23.07.2020 - 11:26 Uhr
PlößbergOberpfalz

Großer Weiher öffnet auch zu Ferienbeginn nicht

Das Schutz- und Hygienekonzept für das Waldstrandbad Großer Weiher ist erstellt. Für eine Öffnung ist alles vorbereitet - und doch muss geschlossen bleiben. Es fehlt Aufsichtspersonal.

Noch ist die Liegewiese am Waldstrandbad "Großer Weiher" leer. Wenn das nötige Personal noch gefunden wird, dann kann sich dies vielleicht bald ändern.
von Florian TrißlProfil

Das Hygienekonzept steht. Die Umsetzung fast fertig vorbereitet. Die Auflagen, die aufgrund der Corona-Pandemie zusätzlich für eine Öffnung des Waldstrandbads Großer Weiher nötig werden, könnte die Marktgemeinde nach umfangreichen Vorarbeiten und zusätzlicher Beschaffungen von Erste-Hilfe-Equipment einhalten. Eine dringend gesuchte Reinigungsfirma zur Umsetzung der umfangreichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen wurde gefunden und das notwendige Sicherheitspersonal, um die Abstandsregel zu kontrollieren, ist beauftragt.

Zwei Rettungsschwimmer fehlen

Es werden keine Kosten und Mühen gescheut, um den Badespaß in Plößberg zu ermöglichen, teilt Bürgermeister Lothar Müller mit. Dennoch ist es nicht möglich das Waldstrandbad am Großen Weiher wie beabsichtigt pünktlich zum Ferienbeginn am heutigen Freitag zu öffnen. Das Problem ist die Verkehrssicherungs- und vor allem die Aufsichtspflicht. Die Gemeinde als Badbetreiber ist verpflichtet während der Öffnungszeiten des Bades Rettungsschwimmer in ausreichender Zahl zur Wasseraufsicht zur Verfügung zu stellen.

Momentan fehle Personal - zwei Rettungsschwimmer an der Zahl für die Wasseraufsicht. "Wir sind hier in Kontakt zu anderen, geschlossenen Einrichtungen, ob uns das dortige, derzeit nicht notwendige Fachpersonal zur Verfügung gestellt werden könnte", berichtet der Bürgermeister. Aber diese Anfragen hätten noch nicht zum Erfolg geführt. Aktuell würden noch eine Anfrage auf Zurverfügungstellung von Rettungsschwimmern oder Fachkräften laufen. Zudem hofft die Gemeinde, dass sich eventuell eine Bewerbung ergibt. "Aber wenn sich niemand meldet, können wir heuer nicht öffnen."

Wenn sich keine Rettungsschwimmer melden, können wir heuer nicht öffnen.

Bürgermeister Lothar Müller

Es wird nötig werden den Schwimmerbereich einzugrenzen, kündigt Müller an, um die Aufsicht nicht über den ganzen Weiher zu erstrecken. Denn dann wäre noch mehr Personal nötig. Vorbereitungen zur Beschaffung dieser Abgrenzungen seien bereits angelaufen. "Diese Einschränkungen würden wir aber in Kauf nehmen, um wenigstens etwas Badespaß in diesem Jahr ermöglichen zu können", sagt Müller. Aber auch hier müsse sich die Gemeinde absichern und stellte deshalb Anfragen beim Bayerischen Gemeindetag und dem Kommunalen Unfallversicherungsverband. Die Antworten stehen noch aus.

Wer trotz der aktuellen Schließung des Weihers über die Absperrung steigt oder durch den Bauzaun schlüpft, um im Gewässer zu baden, begeht laut Müller Hausfriedensbruch. Sollte dies in nächster Zeit öfter der Fall sein, wird die Gemeinde strafrechtlich gegen die Personen vorgehen. "Im Vordergrund steht die Gesundheit unseres Personals und vor allem unserer Badegäste. Sie sollen sich darauf verlassen können, dass ihnen im Notfall schnellstmöglich geholfen werden kann", betont Müller. "Die Gäste können versichert sein, dass wir sehr intensiv daran gearbeitet haben, eine Öffnung zu ermöglichen."

Doch ein Badesee mit Stegen, Badeinseln und Umkleidehäuschen wird nicht als "Badestelle", sondern als "Naturbad" betrachtet - es gelten verschärfte Aufsichtspflichten. Es gebe zahlreiche Vorschriften und Richtlinien "Die Haftungspflicht bei Badeunfällen ist in den letzten Jahren deutlich umfangreicher geworden", erklärt der Bürgermeister. Bei möglichen Badeunfällen hafte dann die Gemeinde. "Ein Schild ,Baden auf eigene Gefahr' hilft leider nicht, wir würden trotzdem haften." Die Gemeinde nehme ihre Funktion als Badbetreiber sehr ernst und möchte, dass alle Gäste eine schöne Zeit am Großen Weiher verbringen können.

Schwimmbereich eingrenzen

Die Gemeinde kann der Badebetrieb am Großen Weiher derzeit nicht erlauben:

Plößberg

Eine Machbarkeitsstudie soll zeigen, wie das Waldstrandbad aufgewertet werden kann:

Plößberg

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