22.01.2021 - 10:17 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Niedermurach regelt den Bau von Photovoltaik-Anlagen

Schon mehrfach sind an die Gemeinde Niedermurach Anfragen für den Bau von Photovoltaikanlagen herangetragen worden. Der Gemeinderat hat nun entschieden, wieviel Platz er künftig der Solarenergie einräumen möchte.

Blick auf eine Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Oberviechtacher Gewerbegebiet-West steht. Solche Vorhaben lässt die Gemeinde Niedermurach künftig auf 30 Hektar ihres Zuständigkeitsbereichs zu.
von Christof FröhlichProfil

Die "Festlegung allgemeiner Vorgaben für Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Gemeindegebiet" bildete den Schwerpunkt der ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr. Wie sich zeigte, herrschte zu diesem Tagesordnungspunkt großer Diskussionsbedarf, zum Großteil allerdings eher allgemeiner Art. Einige Ratsmitglieder waren unter anderem der Ansicht, dass der Bau von Anlagen zur Erzeugung von Solarstrom erst verfolgt werden sollte, wenn der daraus zu viel erzeugte Strom auch gespeichert werden könne.

Die Mehrheit im Gremium war aber der Ansicht, dass die Sinnhaftigkeit oder Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen nicht der Gemeinderat zu entscheiden hätte. Vielmehr sollte Investoren, die den Bau einer Photovoltaikanlage verfolgen, auch die Gelegenheit dazu gegeben werden. Allerdings dürften solche Anlagen nicht überhandnehmen und das Landschaftsbild nicht über Gebühr beeinträchtigt werden. Weil bereits schon Bürger wegen Solarenergie-Projekten angefragt haben, wurde die Festlegung allgemeiner Vorgaben für die Errichtung von Freiflächenanlagen im Gemeindegebiet für erforderlich erachtet.

Das neue Pfarrheim in Niedermurach setzt unter anderem auf Solarenergie

Niedermurach

Nach längerer Aussprache stand schließlich fest, dass von dem knapp 3000 Hektar umfassenden Gemeindegebiet künftig ein Prozent – 30 Hektar – mit Photovoltaikanlagen belegt werden dürfen. Einem Grundstücksbesitzer wird eingeräumt, maximal fünf Hektar Freifläche im Rahmen einer Bauleitplanung für den Bau und die Nutzung einer solchen Anlage zu nutzen – zusammenhängend auch über Flurnummern hinweg.

Als weiterer Parameter kam eine mögliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch Anlagen mit Solarkollektoren zur Sprache. Hier soll das Ziel einer geordneten Bauleitplanung zu Freiflächenanlagen der Erhalt des Landschaftsbildes sein. Im Einzelfall müssen die Ratsmitglieder entscheiden, ob das Landschaftsbild aus Sicht der Gemeinde durch ein Vorhaben überdurchschnittlich beeinträchtigt wird oder nicht. Die Vorgaben sind dann mit 9:4 Stimmen festgelegt worden.

Einige Rechtsuntersicherheiten beseitigten die Räte danach mit dem Beschluss zur Änderung der Gebührensatzung für den Kindergarten in Pertolzhofen. Hier werden nun einige Überarbeitungen vorgenommen und klare Definitionen, was die Gebühren betrifft, eingearbeitet. Die Niederschrift der beigefügten Satzung nahm das Gremium an.

Der "Eiserne Friedrich" bildet den ersten Baustein für den Pertolzhofener Skulpturenpfad

Pertolzhofen bei Niedermurach

Bürgermeister Martin Prey informierte dann noch über mehrere Beschlüsse, die in nichtöffentlicher Sitzung gefasst worden waren. Der Auftrag für die Schließanlage beim Haus der Vereine/Dorfgemeinschaftshaus in Pertolzhofen wurde der Firma Meusel & Beck aus Schwandorf für 6493 Euro erteilt. Für das Projekt wurde auch ein Nachtragsangebot von 1819 Euro der Schreinerei Eckl (Ödmiesbach) angenommen. Zugestimmt wurde auch dem Erwerb der Plastik "Kopf" des Bildhauers Harald Björnsgard aus Radolfzell für 4432 Euro. Die Skulptur steht bereits vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Pertolzhofen und hat bereits den Spitznamen "Eiserner Friedrich" erhalten – erinnernd an einen Vertreter des früheren Adelsgeschlechts der Pertolzhofer.

Die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2019 erfolgte am 4. November. Der Bericht dazu bekannt gegeben. Die Durchsicht der Unterlagen habe keine Beanstandungen ergeben, hieß es. Die Jahresrechnung konnte daher festgestellt und dem Bürgermeister die Entlastung erteilt werden.

Die Plastik "Kopf" von Bildhauer Harald Björnsgard steht vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Pertolzhofen.

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