21.11.2021 - 12:49 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Abwärtstrend stoppen: Leerstände bieten Chancen für Oberviechtach

Neubau oder Bestandserhalt? Oberviechtach will seine Altstadt zum Positiven hin verändern und lotet anhand einer Quartierstudie die Möglichkeiten aus. Die Bürger bewerten die Konzepte und bringen Ideen ein.

Etliche Leerstände prägen das Bild der Nabburger Straße. Doch die großen, ungenutzten Freiflächen hinter den Gebäuden bieten ein großes Gestaltungspotenzial, um die Wohnqualität in der Altstadt zu steigern.
von Christof FröhlichProfil

Bürgermeister und Stadtrat wollen die Leerstände beseitigen und einen spürbar erhöhten "Wohlfühlwert" in das innerstädtische Areal zwischen Nabburger Straße, Karfreitaggasse, Bahnhofstraße und Marktplatz bringen. Die Entwicklungsmöglichkeiten sind durch eine städtebauliche Rahmenplanung und eine mögliche zukünftige Ausrichtung durch Fertigung einer Quartierstudie (Büro Schinner Architekten + Stadtplaner aus Würzburg) abgesteckt. Die Studie wurde Anliegern und weiteren Interessierten am Donnerstagabend im Rahmen eines Bürgerdialogs im Emil-Kemmer-Haus durch Architektin Alexandra Franzke vorgestellt.

Am Beginn dieses gut besuchten Abends dankte Bürgermeister Rudolf Teplitzky den anwesenden Bürgern für ihr Interesse an einer positiven Fortentwicklung der Innenstadt. Er zeigte auch Verständnis für jene, welche aufgrund der Corona-Pandemie nicht gekommen waren. Teplitzky forderte die Anwesenden auf, sich nach der Vorstellung der Studie zu äußern und Ideen und Vorschläge einzubringen, "die möglicherweise dann in die Planungen eingearbeitet werden können".

Gespräche mit Eigentümern

"Im Innenstadtbereich ist durch Sanierungen und Fassadenveränderungen schon viel Gutes geleistet worden", stellte Architektin Alexandra Franzke fest, doch sei durch Leerstände und nicht mehr genutzte Gebäude oder Gebäudeteile dennoch ein Abwärtstrend zu erkennen. "Um diesen zu stoppen, ist zunächst eine Bestandsanalyse notwendig", erklärte sie und stellte diese dann auch vor. Dazu seien Gespräche mit den Eigentümern geführt worden, "um deren Planungen mit einbeziehen oder durch Möglichkeiten der teilweise recht lukrativen Städtebauförderung in andere Bahnen lenken zu können".

Großes Umgestaltungspotenzial werde in und hinter den nicht mehr bewohnten Altbauten in der Nabburger-Straße gesehen: "Große ungenutzte Freiflächen hinter den Häusern bieten viele Möglichkeiten", so die Architektin, die sich dort mitten in der Innenstadt beispielsweise einen kleinen Stadtpark für einen Mehrgenerationentreff vorstellen könnte, wozu in den neu zu gestalteten Bauten davor ein Gebäude für "Betreutes Wohnen" passen würde. Es gebe auch gute Möglichkeiten für "etwas versteckte Parkplätze" in der Innenstadt. Eines der Hauptziele müsse es auch sein, stadtbildprägende Gebäude zu erhalten.

Zu all den Möglichkeiten der Umgestaltung der Innenstadt und Steigerung der Attraktivität und Wohnqualität legte Alexandra Franzke drei unterschiedliche Konzepte vor, die von den Anwesenden in Gruppen bewertet und mit eigenen Ideen versehen wurden.

Haus für die Jugend

Das Konzept "Teilrückbau" ist dabei gut bewertet worden, beim Konzept "Neubau" standen die nicht genutzten Altbauten in der Nabburger-Straße im Fokus und beim Konzept "Erhalt" verwies die Arbeitsgruppe auf die in der Altstadt gefundenen Keller und Gänge und regte an, den Bau eines "Hauses für die Jugend" ins Auge zu fassen und auch mehr Grün in die Innenstadt zu bringen.

In Arbeitsgruppen konnten die Anwesenden die vorgestellten Konzepte bewerten und eigene Ideen und Vorschläge einbringen.
Unschöne Gebäude oder Gebäudeteile könnten abgebrochen und die dadurch entstehenden Freiflächen neu gestaltet werden.
Nicht genutzte Flächen hinter alten Häusern könnten in die Neugestaltung einbezogen werden.
Engstellen, wie hier bei der Einfahrt in die Karfreitaggasse, sollten beseitigt werden.

Stadtrat setzt sich für weniger Leerstände in Oberviechtach ein

Oberviechtach

"Große, ungenutzte Freiflächen hinter den Häusern bieten viele Möglichkeiten."

Architektin Alexandra Franzke zu den Altbauten in der Nabburger Straße

Architektin Alexandra Franzke zu den Altbauten in der Nabburger Straße

Hintergrund:

Altstadtsanierung Oberviechtach: Stadtrat verlängert Satzung bis Dezember 2036

  • Das Sanierungsgebiet "Altstadtsanierung Oberviechtach" wurde am 5. April 1994 förmlich festgelegt.
  • Sanierungssatzungen, die vor dem 01.01.2007 bekannt gemacht wurden, sind bis spätestens 31. Dezember 2021 grundsätzlich aufzuheben.
  • Die Aufhebung gilt jedoch dann nicht, sofern die Stadt feststellt, dass die Zwecke und Ziele noch nicht vollständig erfüllt sind. Die Frist zur Umsetzung kann bis zu 15 Jahre verlängert werden.
  • Der Stadtrat hat deshalb in der Sitzung am 12. Oktober 2021 die Geltungsdauer der Satzung "Altstadtsanierung Oberviechtach" bis 31. Dezember 2036 verlängert.
  • Durch Erhalt der Sanierungssatzung können weiterhin Mittel aus der Städtebauförderung generiert werden. Die Eigentümer können Vorteile über die erhöhte steuerliche Abschreibung in Anspruch nehmen. (ptr)

 

 

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