14.04.2019 - 16:26 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Neuer Belag gegen den Gestank

Der Gemeinderat entscheidet wegen der Geruchsbelästigung in der Schule: In allen vier Klassenzimmern wird der Fußbodenbelag ausgetauscht. Außerdem kommt eine mögliche Asbestbelastung ins Spiel.

Der Kleber unter der Florflexplatte stinkt. Jetzt soll der komplette Fußboden in den vier Klassenzimmern rausgerissen und durch einen neuen ersetzt werden.
von Josef RosnerProfil

"Es war unser Anliegen, dass schnell etwas passiert", sagte Silke Ruß auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Und zeigte sich mit dem Ergebnis jetzt zufrieden. Die Lehrer der Grundschule mit Schulleiterin Renate Zuber waren zur Gemeinderatssitzung geladen. Thema waren die Geruchsauffälligkeiten in vier Klassenzimmern der Grundschule.

"Die Lösung heißt, Fußböden raus", sagte Bürgermeister Ernst Neumann. Sofort soll jetzt die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen. Möglichst schon in den Sommerferien soll der alte Fußboden entfernt und ein neuer verlegt werden. Neumann berichtete von einem Gutachten, dass von der Gemeinde in Auftrag gegeben wurde, nachdem es in der Grundschule wiederholt zu Geruchsbelästigungen gekommen war.

In dem Gutachten heißt es, dass sich der Verdacht auf eine PAK-Belastung des Fußbodenklebers sich nicht bestätigt hat. Verantwortlich für die Geruchsbelastung ist der deutliche Nachweis von Mineralölkohlenwasserstoffen. Diese Stoffe, so heißt es im Gutachten, seien sehr geruchsintensiv und stärker wahrzunehmen, je wärmer die Raumluft wird. Weiter heißt es, dass keine akute Gesundheitsgefahr ausgeht. Der Gutachter regte eine regelmäßige Lüftung der Räume und langfristig den Ausbau des Fußbodenbelags an, inklusive des schwarzen Klebers. Schulleiterin Renate Zuber berichtete, dass die Geruchsbelästigungen schon seit längerer Zeit vorhanden sind. "Meine Kolleginnen waren verärgert, weil so getan wurde, sie lüften zu wenig, was mit Sicherheit nicht der Fall ist." Weiter nannte sie das Lüften nicht die Lösung des Problems.

Pechbrunn

Lehrerin Silke Ruß konnte nicht verstehen, warum die Messungen nur in einem Klassenzimmer und nicht in allen vier stattgefunden haben. Bürgermeister Ernst Neumann sagte: "Das wäre zu teuer geworden." Frau Ruß machte deutlich, dass die Florflexplatten in den Klassenzimmern Asbest enthalten. "Da muss jetzt schnell gehandelt werden". Alfons Grillmeier (CSU) machte deutlich: "Dort wo es wärmer waren, waren die Gerüche intensiver." Silke Ruß war davon überzeugt, dass die Gerüche von dem Kleber kommen. "Da muss etwas getan werden."

Auch Lehrerin Verena Franz unterstrich, dass die Florflexplatten im Verdacht stehen, asbesthaltig zu sein. "Die bröckeln zuweilen schon ab. Da müssen doch jetzt alle Alarmglocken läuten", bat sie die Gemeinderäte inständig ums Handeln. "Es geht um das Wohl ihrer Kinder und um deren Gesundheit", so die Pädagogin und mahnte: "Wer ist verantwortlich, wenn ein Kind tatsächlich erkrankt? Einen neuen Boden kann man sich kaufen, die Gesundheit nicht."

Kein Aufschub

Nach Einschätzung von Schulleiterin Renate Zuber ist das Gutachten sehr vage gehalten. "Das lässt Spielraum für Interpretationsmöglichkeiten." Bürgermeister Ernst Neumann plädierte für eine schnellstmögliche Erneuerung des Fußbodens. Renate Zuber verdeutlichte, dass der Schulstandort Pechbrunn nicht in Gefahr ist. "Wir haben hier stabile Schülerzahlen." Isgard Forschepiepe (SPD) bemängelte, dass die Gemeinderäte bei der vorangegangenen Sitzung nur unzureichend informiert waren und forderte die Gemeinde auf unverzüglich zu handeln. Die anwesende Kämmerin wurde aufgefordert, die möglichen Kosten mit einzuplanen, einen Aufschub kann es hier nicht geben. Thomas Dehmel (SPD) entschuldigte sich bei den Lehrern, dass dies alles so gelaufen ist. "Es sind dort asbestähnliche Stoffe zu befürchten, wir müssen sofort handeln." Bürgermeister Neumann hoffte, dass es Firmen gebe, die dies schnell erledigen könnten.

Der Fußboden in den Klassenzimmern ist rund 60 Jahre alt, so Schulleiterin Renate Zuber bei einem Besichtigungstermin vor Ort. Aktuell unterrichten an der Grundschule Pechbrunn drei Lehrer. Besonders schlimm ist die Geruchsbelästigung im Büro von Schulleiterin Renate Zuber, konzentriertes Arbeiten dort unmöglich. Davon überzeugte sich Silke Ruß sagte abschließend: "Der Gemeinderat hat das Problem erkannt, jetzt sehe ich wieder positiv gestimmter in die Zukunft."

Dieser Belag in einem der Klassenzimmer wurde schon in früherer Zeit ersetzt.
Nur mit zugehaltener Nase lässt sich´s im Büro von Schulleiterin Renate Zuber aushalten. Die Gerüche dort sind kaum zu ertragen. Jetzt endlich geht die Gemeinde dagegen vor, wie im Gemeinderat beschlossen wurde.
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