25.02.2020 - 20:02 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Staatssekretär Silberhorn lässt sich von Oberviechtacher Panzergrenadieren den Puma zeigen

Auf den Schützenpanzer Puma will kein Oberviechtacher Panzergrenadier mehr verzichten. Er ist die Zukunft. Das macht auch Staatssekretär Silberhorn deutlich und nimmt die Industrie in die Pflicht.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Thomas Silberhorn (CSU, links) unterhält sich bei seinem Besuch in der Gernzland-Kaserne mit Oberviechtacher Panzergrenadiere. Rechts neben Silberhorn steht Bataillonskommandeur Oberstleutnant Andreas Bleek.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Beim Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach (Kreis Schwandorf) ist die Zukunft des deutschen Heeres seit längerem zu besichtigen. Der Verband hat vor zwei Jahren den neuen Schützenpanzer Puma eingeführt - lange Zeit eine Großbaustelle der Bundeswehr. Von dieser sind aber zunehmend Erfolgsmeldungen zu hören. Die Kinderkrankheiten des komplexen Systems, zu dem neben dem Panzer auch die digitale Vernetzung und Ausrüstung der Grenadiere gehört, werden weniger.

Über den Puma und die Situation des Verbandes in der Grenzland-Kaserne hat sich der parlamentarische Staatssekretär in Bundesverteidigungsministerium, Thomas Silberhorn (CSU), am Dienstag informiert. Im Gespräch mit den Soldaten macht er deutlich, dass er sich nicht nur aus den Akten informieren will, sondern direkt an den Standorten. Deshalb fährt er an diesem Tag weiter zum Stab der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" in Cham und an diesem Mittwoch zum Panzerpionierbataillon 4 in Bogen.

Das Panzergrenadierbataillon 122 mit seinen rund 500 Soldaten verfügt derzeit über 40 Pumas, 44 sollen es laut Ausrüstungsplan am Ende sein. Mitarbeiter der Herstellerfirmen sind regelmäßig in Oberviechtach, um Fehler zu beheben.

Silberhorn sieht die Industrie in der Pflicht. Er verweist auf vorhandene Lücken und fordert im Gespräch mit Journalisten: "Wir müssen schneller werden, wir müssen alle an einem Strang ziehen." Das Ziel lautet Einsatzbereitschaft. "Wir wollen 2023 einsatzbereit sein, auch in einer Verpflichtung der Nato. Der Puma ist ein wichtiger Beitrag dazu", betont der Bundestagsabgeordnete. Zudem spricht er die geplante Verbesserung der Ausrüstung der Soldaten an. Diese müssten so ausgebildet werden und üben, wie sie es im Einsatz brauchen.

Die Panzergrenadiere fragt der Staatssekretär unter anderem nach deren Zufriedenheit mit der Ausrüstung und deren Gewicht. Zwischen 40 Kilo und 60 Kilo, manchmal auch noch mehr, haben die Soldaten zu tragen. Silberhorn zieht zur Probe selbst einen Teil die digitalen Ausrüstung an. Mehr als 30 Kilogramm, lautet sein Resümee, als er auf der Waage steht. Dabei hat er keinen Helm auf oder eine Waffe in der Hand. Puma-Kommandant Oberfeldwebel Raphael Ludwig erklärt Silberhorn den Schützenpanzer und die persönliche Ausrüstung der Soldaten. Vor allem die Optik, etwa das Nachtsichtgerät, und die Möglichkeiten digitaler Vernetzung überzeugen diese. Es wird deutlich: Zum Schützenpanzer Marder, mit dem der Verband in Afghanistan und in Litauen im Einsatz war, will keiner zurück.

Besuch von Thomas Silberhorn in Weiden

Weiden in der Oberpfalz

Afghanistan ist ein Einsatz, der zu Ende geht. US-Präsident Donald Trump kündigte am Dienstag in Neu Delhi eine Reduzierung der US-Truppen am Hindukusch auf 8600 an. Danach "werde entschieden, was das endgültige Ergebnis sein wird". US-Außenminister Mike Pompeo stellte in Washington klar: "Wir sind nicht verpflichtet, zu gehen, es sei denn, sie (die Taliban) können beweisen, dass sie ihren Teil der Abmachung komplett einhalten." Für die Bundeswehr gelte, sie ist mit den USA hinein und geht mit diesen heraus, sagte Silberhorn zu Oberpfalz-Medien.

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