26.11.2021 - 10:48 Uhr
PlößbergOberpfalz

Marktrat Plößberg: Ortsentwicklung hat Vorrang

Auch der Antrag für die Städtebauförderung stand in der vergangenen Marktgemeinderatssitzung auf der Agenda. Beantragt wurde die Bezuschussung einer langen Liste an Investitionen.

Die Bauarbeiten im Generationenhaus sind nahezu abgeschlossen. Fertig soll alles spätestens im Frühjahr 2022 sein.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Bürgermeister Lothar Müller listete in der vergangenen Sitzung des Markrates die laufenden und künftigen Projekte für die Städtebauförderung auf. Auf der Liste stehen mehrere Dutzend förderfähige Investitionen, für die die Gemeinde finanzielle Unterstützung beantragt. Insgesamt werden für die nächsten vier Jahre Fördergelder in Höhe von 7,3 Millionen Euro benötigt. Auch wenn sich die Investitionen über vier Jahre verteilen, ist es trotzdem eine große Summe, so der Bürgermeister.

Mehrgenerationenhaus

Als nächstes wird der Generationentreff in der Blumenstraße 22 fertig. Die Sanierung kostete 1,2 Millionen Euro. Das Projekt wurde zu 90 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung bezuschusst. Baubeginn war im August 2020. Spätestens im Frühjahr 2022 soll dort eingezogen werden. Aktuell laufen der Innenausbau und die Gestaltung der Außenanlagen. Auf einer Fläche von insgesamt rund 240 Quadratmeter werden künftig das Büro der Nachbarschaftshilfe, ein "Ratsch"-Zimmer und ein Versammlungsraum Platz finden. Die Räume sind auch für die Jugend-, Behinderten- und Seniorenbeauftragen der Gemeinde bestimmt. Im Obergeschoss entstand eine Wohnung, die laut Bürgermeister nun aber als Büro für Quartiersmanager dienen soll.

Quartiersmanager

Die Kommune möchte für den Bereich "Soziale Mitte" zwei Quartiersmanager in Teilzeit einstellen. Laut Bürgermeister soll sich einer um technische Aspekte wie Planung, Förderung und Anträge kümmern, der andere als Ansprechpartner für die Beauftragten der Gemeinde fungieren. Für diesen Posten wurden insgesamt 240 000 Euro an Städtebaufördermitteln beantragt.

Ortsentwicklung hat Priorität

Vorrang habe besonders das Ortsentwicklungskonzept, das um den Bereich Großer Weiher ergänzt wurde. Dafür sind insgesamt 109 000 Euro vorgesehen. Bereits bewilligt wurden 69 000 Euro. Im kommenden Jahr will die Gemeinde hier 40 000 Euro ausgeben. In diesem Punkt sind viele kleinere Vorhaben inbegriffen, etwa für den Bau barrierefreier Zugänge (August-Horn-Park und Arzt- und Apothekerhaus in der Kirchstraße 16) sowie weitere Ausgaben für den Bereich "Soziale Mitte".

Neugestaltung Rathausumfeld verschoben

Hinten angestellt wird die Neugestaltung des Rathausumfeldes mit altem Grundschulpausenhof und des Kultursaal-Vorplatzes. "Das ist einerseits sehr schade", findet Bürgermeister Lothar Müller, "da wir mit der Maßnahme schon vor einigen Jahren begonnen haben. Aber wir haben dringendere Projekte, die Vorrang haben." So schiebt die Gemeinde die Neugestaltung des Umfeldes des Kultursaals und des Rathauses auf das Jahr 2025. Die Gesamtmaßnahme soll insgesamt 2,8 Millionen Euro kosten. Für die Aufwertung des Kultursaals, des barrierefreien Umbaus sowie für die Schaffung eines barrierefeien Zugangs im Museumsbereichs wurden 1,6 Millionen Euro beantragt. Auch diese Maßnahme wurde auf später verschoben.

Zwei Kinderkrippengruppe ziehen in Container

Das evangelische Pfarrhaus in der Kirchstraße 18 in Plößberg soll für insgesamt 1,4 Millionen Euro saniert werden. 1,15 Millionen Euro der Baukosten sind zuwendungsfähig. Diese Summe wird zu 90 Prozent von Städtebaufördermitteln getragen. Der Markt beteiligt sich mit einem Anteil von 10 Prozent in Höhe von 115 000 Euro. Baustart ist im Frühjahr 2022. Ebenfalls 2022 erwartet der Markt Städtebaufördermittel für den Grundstückserwerb und den Abbruch des ehemaligen evangelischen Pfarrhauses 80 000 Euro. An dieser Stelle wird die Kinderkrippe um zwei Gruppen erweitert - dafür wird pro Gruppe provisorisch einen mobiles Raummodul (Container) aufgestellt.

Zwei Machbarkeitsstudien in Arbeit

In Sachen Leerstandsinitiative wurden für das Erfassen relevanter Leerstandspotenziale sowie Handlungsempfehlungen für diese Gebäude insgesamt knapp 50 000 Euro eingeplant. Die Hälfte davon ist schon bewilligt. 2022 sollen 8700 Euro dafür ausgegeben werden.

Die Machbarkeitsstudie für den Gebäudekomplex "Schwarzer Adler" ist in vollem Gang. Insgesamt sind hierfür Ausgaben in Höhe von 45 000 Euro vorgesehen. Heuer hat laut Bürgermeister die Bestandsvermessung stattgefunden. Die Substanz der Hauptstraße 11 sei gut, der hintere Teil (Hauptstraße 9) allerdings sehr marode, berichtete Müller. Vorstellen könnte man sich nach ersten Planungen eine Form von gastronomischer Nutzung, kombiniert mit Übernachtungsmöglichkeiten/Ferienzimmern sowie Wohnungen. Für 2022 sind für die Machbarkeitsstudie 23 000 Euro eingeplant.

Außerdem ist für kommendes Jahr eine Machbarkeitsstudie für die Hauptstraße vorgesehen. Dafür wurden 30 000 Euro Städtebaufördermittel beantragt.

Die Ausschreibung von Betriebs- und Investitionskonzepten für den Campingplatz Plößberg läuft

Plößberg

„Das ist einerseits sehr schade, (...) aber wir haben dringendere Projekte, die Vorrang haben.“

Bürgermeister Lothar Müller über die Rückstellung einiger Maßnahmen

 

 

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