Plößberg
16.01.2022 - 09:58 Uhr

Ziegler-Group bemerkt „Fridays for Future“-Effekt in der Baubranche

Der nachwachsende Rohstoff Holz profitiert vom steigenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit. Das spielt der Sägeindustrie in die Karten – ganz besonders dem größten Sägewerk Europas.

Holzstämme liegen auf dem Gelände des Sägewerks der Ziegler Group in Plößberg. Bauen mit Holz liegt im Trend und in der Corona-Pandemie steigt die Nachfrage zusätzlich deutlich an - die Preise auch. Bild: Armin Weigel/dpa
Holzstämme liegen auf dem Gelände des Sägewerks der Ziegler Group in Plößberg. Bauen mit Holz liegt im Trend und in der Corona-Pandemie steigt die Nachfrage zusätzlich deutlich an - die Preise auch.

Ein steigendes Umweltbewusstsein in der Gesellschaft trägt zum Bauboom bei: Andreas Sandner, Geschäftsführer des Sägewerkes Ziegler Group im oberpfälzischen Plößberg (Landkreis Tirschenreuth), spricht von einem „Fridays for Future“-Effekt. Ökologisches Bauen liege im Trend, und Holzbau sei klimafreundlicher als zum Beispiel Beton. Heutige Bauherren stammten aus der „Generation Nachhaltigkeit“. Sie legten mehr Wert darauf, so zu bauen, dass die Auswirkungen auf die Generation ihrer Kinder möglichst gering seien.

Auch die Pandemie habe zum Bauboom beigetragen, sagte Sandner. „Insbesondere der Do-it-yourself-Bereich verzeichnete in der ersten Phase der Pandemie einen Nachfrageschwung, da gerade Privatleute in die eigene Immobilie investierten.“ Mit der Nachfrage nach Schnittholz schnellten die Preise in die Höhe. Später ließen gestiegene Kosten die Preise steigen. „So kam es teilweise zu einer Vervielfachung der Preise für einzelne Schnittholzsortimente.“

Die Ziegler Group verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich rund 2,2 Millionen Festmeter Holz und ist damit das größte Sägewerk in Europa mit nur einem Standort. Etwa 70 Prozent des Holzes gingen ins Ausland, vor allem nach Australien, Dubai und China. Das Unternehmen beschäftigt rund 2200 Mitarbeiter.

Der Bundesverband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH) spricht mit Blick auf 2021 von einem Jahr der Extreme. Dem heimischen Markt habe so viel Holz zur Verfügung gestanden wie nie zuvor, bilanziert Verbandspräsident Jörn Kimmich. Nach der enormen Nachfrage im ersten Halbjahr sei die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte deutlich gesunken - wegen der großen Vorräte und Lagerbestände bei Handel und Verarbeitern. Hier wäre mehr Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage wichtig, sagte Kimmich.

Dem Verband zufolge umfasst die deutsche Sägeindustrie gut 2000 vor allem mittelständisch geprägte Betriebe mit insgesamt 24 000 Mitarbeitern. Etwa 70 Prozent seien Kleinstunternehmen mit höchstens neun Beschäftigten. Die Branche verzeichnet einen jährlichen Umsatz von rund 6,5 Milliarden Euro.

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