15.01.2019 - 17:48 Uhr
Oberpfalz

Ohne Plan ins Glück

Wir sollten lieber wieder etwas mehr Vertrauen haben - in uns selbst und in das Leben, fordert die OWZ-Glücksexpertin.

Wenn sich das eigene Leben irgendwann nicht mehr wie das eigene Leben anfühlt, fordert es eine Veränderung von uns.

Erst einmal den Schulabschluss schaffen, dann die Ausbildung oder das Studium erfolgreich abschließen, sich glücklich verlieben, später eine Familie gründen, ein Haus kaufen, glücklich sein ... Sehen so oder so ähnlich auch die Pläne aus, die Sie für Ihr Leben gemacht haben? Und sind Sie sie vielleicht schon mal in ein tiefes Loch gestürzt, als Sie feststellen mussten, dass eben nicht immer alles nach Plan läuft? "Wie töricht ist es, Pläne für das ganze Leben zu machen, da wir doch nicht einmal Herren des morgigen Tages sind." Was der römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca schon vor zwei Jahrtausenden erkannte, scheint jedoch auch heute immer noch bei den wenigsten von uns angekommen sein. Viele von uns denken tatsächlich, unser Leben müsse einem von uns ausgearbeiteten Plan folgen. Tatsächlich?

Fakt ist: Wir haben heutzutage eine Unmenge an Möglichkeiten - unsere Biografie ist nicht mehr festgelegt wie in vergangenen Jahrhunderten, wir können unsere eigene Geschichte selbst schreiben. Wir dürfen und müssen uns immer wieder entscheiden. Und zweifeln oft danach, ob wir tatsächlich eine gute Wahl getroffen haben. Besonders dann, wenn wir irgendwann feststellen, dass unser derzeitiges Leben so gar nicht das ist, was wir uns einst erträumt haben. Wenn sich das eigene Leben dann irgendwann nicht mehr wie das eigene Leben anfühlt, fordert es eine Veränderung von uns. Das Gute: Ein genauer Plan ist dafür gar nicht nötig. "Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine andere", sagt ein Sprichwort.

Und wenn wir eine Tür hinter uns schließen, befinden wir uns in einem ganz neuen Raum. Das hier nichts passiert, geht gar nicht. Es wird immer etwas passieren, sich etwas Neues auftun. So funktioniert eben das Leben. In dem Augenblick, indem wir uns selbst aus einer unerfreulichen Situation befreien, macht sich Erleichterung breit - und wir fragen uns, warum wir uns so lange an der Unzufriedenheit festgehalten haben. Ob Kündigung, Wohnort- oder Berufswechsel, der Versuch einer Selbstständigkeit oder der Aufbruch zu einer Weltreise - alles Neue ist erst einmal ein Sprung ins kalte Wasser. Man zögert, springt, schreit, aber wenn man auftaucht, fühlt man sich lebendiger denn je und fragt sich, warum man sich so schwer getan hat.

Vielleicht deshalb, weil wir wieder einmal dachten, alles funktioniere nur mit einem perfekten Plan. Dabei sollten wir mal lieber etwas mehr Vertrauen haben - in uns selbst und in das Leben. Denn sobald wir nicht mehr die Sicherheit, sondern unser Glück und unsere Gesundheit zur Priorität machen und darauf hören, was uns wirklich gut tut, wird unser Leben ganz von selbst seinen Weg finden. Ganz ohne Plan. Nicht umsonst sagt ein Sprichwort: "Leben ist das, was passiert, während wir eifrig Pläne machen." (ewa)

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