18.02.2019 - 21:17 Uhr
NürnbergOberpfalz

Katastrophenfall ausgerufen: Fliegerbombe in Nürnberg muss gesprengt werden

Bauarbeiter finden in einer Grube eine Fliegerbombe. Der Nürnberger Süden wird weiträumig abgesperrt, Tausende müssen sich in Sicherheit bringen.

Großeinsatz in Nürnberg: Feuerwehr-Fahrzeuge stehen auf einer Straße neben einem Gelände, auf dem eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde. Für die Entschärfung des 250 Kilogramm schweren Sprengkörpers mit chemischem Langzeitzünder wurde ein Kilometer rund um den Fundort eine sofortige Evakuierung angeordnet.
von Mona-Isabelle Peter Kontakt Profil

Der Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat Tausende Menschen in Nürnberg in Atem gehalten. Nachdem eine Entschärfung durch Spezialisten am Montag nicht möglich war, kündigte die Stadt am Abend eine kontrollierte Sprengung an. Die Vorbereitungen dafür dürften mindestens zwei Stunden dauern, teilte die Stadt mit. Um 19.25 Uhr hätten die Städte Nürnberg und Fürth vorsorglich den Katastrophenfall ausgerufen, hieß es weiter.

Vor der kontrollierten Sprengung einer Fliegerbombe haben die Städte Nürnberg und Fürth vorsorglich den Katastrophenfall ausgerufen. Alle Einsatzkräfte werden nun zentral gelenkt, wie ein Sprecher der Stadt am Montagabend erklärte. "Dadurch sollen die Abstimmungen einfacher werden."

"Wir haben akute Explosionsgefahr", sagte Feuerwehrsprecher Horst Gillmeier. Die Bombe habe einen chemischen Langzeitzünder. "Man kann nicht sagen, wann der explodiert", sagte er. Die etwa 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe war am Vormittag bei Bauarbeiten an einer Lärmschutzwand in einer zwei Meter tiefen Grube entdeckt worden. Seit dem Nachmittag hatten Sicherheitskräfte das Gebiet um den Fundort im Stadtteil Höfen weiträumig geräumt. In einem Umkreis von einem Kilometer mussten nach Angaben der Feuerwehr rund 8000 Menschen ihre Wohnungen verlassen - darunter etwa 5000 Anwohner. Betroffen sind Gebiete im Nürnberger Süden und im benachbarten Fürth.

Um Druckwellen bei der Sprengung abzuleiten, sollten Entlastungsgräben gegraben werden. Außerdem wurden 16 mit Strohballen und Wassersäcken gefüllte Container zum Fundort gebracht, um einen Puffer zu bilden. Der Stadt zufolge waren 800 Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte im Einsatz.

Als weitere Vorsichtsmaßnahmen wurden Straßen gesperrt und der Luftraum in 1000 Metern Höhe abgeriegelt. Der Bombenfund sorgte auch für Behinderung im öffentlichen Nahverkehr. Eine Grundschule in Nürnberg sowie drei Turnhallen in Fürth wurden als Sammelstelle für die Anwohner eingerichtet.

Der Fall weckt Erinnerungen an die missglückte Sprengung einer Weltkriegsbombe in München im August 2012. Damals hatten die Experten im Stadtteil Schwabing Stroh genutzt, um die Wucht der Detonation zu Dämmen. Das Material entzündete sich allerdings und verteilte sich durch die Druckwelle in einem weiten Radius. Eine Boutique brannte völlig aus, auch ein Getränkeladen und ein Tonstudio wurden beschädigt.

Die Südwesttangente ist zwischen den Anschlussstellen Kleinreuth und – auf Fürther Stadtgebiet – Schwabacher Straße komplett gesperrt. Die Höfener Spange in Richtung Südwesttangente ist ebenfalls gesperrt.

Beide Städte haben Bürgertelefone für Informationen eingerichtet: 0911/64375-888 (Nürnberg), 0911/9743698 (Fürth).

Die VAG informiert über die Beeinträchtigungen des öffentlichen Nahverkehrs.

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Regensburg
Ein Bagger steht auf einem Gelände auf dem eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde. Für die Entschärfung des 250 Kilogramm schweren Sprengkörpers mit chemischem Langzeitzünder wurde ein Kilometer rund um den Fundort eine sofortige Evakuierung angeordnet.

So verlief die Entschärfung der Fliegerbombe in Obertraubling

Regensburg
Ein Bagger steht mit einem Fahrzeug des Kampfmittelräumdienstes auf einem Gelände, auf dem eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde. Für die Entschärfung des 250 Kilogramm schweren Sprengkörpers mit chemischem Langzeitzünder wurde ein Kilometer rund um den Fundort eine sofortige Evakuierung angeordnet.
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