privaten Nachnutzung des bestehenden Schulgebäudes, ohne einen Abriss nötig zu machen. Durch eine Erweiterungsmöglichkeit des Schulgebäudes kann eine Anpassung auf heute noch nicht absehbare zukünftige Bedarfe sichergestellt werden.

Vorstellungen mit vielen Ideen

Der mögliche Schulbau findet seinen Platz in der gewachsenen Landschaft auf dem jetzigen Schulsportgelände mit dem umgebenden Ring aus prägendem Gehölz und lässt einen behüteten Schulhofbereich und einen großzügigen multifunktionalen Vorplatz entstehen. Funktionale Einheiten bilden Lernhäuser entlang einer inneren Promenade, so der Vorschlag.

Bis zu vier Klassen sollen mit ihren Neben- und Teamräumen je ein Lernhaus bilden. Je zwei Klassenräume lassen sich bei Bedarf mit einem Gruppenraum zusammen- oder in Reihe schalten.

Nachhaltigkeit wichtiges Merkmal

Das Berliner Architektenbüro ist überzeugt, dass auch die Gebäude einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Durch die Verwendung nachwachsender Baustoffe und einem hohen Standard an Wärmedämmung ist das Gebäude über den gesamten Lebenszyklus nachhaltig und schont Ressourcen, heißt es im Konzept weiter. Eingeplant sind Photovoltaik und Solarthermie auf den Dachflächen sowie eine Wärmepumpe zur bedarfsweisen Heizung und Kühlung der kontrollierten Belüftung. Aus städtebaulicher Sicht bildet das Schulzentrum mit seiner Sport- und Mehrzweckhalle einen Campus am Dorfrand. Der heutige Schulstandort könnte in der Zukunft auch zu einem gemeinschaftlich orientierten Wohnquartier umgenutzt und erweitert werden, hieß es.

Vorsitzender Achatzi war sehr angetan von den Vorschlägen aus Berlin. Das Konzept eines Lernhauses habe er sich mit den Mitgliedern des Schulverbandes und Vertretern des Schulamtes bereits in einer Münchener Schule angeschaut. "Alle Teilnehmer waren hellauf begeistert, weil sich dieses pädagogische Konzept hervorragend für die Umsetzung des neuen Lehrplans eignet", so der Vorsitzende.

Tolle Aktion in der Schule Neukirchen

Neukirchen

Alle Vorschläge und die Siegerpräsentation

So soll der Außenbereich zur neuen Schule in Neukirchen aussehen.
So soll der Innenbereich zur neuen Schule in Neukirchen aussehen.

 

 

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