Wenn der Wetterbericht vor Glatteis warnt, ist vor allem im Straßenverkehr höchste Vorsicht angesagt. An anderer Stelle ist das Eis aber durchaus willkommen, denn Familien und Freitzeitsportler freuen sich über zugefrorene Seen und Weiher. Aber auch hier gibt es einiges zu beachten.
Die Nachricht vor wenigen Tagen versetzte den Rettungsdienst in höchste Alarmbereitschaft. "Pkw mit zwei Personen bei Dießfurt ins Eis eingebrochen" hieß es. Die Helfer wussten zunächst nicht, was sie erwartet. "Wir waren schon sehr angespannt, als wir davon hörten", blickt Peter Sirtl vom Bayerischen Rot Kreuz zurück. Denn Eisunfälle stellen selbst für erfahrende Kräfte eine äußerste belastende Situation dar.
Zum Glück stellte sich die Situation vor Ort nicht ganz so dramatisch dar, wie befürchtet. Das Auto war nicht im Weiher eingebrochen, sondern auf der Eisfläche eines überschwemmten Parkplatzes. Sirtl, jahrelang Technischer Leiter bei der Wasserwacht, kennt die Gefahren, die durch Natureis auf einem zugefrorenen Weiher entstehen können, nur zu gut. Auch wenn die Eisfläche so aussieht, als könnte sie schon tragen, warnt Sirtl vor unüberlegtem Handeln. Die Experten sind sich einig: Erst wenn die Eisfläche mindestens 15 Zentimeter dick ist, kann man darauf gefahrlos Schlittschuhlaufen. "Theoretisch würde das Eis schon ab 5 Zentimetern einen einzelnen Menschen halten", sagt Sirtl. "Aber es ist ja nicht immer nur einer, sondern Scharen."
Da kaum jemand einen Eisbohrer hat, um die Dicke der Schicht genau nachmessen zu können, empfiehlt der BRK-Mann auf den Ablauf zu achten. Ist dieser nicht zugefroren, wäre es besser die Eisfläche nicht zu betreten. "Ich war in den vergangenen Tagen am Röthenbacher Weiher, da war der Ablauf noch frei", sagt er. Auch unterirdische Quellen können am manchen Stellen dafür sorgen, dass das Eis nicht vollständig gefriert.
Sirtl rät momentan davon ab, einen vermeintlich zugefrorenen Weiher zu betreten. "Ich habe Bauchweh, wenn die Leute jetzt schon auf den Eisflächen rumlaufen", gibt er zu. Um gefahrlos aufs Eis zu gehen, müsse es schon eine längere Zeit deutlich kälter sein, als jetzt. Auch tagsüber sollten die Temperaturen nicht über den Gefrierpunkt klettern.
Wer dennoch Schlittschuhfahren möchte, können dies gefahrlos auf den vielen zugefrorenen Wiesen rund um Weiden und Neustadt machen. "Wenn da jemand einbricht, wird er höchstens nass und schmutzig", sagt Sirtl.
Am vergangenen Wochenende wagten sich bei Etzenricht unzählige Ausflügler auf die gefrorenen Wiesen entlang der Haidenaab. Viele zogen auf ihren Schlittschuhen ein paar Runden, andere spielten Eishockey oder hatten nur ihre Schlitten mitgebracht. Auch auf der überschwemmte und nun gefrorene Fläche am Fuße von Hammerharlesberg tummelten sich in den letzten Tagen einige Familien.
Wann trägt das Eis?
- Natureis auf einem Weiher kann bereits ab 5 Zentimetern Dicke tragen
- Experten empfehlen dies aber nicht
- Auch Peter Sirtl warnt, sich zu früh aufs Eis zu wagen
- Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte mindestens 15 Zentimeter berücksichtigen
- Ein Zeichen, dass das Eis trägt, ist etwa ein zugefrorener Ablauf


























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