15.07.2020 - 09:31 Uhr
ParksteinOberpfalz

Zu alt, zu überlastet: Parksteiner Kläranlage vor Sanierung

Die Kläranlage Parkstein muss saniert werden. Wie komplex das Thema ist, zeigt dem Marktgemeinderat eine Studie auf.

Die Kläranlage Parkstein entspricht nicht mehr den technischen Anforderungen, eine Sanierung ist unerlässlich, wenn weiterhin vorbehandeltes Abwassers in die Schweinenaab eingeleitet werden soll.
von Walter BeyerleinProfil

Rund eineinhalb Stunden dauert im Regelfall eine Sitzung des Marktgemeinderates Parkstein. Diese Zeit benötigte am Montagabend Ingenieur Günter Schwab vom Ingenieurbüro Zwick schon, um bis ins Detail die Studie für die Sanierung der Kläranlage Parkstein vorzustellen. Doch bis die sanierte Kläranlage voll in Betrieb gehen kann, wird noch viel Wasser die Schweinenaab hinabfließen. Ende 2024 wäre nach Aussage von Schwab soweit.

Deshalb stellte am Schluss des Referates auch Zweiter Bürgermeister Josef Langgärtner die Frage, wie man mit dem am gleichen Tag eingegangenen Hinweis des Landratsamtes Neustadt umgehe, laut dem die Abwasserbeseitigungsanlage bis Mitte 2021 saniert sein muss.

Wie sehr die Worte Schwabs, die Studie sei ein umfangreiches Werk zutrafen, bemerkten Bürgermeister Reinhard Sollfrank, der Marktgemeinderat und die Zuhörer an der Dauer des Referats. Die Kernaussage fiel gleich zu Beginn: Die neue wasserrechtliche Erlaubnis für die Einleitung der vorbehandelten Abwasser in die Schweinenaab erfordert eine Anpassung der Kläranlage an den Stand der Technik. Dazu gehört unter anderem die Errichtung eines Regenrückhalteteichs in Parkstein, möglicherweise an der Pressather Straße, mit einem Fassungsvermögen von 3000 Kubikmeter und die komplette Änderung des Reinigungssystems. Fest steht laut Schwab, dass die Kläranlage, ausgerichtet für 3000 Einwohnerwerte, überlastet ist. So haben Messungen bisweilen 5700 Einwohnerwerte ergeben. Dass sich die Fertigstellung der Studie, beauftragt im Oktober 2015, so lange verzögert habe, liege an der Einbeziehung der Mischwasserbehandlung und an der im Jahr 2019 erhaltenen Botschaft über die Erweiterung der Firma Winkler. Deshalb müsse die Kläranlage auf künftig 7000 Einwohnerwerte ausgebaut werden, erklärte Schwab. Die Kosten für die Sanierung der Kläranlage einschließlich aller dazugehörigen Einrichtungenwerde sich auf 5.705.000 Euro oder 5.103.000 Euro je nach Variante belaufen. Bei der Errechnung der Betriebskosten ergeben sich auf 40 Jahre gerechnet Ausgaben in Höhe von 16.000.000 Euro oder 15.582.000 Euro.

Silvia Korsche-Ströhl (FWG) merkte an, dass die Firma Winkler mit ihren Erweiterungsmaßnahmen 2022 fertig, die sanierte Kläranlage frühestens im Jahr 2023 betriebsbereit sei. Josef Burkhard (FWG) wollte wissen, wie das Abwasser während der Umbauphase gereinigt werden würde. Schwab verwies auf dafür verschiedene Möglichkeiten. „Jeder ist erschlagen“, meinte Bürgermeister Reinhard Sollfrank angesichts des Umfangs der Studie. Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat die Verwaltung zu beauftragen, durch Ausschreibung ein kompetentes Büro für die Sanierung der Kläranlage zu suchen.

Auch in Püchersreuth ist das Abwasser ein Thema

Püchersreuth
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