04.03.2021 - 16:17 Uhr
NittenauOberpfalz

Vogelgrippe im Landkreis Schwandorf: Keulung von 50.000 Tieren

In einem Geflügelbetrieb in Nittenau ist die Vogelgrippe ausgebrochen. 50.000 Tiere müssen gekeult werden. Die Vorbereitungen dafür sind angelaufen.

In einem Betrieb im Nittenauer Ortsteil Bleich ist die Vogelgrippe ausgebrochen.
von Irma Held Kontakt Profil

Der Sprecher des Landratsamtes Schwandorf, Hans Prechtl, bestätigte die Informationen von Oberpfalz-Medien, wonach es in einem Betrieb im Nittenauer Ortsteil Stadl zu einem größeren Ausbruch der Tierseuche Vogelgrippe gekommen ist. Das etwas abseits von der Siedlung liegende Anwesen besteht aus zwei Stallgebäuden mit jeweils acht Abteilungen. Von der Vogelgrippe betroffen ist ein Gebäude. Aus epidemiologischen Gründen müssen alle Tiere, auch die im rund 50 Meter entfernten Gebäude lebenden, gekeult werden. "Das wird als eine Einheit behandelt", sagt Dr. Josef König, der Leiter des Veterinäramtes am Schwandorfer Landratsamt.

Die Keulung vor Ort wird den Freitag über und wohl auch noch am Samstag andauern. Das übernimmt eine Privatfirma. Dem Vernehmen nach sollen die Tiere mit Kohlendioxid getötet werden. Die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittel- und Veterinärwesen (KBLV, Kulmbach) organisiert und kontrolliert die Bestandsräumung, wie die Keulung amtlich heißt. Mehrere Mitarbeiter der Kontrollstelle waren am Donnerstag vor Ort und übernahmen die Koordination. Feuerwehr und THW unterstützen die Aktion logistisch, auch Sanitäter sind vor Ort.

Nach der Keulung folgen die Reinigung und das Desinfizieren der Ställe. Nach einer Abnahme kann dort wieder Geflügel gehalten werden. Bei dem von der Geflügelpest betroffenen Betrieb handelt sich um einen Bruteiproduzenten. In den Ställen leben Masteltern-Tierherden. Die produzierten Eier dienen der Masthähnchenzucht. Diese erfolgt aber nicht vor Ort.

Durch den Ausbruch laufen sämtliche Maßnahmen an, um ein Ausbreiten der Tierseuche, also ein Übergreifen auf weitere Nutz- und Haustierbestände, zu verhindern. Dazu zählt das Ausweisen eines Sperr- und Beobachtungsgebietes sowie die Aufstallungsverordnung. Für Geflügel gilt in Risikogebieten Stallpflicht. Eine entsprechende Verordnung hat das Landratsamt am Donnerstag bereits erlassen. Im Jahr 2007 traf die Vogelgrippe schon einmal den Landkreis: Schwandorf: Damals mussten in Bruck und Nittenau über 200 000 Mastenten sterben. Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Geflügelpest auch im Landkreis Tirschenreuth angekommen ist. Bei zwei verendeten Wildvögeln wurde in der Nähe des Kastler Ortsteils Birkhof an der Haidenaab das Geflügelpest-Virus vom Typ H5N8 nachgewiesen, wie das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte. Es handelte sich um einen Schwan und einen Silberreiher. Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung ordnete das Landratsamt Tirschenreuth in einem Streifen von 500 Metern beidseits der Haidenaab Schutzmaßnahmen an.

Im Kampf gegen die Geflügelpest wird bayernweit eine Stallpflicht in Risikogebieten angeordnet. Bislang seien im Freistaat 23 Fälle der auch Vogelgrippe genannten Krankheit bei Wildvögeln sowie vier Fälle in privaten Hausgeflügelbeständen festgestellt worden, teilte das Umweltministerium am Donnerstag in München mit.

Durch die Stallpflicht und die konsequente Einhaltung der schon bislang geltenden Sicherheitsmaßnahmen soll der Kontakt zwischen Wildvögeln und Haus- und Nutzgeflügel vermieden und so eine Einschleppung verhindert werden.

Im Jahr 2007 mussten in Bruck und Nittenau über 200 000 Mastenten sterben

Hintergrund:

Vogelgrippe

Vogelgrippe H5N8 ist eine Viruserkrankung der Vögel und eine Form der Geflügelpest. Sie wird hervorgerufen durch das Influenza-A-Virus H5N8. Dies ist ein Typ des Influenzavirus, der insbesondere bei Hühnervögeln vorkommt. Sie kann durch Wildvögel auf Zuchtgeflügel übertragen werden und gilt besonders gefährlich für Hühnervögel. Sie verenden in der Regel an der Krankheit.

Das steckt hinter der Vogelgrippe

Weiden in der Oberpfalz
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Kommentare

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M. G.

Dank Massentierhaltung müssen 50.000 Tiere ihr Leben lassen. Ich weiß nicht, wann die Menschen es endlich kapieren und sich gegen diese Haltung von Tieren stellen. Ein anderes Konsumverhalten würde schon mal dazu beitragen. In der heutigen Zeit müssen Nutztiere nicht mehr ausgebeutet werden. Es gibt, was Ernährung anbelangt, soviele Alternativen. Aber nein, die Menschheit kauft Billigfleisch bzw Billigeier. Auch der Klimaschutz lässt grüßen. Ein trauriger Tag.

04.03.2021