Neustadt an der Waldnaab
29.07.2025 - 16:53 Uhr
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Landkreis Neustadt übernimmt ebenfalls Verantwortung für Theaterzukunft in der Oberpfalz

Der Landkreis Neustadt/WN bestätigt sein Ja zum Zweckverband für professionelles Theater in der Nordoberpfalz. Er stellt den Vorsitzenden und die Geschäftsstelle und zeigt mit allen Beteiligten Verantwortung für Kultur im ländlichen Raum.

Die Zeichen stehen gut nach den Finanzierungszusagen aus Kemnath und Weiden sowie den Landkreisen Tirschenreuth und jetzt auch Neustadt für eine Fortführung der reichhaltigen Theatertradition in der Region auch über die Insolvenz des Landestheaters hinaus. Leider nicht mehr dabei ist der mittlerweile verstorbene Christian Höllerer (rechts). Symbolbild: Tobias Schwarzmeier
Die Zeichen stehen gut nach den Finanzierungszusagen aus Kemnath und Weiden sowie den Landkreisen Tirschenreuth und jetzt auch Neustadt für eine Fortführung der reichhaltigen Theatertradition in der Region auch über die Insolvenz des Landestheaters hinaus. Leider nicht mehr dabei ist der mittlerweile verstorbene Christian Höllerer (rechts).

Der Landkreis Neustadt hat sein prinzipielles Ja zu einem Zweckverband als Nachfolgelösung für das insolvente Landestheater Oberpfalz vom Januar bestätigt. Bei zwei Gegenstimmen stimmte der Kreistag am Dienstag dem Gebilde mit dem sperrigen Namen Zweckverband zur Finanzierung einer Kultureinrichtung in der Nordoberpfalz zu. Er folgte damit dem Votum des Stadtrates Weiden, der diese Entscheidung ziemlich genau 24 Stunden zuvor am Montag getroffen hatte.

Landrat als Vorsitzender

Der Landkreis Neustadt/WN wird mit einer Summe von 200.000 Euro nicht nur größter Zahler, sondern bekommt satzungsgemäß auch den Posten des Vorsitzenden. Diesen übernimmt in Person der Landrat, aktuell also Andreas Meier. Stellvertreter ist der jeweilige Weidener Oberbürgermeister. Die Geschäftsstelle des Zweckverbandes ist ebenfalls in Neustadt bei der Verwaltung des Landkreises angesiedelt.

Zur Finanzierung des Theaterbetriebs tragen der Landkreis Tirschenreuth 30.000 Euro sowie die Städte Weiden 96.000 Euro und Kemnath 10.000 Euro als Mitglieder bei. Neben diesen Zahlungen der Mitglieder, Zuschüssen und sonstigen Einnahmen des Zweckverbands wird auch eine Förderung des Freistaats in Anspruch genommen. Hierzu fanden bereits Gespräche mit dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst statt. Das Geld kann ab dem kommenden Jahr fließen. CSU-Kreisrat und Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger nannte eine Zahl von 40 Prozent Zuschuss.

"Soweit die Einnahmen des Zweckverbandes nicht ausreichen, den Finanzbedarf zu decken, haben die Verbandsmitglieder zur Deckung des Fehlbetrages eine Umlage zu leisten", heißt es in der jetzt vom Kreistag genehmigten Satzung. Darin ist auch festgelegt, dass die Hälfte des Fehlbetrags von den Verbandsmitgliedern anteilig nach der Höhe ihrer Zuschüsse getragen wird. Die andere Hälfte bemisst sich ebenfalls anteilig nach der Zahl ihrer Einwohner.

Profis, Laien und Kinder

Die Organisationsstruktur des neuen Theaterbetriebes wird derzeit von den Kommunen gemeinsam mit der Stadtbühne Vohenstrauß und Expertinnen und Experten im Bereich Theater erarbeitet. Es wird ein Leitbild geben, an dem sich der Theaterbetrieb orientiert. Neben einem professionellen Ensemble stehen die Einbindung von Amateuren und ein breites Angebot an Theaterpädagogik für Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt.

Dazu soll im Nachgang der bevorstehenden Gründung des Zweckverbandes eine gGmbH gegründet werden. Zu deren Gesellschaftern werden der Zweckverband und die Stadtbühne Vohenstrauß gehören. Diese gGmbH soll den eigentlichen Theaterbetrieb durchführen und noch in diesem Jahr aus der Taufe gehoben werden. In der Übergangszeit erhält die Stadtbühne Vohenstrauß e.V. Mittel, um einen Spielbetrieb durchzuführen und für das kommende Jahr zu planen.

Kultur ohne Grabenkämpfe

Mit Blick auf die Diskussion im Weidener Stadtrat schlug Landrat Andreas Meier versöhnliche Töne an. Er nannte den Zweckverband ein gemeinsames Organ im Sinne eines Miteinanders mit dem Ziel, den Kulturbetrieb aufrechtzuerhalten und zu fördern ohne Kirchturmdenken und Grabenkämpfe.

Oetzinger sprach von einem tragfähigen Konstrukt, gerade weil die Gebietskörperschaften dieses Kulturprojekt gemeinsam auf die Beine stellen. "Es ist nicht selbstverständlich, professionelles Theater in der Oberpfalz weiterzuführen." ÖDP-Kreisrätin Barbara Kindl lobte ebenfalls die gemeinsame Gründung und damit die Förderung der Kultur im ländlichen Raum.

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