19.03.2019 - 14:38 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Wirt der Neustädter Stadthalle muss gehen

Beim Lumpenball hatten die Narren ein gastronomisches Desaster gerade noch verhindert. Neustadt zog etwas später die Reißleine, entfernte den Wirt von Topf und Zapfhahn. Wer Nachfolger werden könnte, pfeifen die Spatzen vom Dach.

Nicht einmal ein Jahr dauerte die "Nova"-Zeit im Restaurant der Stadthalle. Dass künftig - wie gemunkelt wird - Wolfgang Schlitter am Herd stehen soll, will die Stadt noch nicht bestätigen.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Am Aschermittwoch kündigten Bürgermeister Rupert Troppmann und städtischer Geschäftsleiter Peter Forster dem Pächter Stefan Köstler persönlich. Der wollte sich am Dienstag zu seinem Rauswurf nach nicht einmal einem Jahr nicht äußern. Er verwies auf das offene Verfahren. Forster bestätigte, dass derzeit die rechtliche Klärung laufe.

Es habe bei mehreren Veranstaltungen in der Halle Probleme mit der Bewirtung gegeben. Beschwerden erreichten die Verwaltung und die Stadträte. "Wir haben die Reißleine gezogen, um den Ruf der Stadthalle zu erhalten." Der städtische Geschäftsleiter sprach von 22 Veranstaltungen allein im März in der Stadthalle. "Davon sind dreiviertel mit Bewirtung." Dafür ist die Stadt als Vertragspartner verantwortlich. Derzeit komme man mit einer Übergangslösung über die Runden. Dass die klappt, war am Wochenende beim Abschlussball des Gymnasiums zu sehen. Verantwortlich war der Neustädter Wolfgang Schlitter, der bereits in Las Vegas, den Cayman Islands, in Toronto und bei Sternekoch Jürgen Müller sowie zeitweise auch in der Stadthalle am Herd stand.

Gleich nach der Kündigung war der Maschinenring in der Stadthalle. Weil sich in der Kürze der Zeit niemand um die Bewirtung kümmern konnte, brachte die Organisation selbst Getränke mit. Die Milcherzeuger fanden eine Interimslösung und aßen Wurstsemmeln.

Köstler war erst seit Juni Pächter des von ihm "Nova" getauften Stadthallenrestaurants. Schon bei seinem Vorgänger Peter Siller stand er in der Küche. Das Essen war nach allgemeiner Meinung gut – wenn es etwas gab. Krankheitsbedingt fiel der Koch aber immer wieder kurzfristig aus, ein Teil des Personal wandte sich ab, die Wartezeiten vor allem bei Veranstaltungen waren sehr lang. So auch beim Lumpenball, bei dem der Wirt zum Teil nicht auffindbar oder nicht ansprechbar gewesen sein soll. Mitglieder des Faschingsvereins übernahmen daraufhin die Schenke und besorgten selbst noch Bier. Mit einem Wagen zogen sie durch die Reihen der etwa 400 Gäste, damit die nicht mehr bis zu einer Stunde auf ein Weizen warten mussten.

In der Stadt kursieren viele Gerüchte, dass Schlitter der nächste Wirt werden könnte. Forster wollte das noch nicht bestätigen. Aber: "Wir versuchen, dass ein neuer Pächter schnellstens anfangen kann." Schlitter betreibt seit November in Pressath das "Wam No 1". Das will er auch künftig tun. Die Stadthalle würde er gerne übernehmen. "Ich würde alles tun, dass sie ihrem alten Ruf wieder gerecht wird." Er baue hier auf das Team des ehemaligen Restaurants "PeterS". Kochen wolle er altbayerisch-modern. "Wie es die Mutter und Oma noch kannte aber die Jugend nicht mehr."

Wegen Krankheit geschlossen steht am Eingang des Stadthallen-Restaurants. Doch am Aschermittwoch bekam Wirt Stefan Köstler die Kündigung.
Die Stadt Neustadt will schnell einen neuen Pächter für die Stadthalle finden, der den Ruf wieder aufpoliert.

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