24.09.2020 - 15:31 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

Rauher Kulm weiterhin gesperrt: Arbeiten beginnen wohl im Oktober

Die Wanderwege am Rauhen Kulm sind weiterhin gesperrt. Bisher ist keine Spur von den angekündigten Arbeiten durch die Staatsforsten. Bürgermeister Wolfgang Haberberger hat für die andauernde Sperrung kein Verständnis und wird deutlich.

Schild bei der Absperrung am Rauhen Kulm
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Es brodelt am erloschenen Vulkan. Bürgermeister Wolfgang Haberberger wird deutlich, wenn es um die Sperrung des Rauhen Kulms durch das Landratsamt, die Bayerischen Staatsforsten und die Untere Naturschutzbehörde geht. "Zwei Monate lang ist jetzt nichts geschehen. Dabei hätte im September ein Gutachten erstellt werden können. Ich werde da nicht mehr lange zuschauen", sagt Haberberger.

Grund für die Aufregung des Bürgermeisters ist die Sperrung der Wanderwege am Rauhen Kulm wegen morscher Bäume, die eine Gefahr für Besucher darstellen. Die sollen zumindest teilweise durch die Bayerischen Staatsforsten entfernt werden. Allerdings ist der Rauhe Kulm als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) eingestuft.

Bäume dienen als Lebensraum

Denn in den teils abgestorbenen und morschen Bäumen leben schützenwerte Tierarten, zum Beispiel Vögel, Fledermäuse oder Insekten. "Es handelt sich dabei etwa um Buchen, die durch die heißen Sommer gelitten haben. Sie werden durch Weißfäule zersetzt. Normalerweise würden die Buchen als Biotopbäume stehen bleiben", erklärt ein Sprecher der Bayerischen Staatsforsten vom zuständigen Forstrevier.

Rauher Kulm gesperrt: Bürgermeister wirft Staatsforsten Versäumnisse vor

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Die Bäume stellen also eine Gefahr für Wanderer dar, dienen aber gleichzeitig als Lebensraum. "Für Wanderwege besteht eine Verkehrssicherungspflicht durch den Grundbesitzer", sagt der Sprecher der Staatsforsten. Die Entfernung der Bäume ist erst möglich, wenn es artenschutzrechtlich erlaubt ist. "Ein Beginn der Arbeiten ist daher erst im Oktober möglich", teilen die Bayerischen Staatsforsten mit.

Bürgermeister Haberberger ist damit nicht zufrieden: "Es besteht ein öffentliches Interesse für den Rauhen Kulm. Er ist ein Wahrzeichen der Region und ein Besuchermagnet, der Tausende Menschen anlockt. Das muss Priorität haben." Doch er ist in diesem Fall den Behörden ausgeliefert, da es sich bei den betroffenen Gebieten nicht um Gemeindegrund handelt. "Die Untere Naturschutzbehörde will eigentlich jeden Baum erhalten. Aber irgendwann müssen sie die Sperrung wieder aufheben. Dass es sich hinzieht, war fast klar", sagt er frustriert.

Ein weiterer Punkt, der zum Zwist zwischen Stadt und Behörden führt, ist die geplante Eröffnung des neu errichteten Kulmhauses. Dieses Infozentrum wollte die Stadt eigentlich Ende September oder Anfang Oktober feierlich eröffnen.

Infozentrum Rauher Kulm: Kulmhausbau im Endspurt

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Kulmhaus soll eröffnen

Wegen der Corona-Pandemie wird die Feier etwas kleiner ausfallen, dennoch soll es ja für Besucher zugänglich sein. Bürgermeister Haberberger will sich wegen der Sperrung aber nicht abbringen lassen, schließlich wussten alle von dem Bauvorhaben und der geplanten Eröffnung. "Wir wollen das neue Kulmhaus im Oktober eröffnen. Mich sprechen ständig Besucher auf die Sperrung oder die geplante Eröffnung an. Die Leute haben großes Interesse daran", sagt er. Schließlich habe die Stadt für die Errichtung des Gebäudes den Grund von den Bayerischen Staatsforsten bekommen. "Doch jetzt passiert nichts und es ist gesperrt. Erst wird uns ein Grundstück zum Bau und dann wird abgesperrt. Das widerspricht sich doch", schimpft er.

Dass sich seit zwei Monaten scheinbar nichts getan hat und der Rauhe Kulm weiterhin gesperrt ist, will Haberberger nicht auf sich sitzen lassen. "Ich werde da auf jeden Fall weiterhin anschieben und dranbleiben." Wenn es sein muss, schließt der Bürgermeister auch juristische Schritte nicht aus.

"Gefährliche Bäume": Zugang zum Gipfel des Rauhen Kulmes gesperrt

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Blick auf den Turm am Rauhen Kulm
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