09.03.2020 - 10:50 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Wahllotto: Die Neustädter rechnen mit Stichwahl

Wer gewinnt die Wahl in Neustadt? Beim Wahllotto geben unsere Leser ihre persönlichen Prognosen ab. Die sind schon mal höchst unterschiedlich. Im Schnitt aber schwant ihnen, dass sie am 29. März nachsitzen müssen.

Die Prognosen unserer Leser im Durchschnitt. Keiner der Bürgermeister-Bewerber würde es demnach im ersten Wahlgang schaffen. Kaum Änderungen gäbe es bei der Sitzverteilung. Wegen Abrundungen fällt hier rechnerisch einer der 20 Sitze weg, die CSU hätte acht statt derzeit 9.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

In einigen Fällen mag der Wunsch Vater des Gedankens gewesen sein. Nur so erklären sich die teilweise großen Unterschiede zwischen den Tipps bei unserem Wahllotto. Da trauen gleich drei Leser dem Bürgermeisterkandidaten der CSU, Armin Aichinger, gerade mal 20 Prozent zu, wohingegen sechs andere ihn jenseits der 54-Prozent-Marke verorten. Bei Sebastian Dippold (SPD) und Gerhard Steiner (Freie Wähler) sieht's noch extremer aus. Dippold bekommt zwischen 9 und 60 Prozent zugesprochen, Steiner zwischen 5 und 55 Prozent.

Entsprechend mit Vorsicht zu genießen sind die Ergebnisse des Wahllottos, das wir – nach Weiden – erstmals auch für Neustadt/WN angeboten haben. Schließlich bekommt die Kreisstadt in der Nachfolge von Rupert Troppmann auf jeden Fall einen neuen Rathauschef. Die Leser sollten dabei nicht mitteilen, wie sie persönlich wählen, sondern eine Vorhersage wagen, wie ganz Neustadt am 15. März abstimmt. 91 Leser haben mitgespielt – alles andere als repräsentativ.

Trotzdem gibt es unterm Strich natürlich ein Ergebnis, und das würde laut Wahllotto bedeuten: Stichwahl! Keiner der drei Kandidaten schafft im Schnitt der 91 Einsendungen die absolute Mehrheit. Aichinger käme auf 39,1 Prozent, Steiner auf 32,02, Dippold auf 29,52 Prozent. 22 Leser sahen den CSU-Mann über der 50-Prozent-Hürde, 12 seinen Kontrahenten von der SPD, 4 den Freien Wähler.

Auch in Sachen Stadtratswahl fallen die Tipps denkbar uneinheitlich aus. 20 Sitze sind zwischen den drei Parteien aufzuteilen – von "13 CSU, 6 SPD, 1 FW" über "6 CSU, 7 SPD, 7 FW" bis "7 CSU, 10 SPD, 3 FW" waren jede Menge Varianten dabei. Im Durchschnitt hätte die CSU (8 Sitze) die Nase knapp vor der SPD (7). Die Freien Wähler kämen auf 4 Sitze. Kommt uns bekannt vor?Das entspricht ungefähr der aktuellen Sitzverteilung im Stadtrat (CSU 9, SPD 7, FW 4). Beim Wahllotto ging lediglich wegen Abrundungen ein Sitz verloren.

Kommentar:

In Neustadt bleibt's spannend

Was wollen wir mit unserem Wahllotto erreichen? Ein seriöses Umfrageergebnis vortäuschen? Oder gar die Wahl beeinflussen, wie uns Kommentatoren auf Facebook zum Weidener Wahllotto vorgeworfen haben? Gegenfrage: Falls dieser Vorwurf stimmt – wie könnte eine solche Beeinflussung durch uns aussehen? Dass wir noch unentschiedene Wähler dazu animieren, ihre Stimmen am 15. März ohne nachzudenken dem Wahllotto-Favoriten zu geben? Dann wäre es im aktuellen Fall gut für die CSU. Oder dass die Unterlegenen, alarmiert durchs Lotto, auf die letzten Tage nochmal alle Kräfte mobilisieren, um eine Aufholjagd zu starten? Dann wäre das Wahllotto nützlich für die SPD und die Freien Wähler.
Sie sehen: Argumente lassen sich für beide Richtungen konstruieren. Wenn man unser Spiel zu ernst nimmt. Denn genau das ist es: Ein Spiel – vor dem Hintergrund der Wahl. Mitgemacht haben gerade mal 91 Leser – darunter Ehepartner und ganze Familien, die ähnlich tippten, darunter auch eine ganze Reihe von Nicht-Weidenern. Die fünf, deren Tipps dem wahren Ergebnis am nächsten kommen, gewinnen Preise. Mit der Wahl am 15. März entscheidet sich auch der Sieg beim Wahllotto. Es bleibt spannend – in beiden Fällen.

Ralph Gammanick

Weiden in der Oberpfalz

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