16.04.2019 - 17:15 Uhr
NürnbergOberpfalz

Jesuiten stoppen ihre Arbeit im Kosovo

Das Loyola-Gymnasium in Prizren war die Pilotschule der Jesuiten im Kosovo. Nun ist der Schulfrieden gestört.

Bei den Abiturfeiern im Loyola-Gymnasium in Prizen sind die Jesuiten künftig nicht mehr dabei.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Das Loyola-Gymnasium in der Stadt Prizren im Südwesten des Kosovo ist eine Erfolgsgeschichte. Nun ziehen sich die Jesuiten aus dem Projekt zurück. Sie hatten es seit 16 Jahren mit vorangetrieben. Wegen des Rückzugs sind auch die Pläne, eine Berufsschule auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehr-Feldlagers in Prizren zu errichten, gestorben.

An diesen Plänen hatte sich unter anderem der Streit zwischen dem bisherigen Direktor Pater Axel Bödefeld SJ und einer Mehrheit des Trägervereins "Asociation ,Loyola-Gymnasium' (ALG)" entzündet. Am vergangenen Freitag hatte diese dem Jesuitenpater das Vertrauen entzogen. Daraufhin erklärten die Jesuitenprovinzen Österreich, Deutschland und Kroation ihren sofortigen Rückzug aus dem Projekt.

Der Orden bedauere diese Entscheidung, aber eine Mehrheit der Mitglieder des Trägervereins trage "die Grundausrichtung, die der Orden für das ALG wünscht, nicht mit", sagte Pater Bernhard Bürgler SJ laut einer Pressemitteilung der Jesuiten. "Gerade die Arbeit mit den Roma und den Ashkali ist uns ein wichtiger Akzent, der aber von der Mehrheit im Trägerverein nicht unterstützt wird", sagte Bürgler. Das Loyola-Gymnasium in Prizren war im Jahr 2005 unter der Leitung von Pater Walter Happel SJ eingeweiht worden. Happel hatte sein Amt vor vier Jahren an Bödefeld übergeben.

Die deutschen Soldaten die im Kosovo eingesetzt waren, darunter immer wieder auch Männer und Frauen aus der Oberpfalz von der Panzerbrigade 12, haben die Schule seit ihrer Gründung unterstützt. Regelmäßig gab es auch einen Austausch zwischen Schule, Militärseelsorge und dem Bundeswehr-Kontingent.

Die Jesuitenmission bedauert diese Situation sehr, teilte die Hilfsorganisation in Nürnberg mit und verwies darauf, dass sie bis auf weiteres keine Spenden an das Loyola-Gymnasium und das Sozialprojekt "Loyola Tranzit" weiterleiten wolle. Zugleich betont die Jesuitenmission, dass sie selbstverständlich die Zweckbindung der Spenden respektiere. "Wir wollen aber zunächst die Entwicklung in Prizren abwarten und werden Sie dann zeitnah informieren", hieß es.

Der Trägerverein will die Bildungsarbeit fortsetzen. Sowohl das Loyola-Gymnasium selbst, wie auch die Grundschule und das Projekt "Loyola-Tranzit" genießen selbstverständlich die Unterstützung der Trägervereinsmitglieder", teilten diese mit.

Deutsche Soldaten lassen sich das Projekt „Loyola Tranzit“ des Loyola-Gymnasiums erklären. Im sozialpädagogischen Zentrum engagieren sich die Schüler für benachteiligte Kinder aus dem Roma-Viertel.
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