29.06.2021 - 13:58 Uhr
NeusorgOberpfalz

Bakterien im Trinkwasser in Neusorg: Belastung vermutlich im Ortsnetz

„70 Jahre Wasserversorgung Neusorg“ kann die Kommune heuer feiern. Das Jubiläum steht allerdings im Zeichen der derzeitigen Trinkwasserverunreinigung. Und auch in Pullenreuth muss das Wasser abgekocht werden.

Die Neusorger müssen weiterhin ihr Trinkwasser abkochen.
von Hubert BrendelProfil

Die Errichtung einer öffentlichen Wasserversorg vor sieben Jahrzehnten sollte in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken. „Doch wird die Freude über dieses Jubiläum von der aktuellen bakteriologischen Belastung des Trinkwassers in der Gemeinde Neusorg überschattet“, sagte Bürgermeister Peter König eingangs der Sondersitzung des Gemeinderates.

Wie er zu verstehen gab, würden die Verantwortlichen der Kommune alles unternehmen, um der Situation Herr zu werden. Er stehe in stetiger Verbindung mit dem Gesundheitsamt Tirschenreuth, um die Trinkwasserproben zu analysieren und Maßnahmen abzustimmen. Nach seinen Worten tappt die Gemeinde zur Herkunft der Trinkwasserbelastung im Dunkeln. Das Trinkwasser, das das Wasserwerk im „Mauswinkel“ verlässt, sei nach mehrfacher Beprobung ständig in einem einwandfreien Zustand, es seien keinerlei Verunreinigungen festzustellen, unterstrich das Gemeindeoberhaupt. Nach seiner Einschätzung liegt das Problem am Ortsnetz. Durch das Spülen der Rohrleitungen waren bisher keine Erfolge zu verzeichnen.

Nur noch eine Fließrichtung

Weil der Hochbehälter über das Ortsnetz befüllt wird, wurde beschlossen, diesen Befüllungsvorgang auszusetzen. Dank einer Verbindungsleitung zum Wasserzweckverband Oberes Fichtelnaabtal kann das notwendige Trinkwasser in den Hochbehälter der Gemeinde Neusorg eingespeist werden. Damit wird das Ortsnetz nur noch in eine Fließrichtung betrieben und unterstützt die Spülvorgänge.

Derzeit werden täglich an verschiedenen Stellen des Ortsnetzes Wasserproben entnommen: Vergangenen Montag waren es insgesamt zehn, um daraus Fortschritte ableiten zu können. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Ursache völlig unklar und nichts kann ausgeschlossen werde, trotz Chlorungsmaßnahmen. Das Gemeindeoberhaupt verwies darauf, dass beim Betreiben einer Brauchwasserinstallation keine Verbindung zur Trinkwasserinstallation bestehen darf. Er sei für entsprechende Hinweise sehr dankbar und versicherte, dass jeder Hinweis vertraulich behandelt werde.

Aktionswoche "Wasserversorgung"

Trotz und auch wegen der belastenden Situation wolle der Rathauschef an der Aktionswoche „70 Jahre Wasserversorgung Neusorg“ von Montag, 5., bis Sonntag, 11. Juli, festhalten. „Gerade in diesen Tagen wird der Wert von einwandfreiem Trinkwasser sehr deutlich“, unterstrich König. Dass eine gesicherte Wasserversorgung keine Selbstverständlichkeit sei, solle in der Aktionswoche mit allen Beteiligten besprochen werden.

Trotz der aktuellen Situation appelliert Bürgermeister König an alle Gemeindebürger, die Abkochverordnung weiterhin ernst zu nehmen und bat darum, vorsichtig zu bleiben, ohne in Hysterie zu verfallen. Er versprach: „Es wird alles unternommen, was zu einer positiven Entwicklung beiträgt.“

„Gerade in diesen Tagen wird der Wert von einwandfreiem Trinkwasser sehr deutlich.“

Bürgermeister Peter König

Die Ursache für die bakteriologische Verunreinigung ist weiterhin unklar

Neusorg
Info:

Wasser auch in Pullenreuth abkochen

Auch die Gemeinde Pullenreuth ordnet ab sofort eine Abkochanordnung für das Trinkwasser/Leitungswasser aufgrund der Anordnung des Landratsamtes Tirschenreuth in folgenden Ortsteilen an:

  • Pullenreuth
  • Mengersreuth
  • Dechantsees
  • Arnoldsreuth
  • Harlachberg
  • Funkenau
  • Tannenhäusl
  • Rehbühl
  • Rothenfurth
  • Kellermühle
  • Kunzenlohe
  • Schindellohe
  • Dreihäuser
  • Höll

Das Gesundheitsamt empfiehlt, das Wasser circa zehn Minuten abzukochen.

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