08.10.2020 - 10:03 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Hopfengärtl in Neustadt gehört ganz den Baumaschinen

Als die Bagger im Hopfengärtl anrückten, gab es Ärger bei den Anwohnern. Der Stadtrat nahm sich das zu Herzen, sprach über eigene Fehler, Folgerungen für zukünftige Maßnahmen und das Ende der Behinderungen in der Sackgasse.

Der Austausch der maroden Wasserleitung ist einer der Gründe, warum das Hopfengärtel auf der Prioritätenliste der Baustellen in der Stadt ganz oben stand. Weil es deswegen Ärger mit den Anwohnern gab, räumen Bürgermeister und Stadtrat Fehler ein.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Betroffen von der Baustelle Am Hopfengärtel sind rund 60 Haushalte. Vor eineinhalb Wochen startete die Strabag die Erneuerung der maroden Wasserleitung, anschließend werden vom Bayernwerk Kabel für die Straßenlaternen verlegt und dazu möglicherweise Leerrohre für Glasfaserkabel. Dann kommt neuer Asphalt als Abschluss. Die Kosten liegen bei gut 400.000 Euro. Noch nicht eingerechnet sind die Speedpipes genannten Leerrohre für die Internet-Schnellstrecke.

Sie kamen am Mittwoch beim ersten Jour fixe auf der Baustelle ins Spiel. Nachdem Telekom und Vodafone dem Rathauschef bei diesem Termin eine Abfuhr für die Verlegung von Glasfaser erteilt hatten, möchte Sebastian Dippold unbedingt wenigstens die Leerrohre in die Erde bringen. "Glasfaser ist die Zukunft und irgendwann will ein Anbieter auch im Hopfengärtl aufbuddeln." Es sei keinem Anwohner zu vermitteln, dann hier in ein paar Jahren wieder aufzureißen.

Und dennoch sind die Anwohner sauer. Eine Woche vor Baubeginn habe die Firma Strabag die Stadt informiert, dass sie loslegen wolle. Man habe vereinbart, dass das Unternehmen die Anwohner zugehe. Es folgte kurzfristig ein Rundschreiben der Stadt. "Das hätten wir normalerweise frühzeitig gemacht", bedauerte Bürgermeister Dippold. Woran offenbar keiner gedacht hatte, war das Problem, dass das Hopfengärtl in zwei Sackgassen endet, eine Zufahrt zu den Anwesen von einer anderen als der Baustellenseite ist nicht möglich.

Neustadt an der Waldnaab

Die Straße nur halbseitig zu sperren, sei nach Aussage des Bauunternehmens nicht möglich, informierte Dippold den Stadtrat. Eine andere Lösung wie neben der eigentlichen Fahrbahn über Schotter zu fahren, scheide ebenfalls aus. Sowohl dem Stadtoberhaupt wie auch den Fraktionssprechern war klar, dass da einiges schief gelaufen war, und dass das ganze Gebiet möglicherweise acht, neun oder gar zehn Wochen abgesperrt werde, wie es Thomas Hauer im Namen der CSU formulierte. "Es ist schon eine Zumutung, wenn ich ganz hinten wohne und meinen Wasserkasten da hintragen muss. Vielleicht hätte ein anderer Anbieter Alternativen gehabt und die Bürger hätten zu ihren Häusern fahren können."

Die Maßnahme habe wegen der maroden Wasserleitung oberste Priorität gehabt, erinnerte Rainer Hetz. Künftig müsse man schon bei der Auftragsvergabe einen Baubeginn vereinbaren, forderte der SPD-Sprecher. "Wir sollten daraus lernen, da wir in der Gramau ähnliche Verhältnisse in Bezug auf Sackgassen haben." Eine Teilschuld treffe auch den Bauausschuss, bekannte Gerhard Steiner. Weder er noch dessen andere Mitglieder hätten die Sondersituation mit den Sackgassen beachtet, wollte er der Verwaltung einen Teil der Last der Verantwortung abnehmen.

"Den Christbaum wird jeder im Hopfengärtel mit dem Auto an seine Wohnung hinfahren können – vielleicht sogar schon den Adventskranz", machte Dippold den Anwohnern Mut, die in der Straße hinter Feuerwache und Bauhof wohnen. Er verhehlte aber nicht, dass es demnächst in der Brenner-Schäffer-Straße ebenfalls zu Bauarbeiten kommen werde. Es könne sein, dass die Strabag eventuell schon in zwei bis drei Wochen dort anrücke.

Zur Vorgeschichte: Der Architektenwettbewerb für den Stadtplatzabschluss

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Trommeranwesen:

"Die Gespräche mit den Fachplanern laufen", informierte Bürgermeister Sebastian Dippold den Stadtrat über den aktuellen Stand beim Projekt Trommer-Anwesen. Die Stadt hatte für die Neugestaltung des oberen Abschlusses des Stadtplatzes einen Architektenwettbewerb veranstaltet. (ui)

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