06.07.2021 - 11:52 Uhr
NeusorgOberpfalz

Auftakt zur Aktionswoche "70 Jahre Wasserversorgung" Neusorg: Qualität des Trinkwassers verändert sich

Zum Auftakt der Aktionswoche "70 Jahre Wasserversorgung" gab es im Gemeinderat Neusorg eine Festsitzung. Bürgermeister Peter König machte einen Rundumschlag zum Thema Wasser und ging dabei auch auf die aktuelle Situation ein.

Neusorger Quellwasser enthält die 0,25-Liter-Flasche, die Bürgermeister Peter König bei der Festsitzung zum Auftakt der Aktionswoche „70 Jahre Neusorger Wasserversorgung“ präsentierte.
von Hubert BrendelProfil

Eine Festsitzung des Gemeinderates in der Rektor-Haindl-Aula war der Auftakt der Aktionswoche "70 Jahre Wasserversorgung Neusorg". Bürgermeister Peter König führte durch eine Präsentation, die die Entwicklung der Neusorger Wasserversorgung veranschaulichte. Diese war geprägt von stetigen Erweiterungen und von nicht unerheblichen Investitionen, wodurch die Versorgungssicherheit gewährleistet werden konnte.

Natürlich blieb die aktuelle bakteriologische Verunreinigung des Trinkwassers der Kommune nicht unerwähnt. "Wir alle haben schwere Tage hinter uns", fasste der Bürgermeister die Situation zusammen und ergänzte: "Nach wie vor ist die Ursache nicht bekannt." Chlorungsmaßnahmen wurden bisher nicht vorgenommen. Nach seinen Worten verändert sich die Qualität des Trinkwasser und sei somit aktuell instabil. Als positiv wurde die Einspeisung durch den Wasserzweckverband (WZV) Oberes Fichtelnaabtal bewertet. Ebenso die Reaktion der Gemeindebürger, bei denen kein Unmut festgestellt wurde. Zudem wertete König die 388 Rückmeldungen zum Aufruf über eine installierte Brauchwasserleitung als positiv.

Grundwasserspiegel gesunken

Mit der Auftaktveranstaltung zur Aktionswoche sollte verdeutlicht werden, wie wichtig einwandfreies Trinkwasser ist. Der Rathauschef fügte hinzu: „Wasser ist nicht alles, aber ohne Trinkwasser ist alles nichts.“ Er räumte ein, dass das Vorkommen der Quellwasserfassungen zurückgegangen ist, was bedeutet, dass der Grundwasserspiegel gesunken ist.

Seine Zeitreise, mit der von ihm und der Auszubildende zur Verwaltungsangestellten Julia Haider erstellten Präsentation, führte zurück ins Jahr 1948 mit der ersten Notversorgung. Eine erste Kostenberechnung für eine eigene Wasserleitung zwei Jahre später ergab nach dem Bauentwurf einen finanziellen Aufwand von 300 000 Deutsche Mark, doch dieser verminderte sich bei der Bauvergabe der Bauleistungen an die Firma Markgraf in Immenreuth auf 230 000 Deutsche Mark. Diese Maßnahme wurde begleitet von Hand- und Spanndiensten der Bürger. Am 2. September 1951 erfolgte schließlich die Einweihung durch den damaligen Bürgermeister Johannes Lohr.

Mit einem Kostenaufwand von 85 000 Deutsche Mark wurden zwei Jahrzehnte später zwei neue Quellen zur Verbesserung der Neusorger Wasserversorgung gefasst. Die Präsentation mit einer Fülle von Bildern und Zeitungsartikeln aus vergangenen Tagen spannte einen weiten Bogen zur Neusorger Wasserversorgung mit ihrer stetigen Weiterentwicklung. Es folgten mit Erfolg durchgeführte Tiefbohrungen, die Ausweitung eines Wasserschutzgebietes in Riglasreuth und Wernersreuth sowie der Spatenstich für einen neuen Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 500 Kubikmetern sowie auch für das Maschinenhaus im „Mauswinkel“. Wie aus dem historischen Rückblick hervorging, war eine Generalsanierung der Wasserversorgung Mitte der 1990er Jahre mit 8 Millionen Deutsche Mark veranschlagt, doch diese konnte letztendlich mit Kosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro bewerkstelligt werden.

Neue Herausforderungen

Neue Herausforderungen

In der Festveranstaltung warf Bürgermeister König auch einen Blick in die Zukunft. Schon im kommenden Jahr steht die Kommune in der Trinkwasserversorgung vor neuen Herausforderungen. Die aufgelisteten Maßnahmen erstrecken sich auf die Ertüchtigung der Fernwirkeinrichtung, die Neubeschichtung und Einhausung des Saugbehälters und der Einstiegsbereiche, die Verlängerung der wasserrechtlichen Ableitungsgenehmigung sowie eine Teilsanierung der insgesamt 23,4 Kilometer umfassenden Rohrleitungen.

„Beeindruckend“, bezeichnete CSU-Fraktionssprecher Günther Fütterer die aufschlussreiche Präsentation und sagte: „Wir können stolz und dankbar sein, eine sichere Wasserversorgung zu gewährleisten.“ Stets sei großer Wert auf sauberes Trinkwasser gelegt worden, dem die Kommune Rechnung getragen habe. Zudem brach er eine Lanze für eine kommunale Wasserversorgung. „Wasser ist für Tiere und Menschen gleichermaßen eine Existenzgrundlage“, verdeutlichte SPD-Fraktionssprecher Robert König. An das Trinkwasser werden hohe Qualitätsanforderungen gestellt gegenüber anderen Lebensmitteln. König erinnerte an die kostenintensiven Maßnahmen. „Es wurde ständig erweitert, erneuert und verbessert“, resümierte ÜWG-Fraktionssprecherin Erni Bühl bei der Festsitzung zur Aktionswoche und ergänzte: „Wir haben ein sehr gutes Trinkwasser als Basis für ein gesundes Leben.“

Neusorger Quellwasser

Mit einer Anekdote vom Neusorger Ehrenbürger und Altbürgermeister Günther König zu "70 Jahre Wasserversorgung Neusorg" wurde die Festsitzung abgerundet. Er erinnerte an die Wasserlieferung durch den Wasserzweckverband Oberes Fichtelnaabtal, "der Wasser liefern wollte, wann sie, und nicht wann wir wollten". Passend zur Festsitzung gab es für die Gemeinderatsmitglieder und den geladenen Gästen eine 0,25-Liter-Flasche mit Neusorger Quellwasser, abgefüllt an der Quelle der Neusorger Trinkwasserversorgung durch die Wasserwarte Norbert Schwarz und Richard König.

Weitere Infos zur Aktionswoche "70 Jahre Wasserversorgung" in Neusorg

Neusorg

"Wasser ist nicht alles, aber ohne Trinkwasser ist alles nichts."

Bürgermeister Peter König

"Wir können stolz und dankbar sein, eine sichere Wasserversorgung zu gewährleisten."

CSU-Fraktionsvorsitzender Günther Fütterer

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.