Oberpfalz
02.11.2023 - 11:23 Uhr

Gut gepflegt halten Werkzeuge länger – Gartengeräte reinigen und reparieren

Ein schöner Garten erfordert nicht nur einen grünen Daumen, sondern auch gut gewartete Gartengeräte. Regelmäßige Pflege, Reinigung und Reparaturen sind wichtig, um sicherzustellen, dass Werkzeuge effizient arbeiten.

Die zahlreichen Aufgaben im Garten erfordern viele unterschiedliche Geräte – von Spaten über Gartenschere bis zum Rasenmäher. Und die wollen gepflegt werden, gereinigt, geölt und geschärft. „Bei Handwerkzeugen können Sie alle anfallenden Pflegearbeiten problemlos selbst erledigen“, sagen die Experten der DIY-Academy. „Für viele Wartungsarbeiten ist lediglich ein wenig handwerkliches Geschick notwendig und einige Werkzeuge, die in den meisten Haushalten sowieso vorhanden sind.“ Der beste Zeitpunkt dafür ist der Herbst, wenn die Geräte für den Winter weggeräumt werden.

Handwerkzeuge wie Spaten und Harke:

  • Pflege: Halten Sie die Werkzeuge sauber und trocken, um Rostbildung zu verhindern. Ölen Sie die Metalloberflächen, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.
  • Reinigung: Entfernen Sie Erde und Rückstände nach jedem Einsatz. Verwenden Sie eine Drahtbürste, um verkrusteten Schmutz zu entfernen.
  • Reparatur: Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand von Holzstielen und ersetzen Sie sie bei Rissen oder Brüchen. Schärfen oder ersetzen Sie bei Bedarf die Kanten der Schaufel oder der Harke.

(Benzin-)Rasenmäher:

  • Pflege: Reinigen Sie den Mäher nach jedem Einsatz von Gras und Schmutz. Überprüfen Sie den Ölstand und ersetzen Sie das Motoröl gemäß den Herstelleranweisungen.
  • Reinigung: Entfernen Sie den Zündkerzenstecker, bevor Sie den Mäher reinigen. Reinigen Sie das Gehäuse, die Klingen und den Grasfangbehälter sorgfältig.
  • Reparatur: Schärfen oder ersetzen Sie die Klingen regelmäßig, um saubere Schnitte zu gewährleisten. Überprüfen Sie die Zündkerze und den Luftfilter und ersetzen Sie sie bei Bedarf.

Bevor Sie mit Ihrer Arbeit am Mäher starten, denken Sie daran, bei Elektromähern das Stromkabel zu ziehen, bei Akkumähern den Akku herauszunehmen und bei Benzinmähern den Zündkerzenstecker abzuziehen.

Die Gartensaison endet gewöhnlich zu Beginn des Winters, wenn das letzte Laub vom Rasen und befestigten Flächen – wie der Einfahrt – entfernt ist oder mit dem Schnitt der Gehölze. Danach werden die meisten Werkzeuge bis zum Frühjahr nicht mehr gebraucht – die perfekte Jahreszeit also für Pflege und Wartung. Dazu gehören eine gründliche Säuberung, eine Sichtprüfung auf eventuelle Defekte, wenn nötig eine Instandsetzung und das Schärfen und Ölen der Werkzeuge.

Was muss jährlich gemacht werden?

Der erste Schritt ist die mechanische Reinigung von anhaftenden Verunreinigungen (Boden-, Pflanzen-, Düngemittelreste, Rost). Dies geschieht je nach Werkzeug und Art der Verschmutzung mit einem Wasserstrahl, Handfeger oder einer Draht- beziehungsweise Messingbürste. Harz-Reste an Scheren und Sägen lassen sich mit Spiritus oder einem anderen Lösungsmittel und einem Lappen beseitigen.

Während die Oberflächen trocknen, können Sie die Werkzeuge auf Verschleißerscheinungen und Beschädigungen prüfen. Betroffene Werkzeuge sollten jetzt instandgesetzt werden, damit sie nicht während der kommenden Saison ausfallen. Bei einem beschädigten Stahlkörper des Werkzeugs ist eine Reparatur ohne Schweißgerät meist nicht möglich. Hier ist ein Austausch notwendig.

Abgenutzte Spaten sollten geschärft werden. Am einfachsten und schnellsten funktioniert das bei Werkzeugen zur Bodenbearbeitung mit einem Winkelschleifer mit Metall-Schleifscheibe. Wer keine Flex zur Hand hat, kann auch eine Stahlfeile benutzen. Die Arbeit dauert dann nur länger. Unabhängig vom Schleifwerkzeug wird das Gartenwerkzeug dafür in einen Schraubstock eingespannt.

Nicht alle Handwerkzeuge zur Bodenbearbeitung müssen jährlich geschärft werden. Die Intervalle hängen ab von der Häufigkeit der Nutzung. Als Faustregel kann gelten: Fühlt sich der Arbeitsbereich des Werkzeugs ohne Handschuhe nicht mehr scharf, sondern eher abgerundet an, sollte ein Schliff erfolgen. Die Arbeit wird danach deutlich leichter fallen.

Durch abschließendes Ölen der Metallflächen wird während der Einlagerung bei hoher Luftfeuchtigkeit die Bildung von Flugrost verhindert. Spezielle Sprühöle gibt es in Baumärkten und im Gartengeräte-Fachhandel. Alternativ kann auf diese „groben“ Werkzeuge auch ein preiswertes dünnflüssiges Pflanzenöl mit einem Lappen aufgetragen werden, wie Sonnenblumen- oder Sojaöl.

Klingen schleifen und ölen

Garten- und Astscheren sowie Gartenmesser erhalten mindestens einmal pro Jahr einen Klingenschliff. Bessere Scheren lassen sich dazu zerlegen, um die Klinge auf ganzer Länge schleifen zu können. Als Schleifsteine kommen ein Sensenschleifstein für den Grobschliff und ein Belgischer Brocken für den Feinschliff infrage – erhältlich in Baumärkten oder im Gartenfachhandel. Aber auch spezielle Schleifwerkzeuge mit Diamantbesatz oder Wolframkarbid-Stein werden angeboten.

Zum Schleifen führen Sie die Schneidfläche der Klinge in kreisenden Bewegungen und mit leichtem Druck über den nassen Schleifstein, der zwischendurch immer wieder benässt wird. Dabei halten Sie den von der Klinge vorgegebenen Schleifwinkel möglichst genau ein. Die Klingen von Bypass-Scheren werden einseitig, die von Amboss-Scheren beidseitig geschliffen. Ein solcher Schleifvorgang kann durchaus 20 bis 30 Minuten dauern.

Die Handhabung der speziellen Schleifwerkzeuge weicht vom Gebrauch der Schleifsteine ab. Hier helfen die Anwendungshinweise des Herstellers weiter.

Die größeren Hecken- und Grasscheren fixieren Sie besser vorsichtig in einem Schraubstock und führen den nassen Schleifstein in kreisenden Bewegungen über die Klingen.

Wer sich das Ganze nicht selbst zutraut, kann einen Schärfservice nutzen, der häufig von Werkzeugvermietungen angeboten wird.

Abschließend werden die Metallflächen und beweglichen Teile mit einem speziellen Pflegeöl, Nähmaschinenöl oder Multifunktionsöl behandelt und die Schere wieder zusammengebaut. Dabei stellen Sie das Spiel so ein, dass sich die Schere leicht öffnet, aber die Klinge und Gegenklinge im geschlossenen Zustand ohne Spalt aneinander liegen.

Sägeblätter werden nach der Reinigung von Pflanzenharzen mit Spiritus oder einem anderen Lösungsmittel lediglich geölt. Da ein eigenständiges Schärfen nicht zufriedenstellend möglich ist, bleibt bei nachlassender Sägeleistung nur der Austausch gegen neue Blätter.

Hier hilft nur ersetzen

Manchmal zeigt eine Scherenklinge tiefe Kerben. Sie können entstehen, wenn beim Gehölzschnitt versehentlich etwa der Maschendrahtzaun getroffen wird. Die Schnittflächen der Äste sind dann ausgefranst oder Äste werden nicht mehr komplett durchtrennt.

Durch einen Schliff lassen sich tiefe Kerben meist nicht ordentlich beseitigen. In diesem Fall hilft nur der Austausch der beschädigten Klinge gegen ein neues Ersatzteil.

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