30.08.2019 - 09:40 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Ein Leben hinter der Theke

Die Gastronomie ist das Leben von Hildegard und Gerhard Hanauer. Mit Tochter Alexandra als "Frontfrau" übernimmt die Oberviechtacher Wirtsfamilie eine In-Kneipe in bester Lage in Regensburg.

Hildegard, Alexandra und Gerhard Hanauer sin din der Gastronomie erfolgreich. Das Bild entstand beim Abschied vom "MP 12".
von Gertraud Portner Kontakt Profil

"Positiver Stress" beherrscht derzeit die Tage der Gastronomie-Familie Hanauer. Beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien hält Wirtin Hildegard Hanauer im Musikcafé Dali in Nabburg die Stellung, während Ehemann und Tochter im Café/Restaurant Scholz am Dachauplatz in Regensburg werkeln. Denn dort wartet mit der Eröffnung am 5. September eine neue Herausforderung.

Die Familie Hanauer hat das bekannte Lokal "Scholz" am Dachauplatz in Regensburg gepachtet. Eröffnung ist am 5. September.

Auf der Erfolgsspur

"Wir suchten schon länger etwas in Regensburg. Das ,Scholz' ist jetzt einfach bombig und perfekt", freut sich die Oberviechtacherin. Die In-Kneipe am Parkhaus Dachauplatz besteht seit 13 Jahren und liegt zentral am Eingang zur Altstadt an der Fußgängerzone. Die Stadtwerke Regensburg als Eigentümer suchten einen neuen Pächter. "Wir kamen unter vielen Bewerbern unter die ersten Drei", berichtet Hildegard Hanauer voller Vorfreude auf das neue Lokal. Und sie betont: "Wir konnten mit Erfahrung und Konzept punkten und erhielten den Zuschlag." Kein Wunder. Hildegard und Gerhard Hanauer verwöhnen ihre Gäste seit vielen Jahren mit Herzlichkeit und einem erstklassigen Speisen- und Getränkeangebot. Und sie verbesserten bzw. vergrößerten sich ständig. Start war in Oberviechtach im "Intermezzo" (Karfreitaggasse), worauf das "Charivari" (Bezirksamtsstraße und später Nunzenrieder Straße) folgte. Im Oktober 2012 wurde dann das "MP 12" am Marktplatz übernommen und bis Frühjahr 2018 geführt.

Wir konnten mit Erfahrung und Konzept punkten und erhielten den Zuschlag.

Hildegard Hanauer freut sich auf die Eröffnung eines Lokals in Regensburg

Als Familie auftreten

Seit Dezember 2017 steht die Familie Hanauer hinter der Theke der legendären Kneipe "Dali" in Nabburg. Das Konzept mit Café, Bar und Restaurant wurde beibehalten und verstärkt auf Burger nach amerikanischen Rezepten gesetzt. Diese werden im "Scholz" nicht auf der Karte zu finden sein, sondern eher die gehobene Küche. So gibt es auch keine Pizzen, dafür aber vegane Gerichte und eine neue Abendkarte, bei der beispielsweise auch ein "Original Wiener Schnitzel" vertreten ist. Auch in Regensburg wollen sie als Familienbetrieb auftreten, wobei Tochter Alexandra (24) als "Frontfrau" gesetzt ist. "Sie ist halt ein Wirtskind und hat es immer schon gerne gemacht", freut sich die Mutter. Arbeit wartet auf 165 Quadratmetern Innenraum und der Terrasse mit 150 Quadratmetern genug. Nicht nur die Fußgängerzone grenzt an, sondern auch das Rathaus, die Industrie- und Handelskammer (IHK), viele Geschäfte und Büros. "600 Angestellte arbeiten in der Nähe. Deshalb wollen wir auch ein Business-Lunch-Angebot aufnehmen." Geöffnet wird das Lokal von 9 Uhr bis 23 Uhr (Freitag und Samstag bis 2 Uhr nachts). Die Gäste können den Morgen mit einem Frühstück beginnen, mittags speisen, Kaffee und Kuchen auf der Sonnenterrasse genießen und den Tag an der langen Theke ausklingen lassen. Für die Wochenenden planen die neuen Pächter ein Nachtprogramm mit DJ und Barkeeper. Sonntags ist Ruhetag.

"Das könnten wir uns im Dali nicht leisten. Denn hier ist der Sonntag mit der stärkste Tag", sagt Hildegard Hanauer schmunzelnd. Das Musik-Cafe wolle die Familie auf jeden Fall weiterführen, "denn jetzt sind wir da angekommen, wo wir seit der Eröffnung vor knapp zwei Jahren hinwollten." Auch in Regensburg wartet eine Herausforderung. Denn das "Scholz" war vier Monate geschlossen (aufgrund Insolvenz der Pächter, Anmerkung der Redaktion). Der Name bleibt, nur der Schriftzug wird abgeändert. "Man muss sich den Trends anpassen und auf die Kunden eingehen", beschreibt Hanauer ihren erfolgreichen Weg. Derzeit gefragt ist saisonell und regional, weshalb es aktuell beispielsweise eine eigene Pfifferling-Karte gibt.

Die Familie wohnt weiterhin in Oberviechtach. Die Frage, ob sie das immer noch leerstehende "MP 12" wieder übernommen möchte, beantwortet Hildegard Hanauer mit "Nein. Das Kapitel ist abgeschlossen". Es sei eine sehr schöne Zeit in einem Haus mit tollem Ambiente gewesen. Aber hier müsse man im Sommer so richtig "ranklotzen" können, um den Winter mit nur 65 Sitzplätzen zu überstehen. Aufgrund der starren Sperrzeitregelung - ab 22 Uhr müssen die Gäste den Marktplatz verlassen - sei dies aber nicht möglich.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.