02.06.2020 - 11:50 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Gemeinsam für einen sauberen See

Der Nährstoffeintrag sorgt regelmäßig für die Blaualgenblüte im Eixendorfer Stausee. Landwirte und Behörden versuchen in der Initiative "boden:ständig", Lösungen zu finden.

Bodenbearbeitung direkt im Anschluss an die Düngerausbringung heißt: Ausgasung minimieren und Mulchauflage schaffen. Das soll auch helfen, die Wasserqualität im Eixendorfer See zu verbessern.
von Externer BeitragProfil

Im Eixendorfer Stausee kommt es regelmäßig zu einer Blaualgenblüte aufgrund einer hohen Nährstoffbelastung des Gewässers. Koordiniert vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz haben sich im direkten Seeumfeld die Landwirte in der Initiative "boden:ständig" zusammengeschlossen, um gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten.

Wasserberaterin Eva Spießl-Mayr vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Cham und Pflanzenbauberater Siegfried Schiessl vom Erzeugerring Oberpfalz haben auf dem Acker von Alfred Bauer Feldversuche organisiert. Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie bei gleichbleibendem Ertrag ein erosionsmindernder Ackerbau betrieben werden kann. Das teilte die Stadt Neunburg vorm Wald mit.

Mais als Futter- und Energiepflanze ist fester Bestandteil in einer abwechslungsreichen, modernen Fruchtfolge. Leider ist er als Jungpflanze einem erhöhten Erosionsrisiko ausgesetzt. Denn genau zu dieser Zeit im Frühjahr kommt es häufig zu Starkregenereignissen und damit zu Boden- und Nährstoffverlusten auf dem Acker. Diese Austräge landen letzten Endes in Gewässern.

Was tut der Landwirt dagegen? Er sät im Herbst eine Zwischenfrucht. Sie nimmt Nährstoffe auf und generiert Pflanzenmasse durch Wachstum. Die Pflanzendecke schützt den Boden vor der Aufprallenergie der Regentropfen, auch wenn die Pflanzen abgefroren sind. Nach dem Motto „Jeder Halm ein Damm“ wird kurz vor der Maisaussaat der Boden flach bearbeitet, so dass möglichst viele Pflanzenteile auf der Oberfläche liegen bleiben. Die Mulchauflage schützt den Acker bei Regenereignissen vor Abschwemmung bis sich die Kulturpflanzen voll entwickelt haben.

Auf dem Versuchsfeld an der "Rentnerbucht" des Eixendorfer Sees wurde eine Vielzahl von Zwischenfruchtmischungen ausgesät. „Für eine gescheite Mulchauflage sind starkwüchsige Sorten, wie Senf und Ölrettich, unschlagbar“, so Landwirt Alfred Bauer. Jedoch werden Bodengare, Bodenleben und Humusbildung von ausgewogeneren Mischungen mehr gefördert. Auch die Pflanzengesundheit dürfe nicht vergessen werden, ergänzte Markus Piehler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf. In Fruchtfolgen mit Kreuzblütlern sollte bei der Wahl der Zwischenfrucht auf Wirtspflanzen für Weißstängeligkeit, wie etwa Gelbsenf, verzichtet werden. Sonst könne die Zwischenfrucht Krankheiten auf die Folgekultur übertragen.

In der Initiative "boden:ständig" werden landwirtschaftliche Bewirtschaftungsformen und bautechnische Lösungsansätze zur Wasserrückhaltung kombiniert, um der Erosion und Überflutung an anderer Stelle entgegenzuwirken. Dabei arbeiten Landwirte, Vertreter von Gemeinden, landwirtschaftlichen Fachstellen und Wasserwirtschaft eng zusammen. Koordiniert werden die Projekte in der Oberpfalz vom Amt für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth.

Die Mulchauflage soll den Boden vor Erosion schützen.

Auch Entnahmeturm soll helfen

Neunburg vorm Wald

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