18.06.2020 - 09:12 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Behelfskrankenhäuser im Landkreis Schwandorf bleiben vorerst

Die Behelfskrankenhäuser in Oberviechtach und Schwandorf wurden bisher nicht benötigt. Trotzdem bleiben sie vorerst bestehen. Sie stören nicht und der Landkreis will für eine mögliche zweite Corona-Welle gewappnet sein.

In den oberen vier Stockwerken der Asklepios-Klinik Oberviechtach wurde ein Behelfskrankenhaus eingerichtet.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Bereits im März als das Coronavirus mehr und mehr zum Thema wurde, wurden im Landkreis Schwandorf zwei Behelfskrankenhäuser eingerichtet: Im Krankenhaus St. Barbara in Schwandorf und in der Asklepios-Klinik in Oberviechtach. 100 Normalbetten stehen in Oberviechtach zusätzlich bereit. Bisher wurden sie nicht benötigt und auch wenn die Ansteckungszahlen abflauen, gebe es noch keinen Grund, die Noteinrichtungen wieder abzubauen.

Die Asklepios-Klinik wird bereit gemacht

Oberviechtach

Die vier Stockwerke der Asklepios-Klinik, in denen die Betten untergebracht sind, stehen sowieso leer. "Wir sind froh darüber, dass die Behelfskrankenhäuser bislang nicht benötigt wurden, weil das ein Beleg dafür ist, dass das von der Politik von Anfang an formulierte Ziel, die Epidemiekurve durch die verfügten Einschränkungen soweit abzuflachen, dass die Krankenhäuser nicht überlastet werden, bislang erreicht wurde", sagt Hans Prechtl, Pressesprecher des Landkreises Schwandorf, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.

Mehr Krankenbetten wegen Corona

Oberviechtach

Zuständen wie in Italien oder Spanien, wo Erkrankte auf Feldbetten oder sogar auf dem Boden liegen mussten, wollte man vorbeugen. Und auch beim Abbau zählt Vorsicht vor Nachsicht. "Aktuell sieht es natürlich nicht danach aus, dass Oberviechtach belegt werden müsste, aber wir wollen für eine etwaige zweite Welle genauso gut gerüstet sein, wie wir das während der ersten Welle waren", betont Prechtl. Im Ernstfall würden auch die Nachbarlandkreise von den zusätzlichen Betten profitieren.

Dass zwei der Notfallkrankenhäuser im Kreis Schwandorf stehen, ist schlichtweg den passenden Voraussetzungen zuzuschreiben, wie German Greif, Oberstleutnant der Reserve und Leiter des Kreisverbindungskommandos Schwandorf bei einem früheren Termin erklärte. Er und seine Truppe haben den Aufbau der Krankenhäuser organisiert. Die leerstehenden Räume in St. Barbara und der Asklepios-Klinik haben sich ideal geeignet. Kein Grund also, die Betten aktuell abzubauen.

Artikel über das Kreisverbindungskommando

Schwandorf

Prechtl: "Das ist auch der Unterschied zum Abbau vergleichbarer Einrichtungen in anderen Landkreisen, wo abzuwägen ist, wie wahrscheinlich eine Belegung ist und ob es im Hinblick darauf ermessensgerecht ist, die andere Nutzung auszuschließen."

Im Blickpunkt:

Zusätzliches Personal in der Hinterhand

Nicht nur zusätzliche Betten wären im Ernstfall verfügbar gewesen. Es muss auch jemand da sein, der die Patienten versorgt. Für beide Stellen wären das 15 Ärzte, 16 Personen für die Pflege und sieben Fachkräfte für die Verwaltung gewesen. "Vorrangig wäre dieser Personenkreis aber am zuerst zu belegenden Behelfskrankenhaus in Schwandorf eingesetzt worden", erklärte Hans Prechtl, Pressesprecher des Landkreises Schwandorf.

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