Pfreimd
04.12.2018 - 12:46 Uhr

"Kein Bedarf" an der Schranke

Mit Blick auf die Elektrifizierung peilt die Deutsche Bahn breitere Übergänge an. Sie bittet dafür auch die Kommunen zur Kasse. Der Stadtrat Pfreimd lehnt das in einer abschließenden Stellungnahme ab.

Hauptsächlich von Radfahrern wird dieser Bahnübergang zwischen Pfreimd und Wernberg im Bereich der Autobahnbrücke genutzt. Dorthin führt teilweise nur ein geschotterter Weg. Die Bahn würde den Übergang gern richtig breit ausbauen, doch da spielt die Stadt Pfreimd nicht mit. Bild: bl
Hauptsächlich von Radfahrern wird dieser Bahnübergang zwischen Pfreimd und Wernberg im Bereich der Autobahnbrücke genutzt. Dorthin führt teilweise nur ein geschotterter Weg. Die Bahn würde den Übergang gern richtig breit ausbauen, doch da spielt die Stadt Pfreimd nicht mit.

Zwei Bahnübergänge mit Anrufschranke sind im Gebiet der Stadt Pfreimd ins Visier der Planer bei der Deutschen Bahn geraten. Hintergrund ist der Ausbau der Strecke Regensburg-Hof, die elektrifiziert werden soll. Und dabei sollen auch Bahnübergänge auf Vordermann gebracht werden, die nur selten genutzt werden. Dazu gehört die Passage bei Iffelsdorf, über die Landwirte beispielsweise ihre Felder jenseits der Gleise erreichen können.

Ein weiterer Übergang in der Nähe der Autobahnbrücke am Kreuz "Oberpfälzer "Wald" ermöglicht es Radfahrern und andren Verkehrsteilnehmern, die Bahnlinie zu kreuzen, wenn sie den Hebel an der Anrufschranke betätigt haben. Damm meldet sich über eine Wechselsprechanlage der diensthabende Schrankenwärter. Wenn es der Zugverkehr zulässt, gibt er den Weg frei für die Querung der Gleise. Solche Anrufschranken gibt es in der Regel dort, wo Übergänge nur selten genutzt werden, die Schranken sind normalerweise geschlossen.

Für beide Übergänge hat die Bahn Ausbaupläne in der Tasche, die ein Mitarbeiter der DB-Netz-AG bereits bei einer vorhergehenden Sitzung des Pfreimder Stadtrats präsentiert hatte (wir berichteten). Demnach hatte die Bahn für den Übergang in Iffelsdorf eine Verbreiterung auf 6,35 Meter angepeilt, damit dort zwei Traktoren aneinander vorbeikommen. Auch eine Ausweitung über eine Länge von 27 Metern war im Gespräch. Bei Kosten in Höhe von 300.000 Euro sollte die Stadt nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz ein Drittel der Summe berappen. Das würde auch für den zweiten Übergang gelten, wo dann nach einem erheblichen Umbau zwei Lkw nebeneinander Platz hätten. 850.000 Euro wären dafür fällig, bei 285.000 Euro würde der Anteil für die Stadt liegen.

Nun stand das Thema zur "abschließenden Behandlung" auf der Tagesordnung. Und die abschließende Stellungnahme fiel in der Sitzung eindeutig aus: Die vorgeschlagene bauliche Umsetzung wurde als überdimensioniert eingestuft, eine Kostenbeteiligung abgelehnt. "Die Übergänge genügen uns so, wie sie sind", fasste Geschäftsstellenleiter Bernhard Baumer zusammen. Ob das auch die Bahn akzeptiert, daran gab es aber Zweifel. "Ich bin mir sicher, dass wir das Thema wieder auf den Tisch kriegen", meinte Stadtrat Georg Hösl.

Pfreimd02.11.2018
Nicht mehr ganz neu ist diese Vorrichtung, mit der sich die Schranke erst nach Rücksprache mit einem bahn-Mitarbeiter öffnet. Zwei solcher Übergänge gibt es auf Pfreimder Gebiet. Bild: bl
Nicht mehr ganz neu ist diese Vorrichtung, mit der sich die Schranke erst nach Rücksprache mit einem bahn-Mitarbeiter öffnet. Zwei solcher Übergänge gibt es auf Pfreimder Gebiet.
 
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