17.09.2021 - 09:53 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neustadt überlegt Nutzungsmöglichkeiten für Grüngutdeponie in Altenstadt

Das Landratsamt sagt Nein zu einer Erdaushubdeponie in Altenstadt. Im Neustädter Stadtrat sorgt diese Entscheidung für Gelächter. Bei anderen Entscheidungen bleibt das Gremium an diesem Tag ernst.

Erdaushub darf nicht auf die Grüngutdeponie der Stadt Neustadt in Altenstadt. Welche Nutzung ist dann möglich?
von Uwe Ibl Kontakt Profil

"Ich hätte meinen Kopf verwettet, das nichts geht, wenn wir das machen", schmunzelte Josef Arnold (CSU) zur Ablehnung seiner Anregung, die Grüngutdeponie der Stadt in der Nachbarkommune Altenstadt auch für die Ablagerung von Erdaushub zu nutzen. "Wenn der Landkreis das hätte machen wollen, wäre es gegangen."

Das Nein aus dem Lobkowitzschloss gründet auf einer Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde. "Die Gehölzbestände um die ehemalige Sandgrube sind als geschütztes Feldgehölz beziehungsweise Hecke kartiert. Die Errichtung einer Erdaushubdeponie ist deshalb schon aus naturschutzrechtlicher Sicht nicht möglich“, hatte Bürgermeister Sebastian Dippold aus der Antwort der Behörde zitiert.

Arnold regte an, beim Landratsamt nachzufragen, was für die Stadt auf dem rund einem Hektar großen Areal überhaupt möglich sei. Als er dann Beispiele nannte wie "ein Biotop zu kartieren und als Ausgleichsfläche zu nutzen, Kartoffeln anzubauen oder einen Teich anzulegen", löste er lautes Gelächter bei seinen Stadtratskollegen in der Stadthalle aus. "Wir werden es genau in diesem Wortlaut weitergeben", kündigte Rathauschef Dippold schmunzelnd an.

Das Gelände direkt an der Bundesstraße gehört der Stadt seit rund 60 Jahren. Die Idee, es für den Bau eines möglichen Kreisverkehrs an der südliche Ortseinfahrt des Nachbarortes herzunehmen, ist mit den Plänen für das neue Gewerbegebiet bei Sauernlohe hinfällig, begründet Arnold seine Initiative für eine bessere Nutzung, als die, hier Gartenabfall hinzufahren.

Mitfahrzentrale für Pendler

"Pendla" heißt die kommunale Fahrgemeinschaftsplattform, deren Einführung der Stadtrat bei einer Gegenstimme für zunächst ein Jahr beschloss. Rainer Hetz (SPD) sprach von einem innovativen Mobilitätsangebot für Pendler, dass den ÖPNV ergänze. "Bürger finden dort passende Mitfahrer für den Weg, den sie am häufigsten fahren." Erfahrungen hatte der Sprecher zuvor in Heroldsberg, Vilsbiburg und Wemding, alles Orte vergleichbarer Größe, erfragt.

Die Nutzung des Pendlersuch- und Findsystems ist für die Bürger kostenlos. Die Betriebskosten in Höhe von 57 Euro pro Monat trägt die Stadt. Hetz: „Neben dem Kostenvorteil für jeden einzelnen Pendler fördert Neustadt nachhaltige Mobilität.“ Außerdem trage das System zur CO2-Einsparung bei. Wünschenswert wäre es, das Angebot auch auf andere Kommunen oder sogar den ganzen Landkreis auszudehnen.

Bauangelegenheiten

Die Stadt will prüfen, inwieweit in der Verlängerung der Straße Zum Rabenholz neue Bauplätze ausgewiesen können. Möglich könnten bis zu 20 Parzellen für Wohnbebauung sein. Ohne Einwände passierte der Bauantrag für 2 Wohngebäude samt Technikraum und 4 Carports in Tinyhouse-Bauweise den Stadtrat.

Kita St. Joseph

Der beauftragte Fliesenleger für die Sanierung der Kita St. Joseph ist schwer erkrankt. Als Ersatz für den Einsatz des Ein-Mann-Betriebes aus Ellingshausen führt nun die Fliesen Kappauf aus Waldershof die Fliesen- und Plattenarbeiten aus. Ebenfalls in einer Eilentscheidung bestellte die Stadt eine knapp 20.000 Euro kostende Brandmeldeanlage für das Rote Schulhaus und die Krippe.

Spielplätze und Fundtiere

Die drei Bürgermeister, je ein Vertreter der drei Fraktionen sowie der Jugendreferent bilden die Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung eines Konzeptes für die Spielplätze in der Stadt. Über weitere Beteiligte entscheidet die Arbeitsgruppe eigenständig. Außerdem beteiligt sich Neustadt an der Zuschussvereinbarung der Landkreiskommunen zum Bau und Betrieb eines neuen Tierheims in Weiden. Damit ist die Unterbringung der Fundtiere für die nächsten 25 Jahre gesichert.

Ratsinformationssystem und Fahnen

Der Stadtrat beschloss den Kauf des Ratsinformationssystems "Kommune-Aktiv". Bereits zu Jahresbeginn soll es in Betrieb gehen. Auf Anregung von Armin Aichinger wird die Stadt als Bezug zur Arbeitsgemeinschaft "Neustadt in Europa" am Rathaus und am Kreisverkehr Europaflaggen wehen lassen.

Stadtrat diskutiert Spielplatzkonzept

Neustadt an der Waldnaab

Stadtrat schaut ins Rohr

Neustadt an der Waldnaab
Rund 10.000 Quadratmeter umfasst die Neustadt gehörende ehemalige Sandgrube in Altenstadt. Josef Arnold regt an, Möglichkeiten einer sinnvollen Nutzung über die als Gartenabfalldeponie hinaus zu erkunden.
Von geschütztem Feldgehölz beziehungsweise Hecken ist die Grüngutdeponie in Altenstadt umgeben. Das Areal gehört Neustadt.
Hintergrund:

Großes Potenzial für Mitfahrer

  • Bundesweit täglich 30 Millionen Pendler
  • Mehr als zwei Drittel davon im Auto
  • Bei 94 Prozent dieser täglichen Touren Fahrer allein im Auto
  • Im Schnitt pro Jahr 7000 Kilometer pro Pendler

Quelle: pendla.com

 

 

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