13.01.2022 - 17:31 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

SPD will Parkkonzept für Neustadt überdenken

Manch städtischer Mitarbeiter witzelt in Neustadt schon darüber, ob die alten Schilder für die Parkzeitbeschränkung noch irgendwo lagern, um sie wieder anzuschrauben. Die jüngste Diskussion im Stadtrat zielt auf weitreichendere Änderungen.

An manchen Stellen in Neustadt darf man wie hier in der Unteren Vorstadt sein Auto 30 Minuten abstellen, auf anderen Parkplätzen sind es 2 Stunden. Die Stadt versucht sich seit Jahren an den jeweiligen Bedürfnissen zu orientieren. Das sorgt stetig für Diskussionsstoff.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Ganz langsam tastete sich der Neustädter Stadtrat an das seit Jahren in der Stadt diskutierte Thema Parksituation heran. Ausgangspunkt war die auch von Kita-Eltern zum Bringen und Abholen genutzte Stellfläche beim ehemaligen Gasthaus "Eiche". Dort müssen die Parkuhren künftig bereits um 6.30 Uhr im Auto liegen. Die Beschilderung wird entsprechend angepasst. Spätestens ab 7 Uhr sollen die Fahrzeuge, die über Nacht hier standen, den Platz für den Elternverkehr zur Kita räumen.

Die SPD will das gesamte Thema Parken nun höher aufhängen. „Vor Jahren haben wir für den Stadtplatz Parkzeiten festgelegt, mittlerweile haben sich Veränderungen ergeben – besonders durch den neuen Anbau des Landratsamtes“, sagte Fraktionssprecher Rainer Hetz. Er regte an, das Gespräch mit Gewerbetreibenden an und um den Stadtplatz sowie mit dem Landratsamt ebenso zu suchen wie mit Banken, Bewohnern und Kita-Eltern. „Wir sollten versuchen, mit einer Neustrukturierung möglichst vielen gerecht zu werden.“

Bergrücken zwischen zwei Flüssen

Bürgermeister Sebastian Dippold sprach von einer „tatsächlich sehr angespannten Situation“ mit der topografisch schwierigen Lage in der ganzen Stadt von der Norma bis zur Stadthalle und dem von zwei Flüssen begrenzten Bergrücken. „Wir können keine Parkplätze herbeizaubern und egal wie das Ergebnis ausschaut, muss man Kompromisse machen und ein paar Meter zu Fuß gehen.“ Er sprach sich dafür aus, das Thema im Bauausschuss anzugehen. „Das Problem ist da, eine Lösung für das gesamte Neustadt noch nicht.“

Infos einholen

Achim Neupert (SPD) votierte dafür, zunächst Infos über die verschiedenen Interessenlagen einzuholen. „So wissen wir, worüber wir reden.“ Im Rathaus ist man offenbar nach der Sitzung derselben Meinung, so dass die Parkthematik wohl kaum in größerem Rahmen bereits in der nächste Sitzung des Bauausschusses auf die Tagesordnung kommt. „Wir als Stadt sind nicht dazu da, für Firmen und Behörden im öffentlichen Raum Parkplätze zu schaffen oder vorzuhalten“, betont Bürgermeister Dippold mit Blick auf die verschärfte Stellplatzsituation nach der Erweiterung des Landratsamtes. „Laut Bauordnung ist alles in Ordnung“, ergänzt er mit dem Hinweise, auch beim Landratsamt und dessen Beschäftigten zur Suche nach einer Lösung anzuklopfen.

Bus und Bahn als Ausweg

"Je mehr Parkplätze wir zur Verfügung stellen, desto mehr Verkehr ziehen wir an", verwies Annette Karl (SPD) auf ein Grundproblem. Es gelte zum einen die Bedürfnisse der Bürger und derer, die in Neustadt arbeiten, zu befriedigen und zugleich die Zahl der Autos der Berufspendler zu reduzieren, die den ganzen Tag herumstehen. "Wir haben super Eisenbahn- und Busanschlüsse." Sie schlug vor, mit Personalvertretern Wege zu finden, um den Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiv zu machen. "Wir sollten nicht nur überlegen, wo man Autos hinstellt, sondern Räder und andere Verkehrsmittel in die Überlegungen einbeziehen, um den Verkehr insgesamt zu reduzieren", ergänzte Karls Parteikollege Martin Filchner.

Ein ähnlicher Antrag sei im Frühsommer bereits von Tobias Knauer (CSU) gestellt worden, äußerte sich Thomas Hauer verwundert. "Davon muss man dann auch etwas umsetzen und es nicht im Sande verlaufen lassen", kritisierte der CSU-Sprecher. "Wir haben beide CSU-Anträge umgesetzt", konterte Rathauschef Dippold auf Anfrage nach der Stadtratssitzung. "Es gibt zum Parken am Stadtplatz keine offenen oder nicht umgesetzten Anträge."

Kommentar zur Parksituation

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Hintergrund:

Parkflächen der Stadt Neustadt

  • Insgesamt 11 öffentliche Parkplätze mit unterschiedlicher Stellplatzanzahl in Innenstadtnähe
  • 2 überdachte Parkflächen: Parkdeck an der Stadthalle und Tiefgarage hinter der alten Post
  • 1 kostenpflichtige Parkfläche (untere Ebene der Tiefgarage)
  • 10 Flächen zum Teil zeitbeschränkt mit unterschiedlicher Dauer
An manchen Stellen in Neustadt darf man sein Auto 30 Minuten parken, auf anderen Parkplätzen sind es 2 Stunden. Die Stadt versucht sich seit Jahren an den jeweiligen Bedürfnissen zu orientieren. Das sorgt stetig für Diskussionsstoff.
An manchen Plätzen in Neustadt dürfen nur Bewohner parken.
An manchen Stellen in Neustadt darf man wie hier in der Unteren Vorstadt sein Auto 30 Minuten abstellen, auf anderen Parkplätzen sind es 2 Stunden. Die Stadt versucht sich seit Jahren an den jeweiligen Bedürfnissen zu orientieren. Das sorgt stetig für Diskussionsstoff.

 

 

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