26.02.2021 - 11:05 Uhr
Neutras bei EtzelwangOberpfalz

Kletterer stürzt an der Weißen Wand bei Neutras ab

An der "Weißen Wand" bei Neutras (Amberg-Sulzbach) ist am Donnerstagabend ein Kletterer verunglückt. Drei Bergwachten und das Team eines nachtflugtauglichen Rettungshubschraubers sorgten dafür, dass der Mann schnell ins Krankenhaus kam.

Nach einem Kletterunfall bei Neutras leuchten Einsatzkräfte von Bergwacht und Feuerwehr die Landestelle für den Intensivtransporthubschrauber aus.
von Heike Unger Kontakt Profil

Ein 26-jähriger Kletterer aus Ornbau (Kreis Ansbach) war am Donnerstag mit einer Begleiterin im Bereich des Höhenglücksteigs unterwegs. Gegen 18 Uhr rutschte der Mann an der "Weißen Wand" bei Neutras (Etzelwang/Kreis Amberg-Sulzbach) plötzlich beim Vorklettern ab, "fiel nach hinten in seinen Gurt und prallte gegen den Fels", berichtet die Polizei Hersbruck. Die Sicherungen hielten den schwerverletzten Kletterer im Seil, so dass ihn seine Begleiterin auf den Boden abseilen konnte. Warum der Mann abgestürzt ist, ist laut Polizei noch nicht geklärt.

Die Unfallstelle liegt ziemlich genau auf der Landkreisgrenze in unwegsamen Gelände. Die Leitstelle in Nürnberg alarmierte neben Rettungsdienst und Notarzt auch die Bergwachten aus Lauf-Hersbruck, Amberg und Sulzbach. Weil die Retter davon ausgehen mussten, dass der Kletterer Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule erlitten hatte, war ein schneller und besonders schonender Transport erforderlich: Dazu wurde der Intensivtransporthubschrauber "Christoph Nürnberg" angefordert. Dieser ist einer von bayernweit nur drei nachtflugtauglichen Rettungshelikoptern.

Dunkelheit und unwegsames Gelände

Die Bergwacht brachte den Verletzten vom Unglücksort am Kletterfelsen mit einer speziell für diese Art von Gelände konzipierten Gebirgstrage aus dem unwegsamen Waldgelände zum Hubschrauber. Die Feuerwehr Etzelwang unterstützte die Bergwacht bei der Ausleuchtung des Landeplatzes. Wie gravierend die Verletzungen des 26-Jährigen waren, konnte die Polizei auch am Tag nach dem Unfall noch nicht sagen.

Maximilian Knab von der Bergwacht Amberg berichtete im Gespräch mit der Redaktion, dass bei dem frühlingshaften Wetter und entsprechend guten Bedingungen der vergangenen Tage "bereits zahlreiche Klettersportler an den Felsen der Region" unterwegs gewesen seien. Der aktuelle Unfall sei heuer trotzdem erst der erste Kletterunfall gewesen. Allerdings habe die Bergwacht in diesem Jahr bereits einige andere Einsätze gehabt, darunter einen wegen eines Oberschenkelhalsbruchs eines Langläufers am Rotbühl oder eines Schlittenunfalls eines Kindes bei Hainstetten. Auch nach dem tragischen Unfall in der Mühlbachquellhöhle (Kreis Neumarkt) Anfang Februar, bei dem ein Taucher ums Leben gekommen ist, waren die Amberger im Einsatz.

Tragischer Unfall im Kreis Neumarkt: Höhlentaucher kommt ums Leben

Dietfurt an der Altmühl

Wegen Corona mehr Einsätze

Insgesamt, so berichtet Knab, mache sich momentan die Coronakrise bemerkbar: Weil es die Menschen wegen des Lockdowns vermehrt ins Freie zieht, sie aber wegen der Auflagen in der Umgebung bleiben und beispielsweise nicht in die Alpen reisen, sei der Andrang hier spürbar größer als sonst: "Bereits im vergangenen Jahr kam es zu zahlreichen Kletterunfällen in der Region. Insgesamt konnte seit Beginn der Corona-Krise eine deutliche Einsatzzunahme der Bergwachten in den Mittelgebirgen festgestellt werden."

Corona: Andrang und Unfall am Rotbühl

Hainstetten bei Freudenberg
Rettung in unwegsamen Gelände bei Dunkelheit: Das war die besondere Herausforderung nach dem Kletterunfall bei Neutras.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.