Perschen bei Nabburg
21.09.2026 - 16:46 Uhr
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Die Spreu vom Weizen trennen: Was Besucher beim Dreschtag im Freilandmuseum lernen konnten

Das Freilandmuseum in Perschen erweckte beim Dreschtag das alte Handwerk des „Drischldreschens“ zu neuem Leben. Besucher erlebten hautnah historische Techniken und Kinder durften selbst mitmachen. Sogar frisches Holzofenbrot gab es.

Das „Drischldreschen“ ist eine schweißtreibende Arbeit. Die Museumslandwirte beherrschen den Umgang mit dem "Flegel" immer noch und erinnerten beim Dreschtag, der am Sonntag, 20. September, im Oberpfälzer Freilandmuseum in Perschen stattfand, an landwirtschaftliches Handwerk aus längst vergangenen Zeiten. Für viele Besucher war es faszinierend, hierbei zuzuschauen. Mit rhythmisch geführten Schlägen droschen die Fachleute auf die Getreidegarben ein, trennten die Samenhüllen und Stängelteile von den Strohhalmen und schütteten anschließend die Spreu in die Windmühle, dass es nur so staubte. Heraus kamen gereinigte Körner zur weiteren Verarbeitung in der Getreidemühle.

Das Dreschen des Getreides nahm in einer Zeit, in der es noch keine Mähdrescher gab, viel Zeit und Kraft in Anspruch. Die Getreidegarben lagen in Reihen auf der Tenne der Scheune und wurden von mehreren Dreschern mit den Dreschflegeln in einem bestimmten Takt abgedroschen. Man nannte das "Drischeldreschen". Die Spreu bezeichnet die leichten, unbrauchbaren Teile des Getreides wie Spelzen, Hülsen, Grannen und Stängelteile, die beim Dreschen abfallen.

Dreschmaschine große Hilfe

Die Dreschmaschine brachte Mitte des vergangenen Jahrhunderts eine wesentliche Erleichterung. Ein Modell steht im "Dreschstadl" des Freilandmuseums und kam beim Aktionstag wieder zum Einsatz. Die Maschine gehörte einst der Dreschgenossenschaft Niedermurach, die der Raiffeisenkasse angeschlossen war. 1941 errichtete die Genossenschaft einen "Dreschstadl" und beschäftigte Maschinisten, die die Getreidegarben in die Dreschmaschine einführten. Doch diese Technik war nur ein Übergang. Mit der Erfindung des Mähdreschers ging die Zeit der Dreschmaschine wieder zu Ende.

1995 übernahm das Freilandmuseum den Stadl und die historische Dreschmaschine aus Niedermurach in seinen Bestand. Damit kann das Museumsdorf die Erinnerung an die Entwicklung der Feld- und Drescharbeit wachhalten. Damals spielten auch Pferde eine wichtige Rolle. Daran erinneren die beiden Museumsrösser „Fonse“ und „Veit“, die vor den Besuchern auf einem Leiterwagen das Stroh abtransportierten.

Viele Familien waren gekommen

Zahlreiche Familien nutzten den Thementag, um bei einem Spaziergang durch das Gelände an den einzelnen Stationen Halt zu machen. Im "Denkenbauernhof" spielte die Stubenmusik „D`Regentaler Nittenau“. Das "Drischldreschen" und die Getreidereinigung mit der Windmühle erfolgten im Langerbauer-Stadel. Den Getreidetransport und den Dreschmaschinen-Einsatz erlebten die Besucher im „Dreschstadl“. Auch die Ausstellung "Neu aufgerollt: Struktur & Musterwalzen" war geöffnet.

Für die Kinder gab es wieder Mitmachaktionen. Das Spiel mit dem Naturwebrahmen war zwar kreativ, viel mehr Spaß aber machte es, beim Dreschen mitzumachen und an der Windmühle drehen zu dürfen. Das Museumswirtshaus und fahrende Händler luden zum Brotzeitmachen ein. Viele Besucher nahmen auch frisch gebackenes Holzofenbrot vom "Schallerhof" mit nach Hause.

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