12.05.2019 - 12:49 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Wichtiger als Bundestagswahl

Beim Rückblick aufs Geschehen im SPD-Ortsverein Pechbrunn-Groschlattengrün ging es um Europapolitik. Diskutiert wurde aber auch über kommunale Themen.

SPD-Ortsvorsitzende Isgard Forschepiepe kündigte für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr einen eigenen Bürgermeisterkandidaten an. Wer das sein soll, verriet sie noch nicht.
von Josef RosnerProfil

Ausführlich blickte Vorsitzende Isgard Forschepiepe auf das Jahresgeschehen und die Veranstaltungen des Ortsvereins zurück - den Neujahrsempfang, das Frauenfrühstück. Ansonsten besuchte der Ortsverband laut Bericht Veranstaltungen in der Gemeinde und auf überregionaler Ebene. Erstellt wurde wieder der Abfuhrkalender für die Pechbrunner und Groschlattengrüner Haushalte veröffentlicht.

Auf die Europawahlen eingehend sagte Frau Forschepiepe: "Die Europäische Gemeinschaft hat uns jetzt 70 Jahre Frieden verschafft, das darf nicht vergessen werden." Nationalistische Strömungen versuchten dieses Privileg von Frieden und Gemeinschaft wieder zu zerstören. Dies müsse unter allen Umständen verhindert werden.

Eine Gemeinschaft müsse immer auch Kompromisse eingehen. "Bei allerseits guten Willen sollte dies auch funktionieren und stets eine Lösung gefunden werden". Im Anschluss wurden die Delegierten für die Aufstellungskonferenz zur Kommunalwahl 2020 gewählt. Das Votum erhielten Vorsitzende Isgard Forschepiepe und Stefan Köstler. Geehrt wurden Rosemarie und Axel Dobrzak für 30 Jahre Mitgliedschaft in der SPD. Beide waren verhindert, die Ehrung soll zuhause überbracht werden, hieß es.

Hannelore Bienlein-Holl lobte den Ortsverband für ein engagiertes Arbeiten, mit einer Vielzahl an Terminen und Veranstaltungen. "Ihr habt eine tolle Truppe vor Ort, auch mit Frauen", lobte sie. Sorgen bereitet ihr der Umstand, dass es aktuell mehr als 12 700 gewaltbereite Rechtsradikale gibt. "Haben wir nichts aus der Geschichte gelernt?"

Stimmungsumschwung

SPD-Kreisvorsitzender Rainer Fischer zeigte sich über den Stimmungsumschwung der CSU verwundert: Sie habe bei der letzten Europawahl noch Stimmung gegen Europa gemacht. Die Europawahlen jetzt seien wichtiger als die jüngste Bundestagswahl. "Wir müssen alles dafür tun, dass der Frieden in Europa weiter gesichert bleibt." Bei einer hohen Wahlbeteiligung könnten Rechtsradikale verlieren.

Ausdrücklich lobte Fischer die Arbeit von Friedrich Wölfl, der bei der Volkshochschule völlig wertneutrale Vorträge hält. Dagegen übte er heftige Kritik an der Grundschule Plößberg, die entgegen den Abmachungen mit dem Kultusministerium einen Politiker in ihre Schule eingeladen hatten. Fischer kündigte an, deswegen einen Brief ans Staatliche Schulamt zu schreiben.

Befürchtungen eingetroffen

Zum Thema Kliniken AG merkte Fischer an, dass all seine Befürchtungen eingetroffen sind. Umso mehr verwundert es ihm, dass die Kliniken AG sich schon an die nächste Fusion mit Amberg wagt, nach den schlechten Erfahrungen mit der bisherigen Fusion.

Gleichzeitig zweifelte er die Überlebenschancen der Reha in Waldsassen an und äußerte berechtigte Zweifel an der Zukunft des Krankenhauses Tirschenreuth - nach einer möglichen Fusion mit Amberg. Von der ganzen Entwicklung profitiert eigentlich nur Weiden. Ausdrücklich lobte er Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Wolfgang Lippert, der endlich verinnerlicht habe, dass der Kreistag Tirschenreuth mit einer Stimme spricht.

Infobox:

Selbstbewusst geht der Ortsverein Pechbrunn-Groschlattengrün in die Kommunalwahl im kommenden Jahr. Für den Chefsessel im Rathaus wird ein eigener Bewerber nominiert. Wer das sein wird, wollte Ortsvorsitzende Isgard Forschepiepe noch nicht verraten, nur so viel: Die Nominierungen sollen noch dieses Jahr sein. 25 Frauen und Männer gehören dem Ortsverein an.

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