Neustadt an der Waldnaab
13.03.2020 - 16:27 Uhr

Keine Einschränkung für die Kommunalwahl durch Virus

Wenn am Wahlsonntag viele Menschen nach einander in der Wahlkabine sitzen, stellt sich die Frage: Wie gefährlich ist das angesichts des Coronavirus? Wenn es nach der Stadt Weiden und dem Landratsamt Neustadt/WN geht, nicht besonders.

Alles wie gehabt. So wie es derzeit ausschaut, kann die Kommunalwahl ohne Einschränkung durch das Coronavirus stattfinden. Bild: Petra Hartl
Alles wie gehabt. So wie es derzeit ausschaut, kann die Kommunalwahl ohne Einschränkung durch das Coronavirus stattfinden.

Derzeit werden überall in Weiden und im Landkreis große Veranstaltungen abgesagt. Es heißt, Sicherheit geht vor, jeder will verhindern, dass sich das Coronavirus ausbreitet. Was aber ist mit der Kommunalwahl? Im Wahllokal geben sich die Menschen buchstäblich die Klinke in die Hand. In Amberg werden beispielsweise Wahllokale raus aus Altenheimen und Kindergärten verlegt. Wie es im Landkreis Neustadt/WN aussieht, darüber gibt Claudia Prößl, die Pressesprecherin des Landratsamts, Auskunft. Ihres Wissens nach werden im Landkreis keine Lokale an einen anderen Ort umgesiedelt. Das ist auch in Weiden der Fall. Darüber hinaus teilt Prößl mit: "In den Wahllokalen droht keine höhere Gefahr als an anderen Orten, deswegen werden in den meisten Wahllokalen keine besonderen Maßnahmen ergriffen." Selbstverständlich würden sich Wahlhelfer aber überall besonders um Hygiene bemühen. Prößl rät den Wählern: "Man sollte soweit möglich auf Abstand zu anderen Menschen achten." Jeder soll sich Prößl zufolge sowohl vor als auch nach der Wahl gründlich die Hände waschen. In den Weidener Wahllokalen stehen den Wählern Alexander Grundler von der Pressestelle zufolge auf den Toiletten Flüssigseife und Einmalhandtücher zu Verfügung.

Stift mitbringen, Perso behalten

So weit, so unspektakulär. Ein wenig anders wird der Wahlgang für die Menschen im Landkreis dann aber doch werden. So schlägt Prößl zum Beispiel vor, dass jeder, der möchte, einen eigenen Stift mitbringen kann, um so das Risiko zu minimieren, mit Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. Prößl: "Auch die Wahlhelfer werden darauf achten, möglichst keine Hände zu schütteln." Weil diese aber natürlich die Personalausweise vor der Wahl kontrollieren müssen, werden die Wahlhelfer sich dieses mal die Dokumente nur zeigen lassen, sie aber nicht in die Hand nehmen. Nach der Wahl und dem Auszählen werde dafür gesorgt, dass die Räume gründlich gereinigt werden. Dasselbe gilt auch für die Stadt Weiden.

Scheinbar machen sich auch die Wahlhelfer sorgen um ihre Gesundheit. Prößl teilt mit, das einige Wahlhelfer abgesagt haben. Die Wahl sei dadurch aber nicht gefährdet. Auch andere Maßnahmen, wie etwa, dass Wahllokale zusammengelegt werden müssen, wird es nicht geben. So sieht es auch in Weiden aus. Grundler: "Stand jetzt findet die Wahl wie geplant statt. Es gibt keine Änderungen in der Stadt." Er teilt aber mit, dass die Wahlveranstaltung mit den Kandidaten und der Presse im Rathaus flach fällt.

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Oberpfalz04.03.2020

Wer sich sorgen macht, dass er am Wahlsonntag in ein Wahllokal gehen muss, das eher einer Isolationsstation als einem Raum mit Wahlkabinen ähnelt, den kann Prößl beruhigen. Jeder wird den Wahlhelfern ins Gesicht schauen können. "Helfer oder Wähler mit Handschuhen oder Mundschutz auszustatten, wäre nicht sinnvoll", sagt Prößl. Das habe einen ganz einfachen Grund: "Handschuhe wären beim Handling der Stimmzettel unpraktisch." Wichtiger überdies hinaus aber sei, dass solches Material in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen dringender benötigt werde.

Landesamt rät von Desinfektionsmittel und Handschuhen ab

In diesem Zusammenhang verweist Prößl auf ein Schreiben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), in dem es um nötige Schutzmaßnahmen in Wahllokalen geht. Darin heißt es in Bezug auf bereitgestelltes Desinfektionsmittel: "Wähler und Wahlhelfer sind in vielen Situationen des täglichen Lebens in Kontakt mit Gegenständen, die andere angefasst haben. Eine punktuelle Desinfektion kann keinen erhöhten Schutz bieten." Das LGL erinnert zudem daran, dass Desinfektionsmittel derzeit ohnehin knapp seien. Von Gummihandschuhen im Wahllokal rät das Landesamt ab. Im Schreiben heißt es dazu weiter: "Das Tragen von Einmalhandschuhen gibt ein Gefühl der falschen Sicherheit, weil eine regelmäßige Händereinigung dann häufig unterbleibt." Außerdem seien die Gummihandschuhe eine Belastung für die Haut. Schließlich würde der Träger ohnehin nicht bemerken, wenn der Handschuh kleinste Risse bekäme und so seine Schutzfunktion verlöre.

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