17.01.2019 - 14:39 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Ziegel um den Hals

Neustadt soll ein Kommunbrauhaus bekommen. Unterstützung für diese Idee erhält Bürgermeister Rupert Troppmann jetzt von einem Förderverein der besonderen Art.

Wirt Gerald Wickel (von links), Schnitzer Alfons Kistenpfennig, Prinzin Karina Kos und Prinz Bernhard Lang präsentieren den handgeschnitzten Förder-Zöigl-Zoigl-Orden. Hinter ihnen in der Nische hängen alle Vorgänger-Orden seit 2003.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

In der "Waldhauser"-Stube sind sich Wirt Gerald Wickel, Schnitzer Alfons Kistenpfennig mit den Zoigltollitäten Karina Kos und Bernhard Lang einig, dass sie das künftige Kommunbrauhaus Neustadt mit dem ersten Ziegelhaufen für den Bau voranbringen wollen. Schließlich solle das Brauhaus an einem zentralen Platz zwischen den wichtigsten Örtlichkeiten der Stadt, der Brewitzer-Stube, dem Bierhimmel sowie den Zoiglstuben "Waldhauser" und "Brucksaler" entstehen. Kistenpfennig entwarf dazu den Förder-Zöigl-Zoigl-Orden.

Allein sprachlich hat der Schnitzer darauf schon angedeutet, dass das Kommunbier für den Oberpfälzer ein wichtiger Baustein des Lebens ist. Zwei kleine Strichlein auf des Zoigls "o" ins Holz geschnitten, verwandeln das Wort zum Ziegel. Rund vier Stunden sitzt der 68-Jährige, bis die handgefertigten Auszeichnungen aus Südtiroler Zirbenholz fertig sind. Zwar hält er sich an die von ihm gefertigte Vorgabe, aber jedes der gut 50 Exemplare ist doch ein wenig anders, jedes ein Unikat und jedes mit einem goldenen Ziegel als Blickfang im Zentrum.

Im Bereich des Trommer-Anwesens soll die Sudstätte errichtet werden. Daneben werden Wohnungen und Geschäfte den Stadtplatz begrenzen. "Wie sich der Geschmack der Brauerei mit den Wohnungen verträgt, weiß ich nicht", setzt Kistenpfennig an, um gleich darauf sein Interesse an dieser glückseligmachenden Nähe zu bekunden: "Ich zöge da schon ein." Mit den drei Bürgermeistern der Stadt habe er geredet und eine attraktive Zusage erhalten: "Wer diesen Orden umhängt und den Fördergedanken weiter trägt, bekommt vom ersten Sud Freibier."

Küsschen, Holzorden auf die Brust und versteckte Geldübergaben an den Künstler wird es beim Waldhauserfasching am Montag, 11. Februar, ab dem frühen Abend geben. 50 Euro solle so ein Orden wert sein, meint Kistenpfennig. "Aber beim Zoiglfasching bin ich auch mit der Hälfte zufrieden", schmunzelt er. Zoiglprinz Bernhard und Prinzin Karina sind seit vier Jahren im Fasching ein närrisches Paar. Karina arbeitete damals beim "Waldhauser" als Bedienung, als Bernhard sie als seine jährliche Prinzin auf Zeit auswählte. "Bei Prinzengardetreffen waren die Besucher ganz wild auf unsere besonderen Orden", erinnern sich die beiden. In der Zoigstube hinter Glas hängen alle Exemplare, die seit 2003 verliehen wurden. Die erste einer Perchtenmaske nachempfundene Plakette hatte die damalige Wirtin Doris Schmid um den Hals hängen.

Alfons Kistenpfennig präsentiert den Zoiglorden 2019.
Wirt Gerald Wickel (von links), Schnitzer Alfons Kistenpfennig, Prinzin Karina Kos und Prinz Bernhard Lang präsentieren den handgeschnitzten Förder-Zöigl-Zoigl-Orden.
Zur Verleihung der Zoiglorden beim Waldhauser gehören immer auch Küsschen - selbst zwischen Prinzin Karina und Prinz Bernhard, die die beiden ersten Exemplare um den Hals hängen haben.
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