Neunkirchen bei Weiden: Bei Scheunenbrand Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Am Montagmorgen gegen 3.45 Uhr schrecken Anwohner der Pfarräckerstraße in Neunkirchen hoch. Eine Scheune in der Nachbarschaft steht lichterloh in Flammen. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen und schließt Brandstiftung nicht aus.

Noch bevor der Wecker klingelt, ist am frühen Montagmorgen für viele Neunkirchener die Nacht vorbei. Die Feuerwehr ist damit beschäftigt, dass ein Scheunenbrand im Ortskern nicht auf Häuser übergreift.
von Jürgen MaschingProfil
Mehrere Löschzüge eilen zum Einsatzort.

Mehr als 80 Einsatzkräfte rücken im Morengrauen aus. Neben der Feuerwehr Neunkirchen waren Löschtrupps aus Weiden sowie Frauenricht und Neustadt/WN unterwegs. Glück im Unglück: Das Feuer brach direkt hinter dem Feuerwehrhaus aus, die Feuerwehr Neunkirchen konnte sofort eine Schlauchleitung zum Brandort legen. Die Floriansjünger versuchten sofort ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude zu verhindern, was auch gelang. Der Brand war relativ schnell gelöscht. Die Scheune brannte aus. Da im Innern keine Stromquellen existieren, kein Heu eingelagert war und keine Maschinen abgestellt waren, ist die Brandursache rätselhaft. Dem Vernehmen nach hat ein Zeuge zur Tatzeit einen Unbekannten vom Brandort weglaufen sehen.

Das bestätigt die Polizei auf Anfrage von Oberpfalz-Medien nicht. Die Beamten sahen sich am Montag noch einmal vor Ort um und befragten zahlreiche Nachbarn, detaillierte Vernehmungen sollen folgen. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wird am Dienstag eventuell ein Gutachter bestellt. Auch zur Schadenshöhe können die Ermittler noch keine Angaben machen.

Etwas mehr Klarheit herrscht zu Scheunenbränden vergangene Woche in Neustadt und zuvor im Flosser Ortsteil Gösen (wir berichteten). In beiden Fällen ist kein Vorsatz erkennbar. Vermutlich hatte sich Heu selbst entzündet.

Die Scheune brennt vollständig aus.
Heißes Heu:

Fast täglich gingen in den vergangene Tagen in der Region Meldungen zu Bränden von Stroh oder Heu auf Feldern ein. Das sind Auswirkungen der heißen und trockenen Wochen. „Ein Funke genügt und mehrere Hundert Quadratmeter stehen in Flammen“, erklärt Neustadts Kreisbrandrat Marco Saller. Tückisch ist es, wenn sich Heu selbst entzündet. Das geschieht durch Gärungsprozesse, wenn Heu zu feucht eingelagert wird. Daher sind im Sommer Überwachungsmaßnahmen Vorschrift. Bei Missachtung kann dies einen Landwirt teuer kommen. Zur Vorbeugung dienen Belüftungsanlagen oder Heusonden zur Temperaturmessung. Die Temperatur in einem Heustock sollte unter 50 Grad liegen. Darüber ist höchste Vorsicht geboten, ab 60/70 Grad ist die Feuerwehr einzuschalten. „Ab einem Schwellenwert über 45 Grad sollten die Messintervalle verkürzt werden“, rät Saller. Von Vorteil sei, wenn Bauern Güllefässer in Trockenperioden mit Wasser füllen. Im Brandfall sei dies bei Löscharbeiten hilfreich. (phs)

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