07.10.2020 - 15:44 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Corona stellt Bürgermeistern im Kreis Neustadt/WN immer neue Aufgaben

Wie organisiert man Volkstrauertag, Allerheiligen und Bürgerversammlungen in Pandemiezeiten? Das Thema brennt zurzeit jedem Bürgermeister unter den Nägeln. Doch die richtige Antwort gibt es wohl nicht.

Dicht an dicht zur Gräbersegnung. Szenen wie diese hier in Erbendorf mit Pfarrer Martin Besold soll es heuer keinesfalls geben, wünschen sich Pfarreien und Bürgermeister.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Keine Sitzung ohne das C-Thema. Das gilt auch für die Bürgermeister-Dienstversammlung aller 38 Rathauschefs aus den Landkreisgemeinden in der Stadthalle Neustadt. Rainer Gäbl aus Eslarn fasste einen Teil des jahreszeitlichen Dilemmas zusammen: "An Allerheiligen kommen viele Leute von außerhalb zu uns auf den Friedhof, da wird es eng. Ich würde mich dazu gern mit den Nachbarkommunen abstimmen, ob wir gemeinsam vorgehen. Eine Empfehlung des Landratsamts dazu wäre schön."

Das wird es nicht geben, bedauert Landrat Andreas Meier. "Solange die 7-Tage-Inzidenzen unauffällig sind, haben wir wenig Handhabe, dazu Allgemeinverfügungen zu erlassen."

Den kurzfristig überschrittenen Corona-Frühwarnwert von 35 Fällen pro 100000 Einwohner sieht Meier demnächst wieder unter der kritischen Marke. Das hänge immer noch alles mit einer Familienfeier in einem Vohenstraußer Lokal zusammen. Insofern will der Landrat seinen Bürgermeistern nicht raten, ob und wie sie demnächst Bürgerversammlungen abhalten sollen. Wer einen Saal hat, wo er Abstände gewährleisten kann, soll es tun, wer ein kleines Gemeindezentrum hat, das schnell voll ist, darf die vorgeschriebene Versammlung auch mal ausfallen lassen. "In so einem Fall wird es unsere Rechtsaufsicht nicht ahnden."

Das Landratsamt habe auch gefragt, wie es die Pfarreien mit den anstehenden Gräbergängen halten wollen. Doch auch dort wartet man anscheinend auf Vorgaben von höherer Stelle. Meier empfiehlt derweil eine Faustregel: "Im Zweifelsfall mal irgendwas nicht genehmigen, auch wenn es schwerfällt."

Schwerfallen kann heißen, dass Beschwerden ins Haus flattern. Die bekommt das Landratsamt in Sachen ÖPNV. Meier: "Wir setzen Verstärkerbusse dort ein, wo es nötig ist, aber wir werden nicht für jeden Ort die optimale Lösung finden." Das liege nicht an den Sachbearbeitern in Neustadt, bekräftigt der Behördenchef und nennt ein Beispiel: "Wir haben zwar angefragt, aber die Schulen sind nicht bereit, ihre Anfangszeiten zu staffeln."

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